Aktuelle Forschungen zu Nachkriegsgewalt 1917-23

Am Herder-Institut wurden am 26. März aktuelle Forschungsansätze über die Gewalt nach dem Ende des Ersten Weltkriegs erörtert. Der Workshop beleuchtete die Jahre 1917-23, in denen eine Vielzahl von Revolutionen und Gegenrevolutionen, Bürgerkriegen und zwischenstaatlichen Konflikten die Bemühungen um eine neue europäische Friedensordnung unterliefen. Im Mittelpunkt stand die Frage nach dem Ausmaß und den Folgen nichtstaatlicher Gewalt im Vakuum zwischen dem Zerfall polyethnischer Imperien und der Konsolidierung neuer nationalstaatlicher Grenzen in Ostmitteleuropa. Zum Ende seines Alexander-von-Humboldt-Stipendiums als Gast am Herder-Institut eröffnete Prof. Dr. Robert B. Gerwarth den Workshop. Der Professor für Modern History am University College Dublin plädierte in seinem einleitenden Vortrag dafür, zeitgenössische Paradigmen (Revanchismus, die bolschewistische Revolution und den Mythos vom jüdischen Bolschewismus und seine Wirkungsmacht während der Bildung autoritär geführter Nationalstaaten) aus der Nachkriegszeit des Ersten Weltkriegs als Erklärungsmuster für den Ausbruch und die Brutalisierung des Zweiten Weltkriegs zu berücksichtigen.

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