Riga, die Kulturhauptstadt Europas 2014 im „Baltischen Quartettspiel“ von 1925

Titelblatt des „Quartettspiels“ mit einigen Riga-Motiven. Archivsignatur: DSHI 140 Balt 650.

Zu den kleinen Neuerwerbungen der letzten Zeit gehört unter anderem das

„Baltische Quartettspiel.
Mit historischen Notizen von
Dr. phil. K[arl] v. Löwis of Menar
und Zeichnungen von
S[iegfried] Bielenstein.
Der baltischen Jugend gewidmet von
Dr. Edgar v. Pickardt.
Komm.-Verlag Jonck & Poliewsky, Riga.
Druck von Hermann Ußleber, Riga“.

Die im Spiel enthaltenen 48 Karten (Format 10x6 cm) sind in 12 Abteilungen gegliedert und bieten Federzeichnungen (Format 4,7 x 4,7 cm) zu folgenden Themen: Städtebilder, Kirchen, Ruinen v. Kirchen u. Klöstern, Ruinen von Ordensburgen, Ruinen von Bischofsburgen,  Burgen, Kurländische Herzogsschlösser, Rathäuser, Innungshäuser, Hochschulen und Schulen, Burgen als Herrensitze, Bürgerhäuser.

Riga ist mit 8 Karten vertreten: Städtebilder, Kirchen: Dom- oder Marienkirche, Burgen: Burg Riga (Ordensschloß), Rathäuser, Innungshäuser: Große oder St. Marien-Gilde, Hochschulen und Schulen: Hochschule (= Polytechnikum, Lettische Staatsuniversität), Innungshäuser: Schwarzhäupterhaus, Bürgerhäuser: Reutern‘sches Haus (in der Marstall-Straße).

Für die Auswahl und die erläuternden Texte war der Archäologe und Historiker Karl v. Löwis of Menar (1855-1930) verantwortlich, der in der Zeit, da das Quartettspiel entstand, Inspektor des Dommuseums und Mitdirektor der Gesellschaft für Geschichte und Altertumskunde in Riga war. Er ist mit zahlreichen Arbeiten über archäologische Fragen, über die Kunst- und insbesondere die Architekturgeschichte sowie mit geographisch-kartographischen Arbeiten hervorgetreten.

Die Zeichnungen steuerte der aus Kurland stammende Porträt- und Landschaftsmaler Siegfried Bielenstein (1869-1949) bei, der um die Zeit des Quartettspiels als Zeichenlehrer in Riga wirkte. Er war der Sohn des bekannten August Bielenstein (1826-1907), der als Pastor in Kurland wirkte und der sich hier insbesondere mit der Sprache, Volkskunde und Altertumskunde der Letten beschäftigte, weshalb seiner noch heute in Lettlandlebhaft gedacht wird.

Dieses und andere „Baltische Quartette“ stellte Dieter Osteneck beim Treffen der Familienkartenspielsammler 2007 in Marburg vor.

[Vgl. www.e-s-g.eu/sammelgebiete/themen/familienkartenspiele/quartettbaltische/]

Dorothee M. Goeze und Peter Wörster