Osteuropaexperten und Politik im 20. Jahrhundert

Osteuropa Heft 1-2/2017 mit Beiträgen der Tagung

Tagung des Verbandes der Osteuropahistorikerinnen und -historiker (VOH), der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO) und des Herder-Instituts für historische Ostmitteleuropaforschung, 19.-20. Februar in Marburg

Andere Länder zu verstehen, braucht es viel: Sprachen-, Landes- und Kulturkenntnisse, Karten und weitere Informationsquellen – am besten sind jedoch Expertinnen und Experten, die stets eine Meinung haben, wenn Politiker sie fragen. Im 20. Jahrhundert sind Professionalisierungs-, Spezialisierungs- und Differenzierungsprozesse in der Politik feststellbar. Allmählich wurde jetzt das Expertenwissen zum integralen Bestandteil, nicht nur der Außenpolitik. Expertisen für viele Weltregionen wurden aufgebaut. Studienfächer wie Geographie, Geschichte, Orientalistik und Literaturwissenschaften gewannen an Bedeutung, um das Andere zu verstehen. Eine besondere Gruppe von Experten stellten dabei die Frauen und Männer, die im Laufe des letzten Jahrhunderts Osteuropa erforschten und vermitteln wollten. Nicht erst im Kalten Krieg waren Kenntnisse über die Länder östlich von Berlin und Wien gefragt. Vor allem nach den Revolutionen von 1917 in Russland nahmen Ost-Experten in unterschiedlichen institutionellen Kontexten eine wichtige Funktion in der Nähe der Außenministerien ein. Welche Rolle sie spielten, ob Politiker ihnen zuhörten, wie ihr Wissen in die Politik einfloss, will die Tagung erforschen.

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