Riga – Kulturhauptstadt Europas 2014

„…nach Riga abzugehen…“ Ein Reisepass für den Weg von Regensburg nach Riga für Hermann v. Campenhausen, 1804

Pass für eine Reise von Regensburg nach Riga 1804 DSHI 110 Campenhausen 0312, 23 Abb. mit frdl. Genehmigung des Eigentümers
Pass für eine Reise von Regensburg nach Riga 1804 DSHI 110 Campenhausen 0312, 23 Abb. mit frdl. Genehmigung des Eigentümers

Allen Lesern dieses Dezember-Archivales wünschen wir ein frohes, gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute im neuen Jahr 2015, das vielleicht die Idee aufkommen lässt, einmal, wie Hermann v. Campenhausen, „nach Riga abzugehen“. Wir beenden hiermit die Reihe der Riga als Kulturhauptstadt Europas gewidmeten Archivalien des Monats.

Hermann von Campenhausen (1773-1836), zweiter Sohn des Senateurs Balthasar von Campenhausen (1745-1800) war laut Nachlassbeschreibung innerhalb des Verzeichnisses des Familienarchivs v. Campenhausen ein fleißiger Briefesammler. So sind zahlreiche Korrespondenzen in seinem Nachlass erhalten. Doch geben die Unterlagen innerhalb des Nachlasses ebenso Zeugnis von seiner militärischen wie auch zivilen Karriere (DSHI 110 Campenhausen 305-375).
Der hier vorliegende Reisepass ist 1804 von dem Staatsrat und residierenden Minister Philipp Klüpfel [auch Klüpffell] ausgestellt worden, der ab 1801 unter Zar Alexander I. in Regensburg beim immerwährenden Reichstag installiert war (vgl. Amburger, Behörden Russlands, 1966, S. 451).
Die Stationen der Reise sind aufgezeichnet und z.T. mit einem Stempel belegt. Es sind vom 14. April bis zum 26. April dokumentiert: Königsberg, Memel, der Grenzübertritt bei Polangen, die Ankunft in Kurland, dann Mitau und die Ankunft in Riga.

Text der Vorderseite

Auf Befehl seiner Kaiserlichen Majestaet
Alexander des Ersten, Kaisers und Selbstherrschers
aller Reußen
&c &c &c

Füge hiermit zu wißen, daß Vorzeiger dieses, der Herzoglich Sachsen-Gothaische Kammerherr Baron von Campenhausen, aus Liefland gebürtig, mit dem bey sich habenden Kammerdiener Johann Haase, von hier nach Riga abzugehen gedenket.
Es werden demnach alle und jede, denen es zukommt, nach Standes Gebühr u. Würden
geziemend ersucht, gedachten Kammerherrn von Campenhausen mit dessen Kaḿerdiener
überall frey und ungehindert paßiren zu laßen. Urkundlich mit meiner Namens
Unterschrift und Beydruckung meines Insiegels. Gegeben zu Regensburg, den 1/13 Januar 1804.

Seiner Rußisch Kaiserlichen Majestaet
Meines allergnaedigsten Monarchen
Staatsrath u. residirender Minister
bey der allgemeinen Reichsversaḿlung,
des St. Annen Ordens zwoter Klaße Ritter.
Knüpffell    LS

Dorothee M. Goeze und Peter Wörster