Sharing Cultural Heritage: digitale Netzwerke der Geschichte & Quellen zu Ostmitteleuropa

Plakat zur Tagung
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Katholische Kirche Sankt Hedwig, Wahlstatt, PolenKatholische Kirche Sankt Hedwig, Wahlstatt, Polen
Katholische Kirche Sankt Hedwig, Wahlstatt, Polen

Abschlußtagung des Projektes „Forschungsinfrastruktur Kunstdenkmäler in Ostmitteleuropa (FoKO)

Am 26.-27. Februar 2018 findet am Herder-Institut Marburg die Abschlusstagung des Projektes „Forschungsinfrastruktur Kunstdenkmäler in Ostmitteleuropa (FoKO)“ zum Thema „Sharing Cultural Heritage: Digitale Netzwerke der Geschichte und Quellen zu Ostmitteleuropa“ statt. Ziele des Treffens sind neben der Präsentation und Freischaltung der Weboberfläche das Zusammentragen von Erfahrungen, Erkenntnissen und Ergebnissen des Projektes, gleichzeitig aber auch eine Debatte über Chancen und Herausforderungen für Erforschung, Erschließung, Instandsetzung und Popularisierung des kulturellen Erbes im vernetzten Wissensraum Europas im Kontext der Digital Humanities.

Das internationale Verbundprojekt FoKO rückt die bislang noch unzureichend gewürdigten spezifischen Leistungen der Kunstproduktion im östlichen Mitteleuropa in den Fokus, einer Region von komplexer historischer Dynamik. Die Dokumentationsdaten und Bildbestände zu einem Kanon herausragender Bau- und Kunstwerke wurden transnational zusammengeführt und zur Verfügung gestellt mit dem Ziel, die vielfältigen Verflechtungen der Kunstentwicklung in Ostmitteleuropa im Zeitraum 1000-1800 n. Chr. ebenso deutlich aufzuzeigen, wie die konkurrierenden wissensgeschichtlichen Bezugnahmen. Der vergleichende Blick ermöglicht in einer virtuellen Umgebung anschauliche Darstellung und Neuentdeckung von Aspekten der Stil- und Tradierungsgeschichte, des Kulturtransfers, der Auftraggeberschaft sowie der Netzwerkbildung von Künstlern und Baumeistern.

Besondere Aufmerksamkeit erfuhr im Projekt die Erstellung des Datenmodells auf der Basis von CIDOC Conceptual Reference Model und Functional Requirements for Bibliographic Records sowie des Datenmodells für die wissenschaftliche Tiefenerschließung von fotografischen Sammlungen des Bildarchivs Foto Marburg. Eine besondere Herausforderung war die prototypische Einbindung von mehrsprachigen Normdaten und ein Mapping der wichtigsten Termini auf osteuropäische Sprachen. Somit bietet FoKO als überregionale, transnationale digitale Arbeitsumgebung mit vernetzter Organisationsform eine leistungsfähige Forschungsinfrastruktur für die Kunstgeschichte.

Begleitend zur Tagung wird eine Ausstellung mit Aufnahmen einer Auswahl der interessantesten Kunstdenkmäler Ostmitteleuropas eröffnet. Es werden sowohl digitalisierte Fotos aus Archivbeständen, die dem Projekt von allen Projektpartnern zur Verfügung gestellt wurden, als auch im Projekt erzeugte, hochwertige Bildmaterialien gezeigt.

Projektlaufzeit: 07/2014 – 03/2018

Projektpartner:

  • Herder-Instituts für historische Ostmitteleuropaforschung – Institut der Leibniz-Gemeinschaft (Gesamtkoordination)
  • Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg
  • Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa an der Universität Leipzig (GWZO)
  • Instytut Sztuki Polskiej Akademii Nauk, Warszawa
  • Magyar Tudományos Akadémia Bölcsészettudományi Kutatóközpont Művészettörténeti Intézet, Budapest
  • Slovenská akadémia vied, Ústav dejín umenia, Bratislava
  • Rundāle Palace Museum
  • Lietuvos kultūros tyrimų institutas
  • Germanisches Nationalmuseum Nürnberg

 

 

