Experten-Workshop: Polesien als Interventionslandschaft

Panoramablick auf die Stadt Kuznecovsk und das Atomkraftwerk Rivne, Ukraine. (Quelle: Wikipedia, Vladimir D’jakov)

Veranstaltungsort: Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung, Gisonenweg 5-7, 35037 Marburg, Vortragssaal

Veranstalter: SAW-Projektgruppe „Polesien als Interventionslandschaft. Raum, Herrschaft, Technologie und Ökologie an der europäischen Peripherie 1915-2015

Organisation: Dr. Anna Veronika Wendland, Dr. Silke Fengler

Die Geschichte des östlichen Europas im 20. Jahrhundert wird oft als Gewalt- und Katastrophengeschichte geschrieben. Das Ergebnis ist heute das stark raumbezogene Narrativ eines im Zeitalter der Extreme traumatisierten Osteuropa zwischen Bloodlands und Tschernobyl-Zone. Unsere Projektgruppe möchte jenseits solcher etablierter narrativer Strukturen eine raumsensible Geschichte Osteuropas in der Moderne zu schreiben, die trotzdem den traumatischen historischen Erfahrungen Rechnung trägt. Wir arbeiten mit dem innovativen Konzept der „Interventionslandschaft“. Dabei interessieren uns Interaktionen von Landschaft und Räumlichkeit einerseits und historischen Akteuren andererseits. Wir untersuchen Strategien der Aneignung, des Unterlaufens und Profitierens, die ursächlich auch mit den Spezifika der Landschaft zusammenhingen, in welcher die Menschen agierten. In dem Workshop laden wir Experten aus unterschiedlichen Disziplinen ein, mit uns das Konzept der „Interventionslandschaft“ zu diskutieren und zu schärfen. Anhand der Ergebnisse der theoretischen Diskussion möchten wir prüfen, inwieweit unser Konzept die komplexe Beziehung von Mensch, Raum, Natur und Technik im östlichen Europa besser beschreiben kann als etablierte theoretische Deutungsangebote.

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