Ein „unbestechlicher und zuverlässiger Wissenschaftler“

DSHI 100 Zobel 060: Parchwitz (Kr. Liegnitz) Abb. mit frdl. Genehmigung des Eigentümers (Histor. Kommission für Schlesien)
DSHI 100 Zobel 060: Parchwitz (Kr. Liegnitz) Abb. mit frdl. Genehmigung des Eigentümers (Histor. Kommission für Schlesien)

 

Die Sammlung von Arthur Zobel zu schlesischen Flurnamen

Der Pädagoge und Flurnamenforscher Arthur Zobel (1890-1963) griff nach dem Krieg den Plan auf, seine 1945 verlorengegangene Sammlung von Orts- und Flurnamen Schlesiens im Auftrag der Historischen Kommission für Schlesien wieder aufzubauen. In wohl bewegender Art (vgl. hier und zum Zitat in der Überschrift die beiden untenstehenden Nachrufe) gewann er zahlreiche schlesische Landsleute zur Mitarbeit. Diese füllten Fragebögen aus, in die Ortsnamen schriftsprachlich und mundartlich sowie Angaben zur jeweiligen Bodenbeschaffenheit und auch zur Kategorie: "Volkskundliches; Sagen usw." eingetragen werden sollten. Diese Informationen, die in vielen Fällen mit Messtischblättern nachempfundenen handgezeichneten Karten versehen sind, wurden von Arthur Zobel verzettelt: einmal nach den Ortsnamen, dann auch nach den Flurnamen. Diese Kartei mit insgesamt ca. 25.000 Nachweisen ist von Zobel mit weiteren volkskundlichen Nachrichten angereichert worden. Die nach Kreisen in 50 Mappen geordnete weitere Materialsammlung umfasst die an Zobel zurückgesandten Fragebögen, die durch ihre oft persönlichen Angaben und Äußerungen und beigefügten weiteren Unterlagen (oft über die konkreten Fragen hinausgehend) ihren besonderen ortsgeschichtlichen Reiz haben. Die 5,5 lfd. Regalmeter umfassende Sammlung von Arthur Zobel ist Eigentum der Historischen Kommission für Schlesien und wird als Depositum in der Dokumentesammlung des Herder-Instituts verwahrt.

Die Namen der Korrespondenzpartner Zobels und der Einsender der Fragebögen zeigen, welch großen Kreis an Gewährsleuten und Ortskennern er für diese Sammlung noch hat erreichen können. Nicht selten sind dies einfache schlesische Bauern, deren Namen in diesem Bestand somit überliefert sind.

50 Jahre nach dem Tode Zobels (17. März 1963) wird hier eine Flurkarte seines Geburtsortes Parchwitz, Kreis Liegnitz, gezeigt.

Literatur:

Arthur Zobel: Flurnamensammlungen und Flurnamenarchive in West- und
Ostdeutschland, in: Jahrbuch für ostdeutsche Volkskunde 7, 1962/1963, S. 221-228.

Karl Schodrok: Dr. Arthur Zobel †, in: Schlesien, 8. Jg. 1963, S. 64.

Karl Schodrok: Dr. Arthur Zobel gestorben, in: Der Schlesier, 15. Jg. Nr. 14, 1963, S. 5.

 

 

Dorothee M. Goeze und Peter Wörster