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Montag, 26. Februar 2018
Herder-Institut, Hauptgebäude
14.00-14.15 Peter Haslinger (Herder-Institut, Justus-Liebig-Universität Gießen): Inauguration/Einführung
14.15-14.30 Christian Bracht (Philipps-Universität Marburg, Bildarchiv Foto Marburg): Grußwort
14.30-14.45 Christian Lübke (Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa): Grußwort
14.45-15.30 Dietmar Popp, Ksenia Stanicka-Brzezicka (Herder-Institut): „Forschungsinfrastruktur Kunstdenkmäler in Ostmitteleuropa (FoKO)” – Erfahrungen, Erkenntnisse und Ergebnisse des Projektes
sowie Einführung in die Ausstellung
15.30-16.30 Ausstellungsbesichtigung, Buffet
Vortragssaal
Abendvortrag mit Einführung von Peter Haslinger
16.30-17.15 Georg Schelbert (Humboldt-Universität zu Berlin): Virtuelle Kunstlandschaften
17.15-18.00 Diskussion
18.00-18.30 Gregor Middell (pagina GmbH Publikationstechnologien): Präsentation der Webseite
18.30 Buffet (Catering im Foyer des Vortragssaales)

Dienstag, 27. Februar 2018
Herder-Institut, Vortragssaal
9.00-9.10 Begrüßung
PANEL 1 (Moderation Ksenia Stanicka-Brzezicka)
9.10-9.30 Dietmar Popp (Herder-Institut): Von der Bestandsdatenbank bis zur virtuellen Forschungsinfrastruktur: Visuelle und digitale Online-Ressourcen zu Kunst- und Kulturgeschichte in Ostmitteleuropa am Herder-Institut
9.30-9.50 Wilfried Franzen, Dirk Suckow (Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des
östlichen Europa): Forschen über, in und mit Ostmitteleuropa. Das Kunsthandbuchprojekt am GWZO Leipzig
9.50-10.10 Ivan Gerát (Institut für Kunstgeschichte der Slowakischen Akademie der Wissenschaften): Great Questions of the Small – the Research Infrastructure for Art History between Politics and Philosophy
10.10-10.30 József Sisa (Institut für Kunstgeschichte der Ungarischen Akademie der Wissenschaften): The Digital Archives of the Institute of Art History of the Hungarian Academy of Sciences in the Hungarian Institutional Context
10.30-10.50 Orsolya Bubryák (Institut der Kunstgeschichte der Ungarischen Akademie der Wissenschaften): Quellenforschung und ihre Grenzen – am Beispiel ostmitteleuropäischer Gemäldesammlungen aus dem 17. Jahrhundert
10.50-11.10 Kaffeepause
PANEL 2 (Moderation Eszter Gantner)
11.10-11.30 Ewa Manikowska (Institut für Kunst der Polnischen Akademie der Wissenschaften): The Fading Cultural Heritage of Eastern Europe in Historical Photographic Collections. Repatriating a European Heritage with the Mean of Digitisation
11.30-11.50 Agnieszka Seidel-Grzesińska, Elżbieta Herden (Universität Wrocław): Aggregation, Integration, Zugang – ausgewählte Probleme der Erschließung von heterogenen Forschungsdaten
11.50-12.10 Emilia Kłoda (Ossoliński National Institute): Usability vs Value. Cultural Heritage online Sources from Poland
12.10-13.00 Buffet
PANEL 3 (Moderation Dietmar Popp)
13.00-13.20 Eszter Gantner (Herder-Institut): Eastern European Jewish Heritage online
13.20-13.40 Kamila Bojarska (Bildarchiv Foto Marburg): Dokumentation von Kunstdenkmälern: Richard Hamanns Fotokampagne in Polen im Jahr 1933
13.40-14.00 Laura Lūse (Rundale Palace Museum), Agnese Bergholde-Wolf (Herder-Institut): Dokumentation von Kulturerbe in Baltikum als Herausforderung für die lettische, litauische und deutsche Zusammenarbeit
14.00-14.20 Sławomir Brzezicki (Herder-Institut): Digitaler Dehio Ostmitteleuropa – Entwicklungsperspektiven eines Handbuches der Kunstdenkmäler
14.20-15.00 Diskussion