Zeugnis intensiver Auseinandersetzung mit älterer Forschungsliteratur

Die hier abgebildete Seite stammt aus Wilhelm Neumanns grundlegendem Werk: Lexikon baltischer Künstler, Riga 1908. Sie ist dem Handexemplar des Architekten und Architekturhistorikers Paul Campe aus Lettland entnommen, dessen Nachlaß in der Dokumentesammlung des Herder-Instituts (DSHI) liegt. Dieses Handexemplar ist ein eindrucksvoller Beleg für die Auseinandersetzung und Weiterführung der Forschungen, hier zur Kunst- und Architekturgeschichte des Baltikums. Dabei sind auch "kleine" Ergänzungen und Korrekturen ein Beitrag für neue wissenschaftliche Erkenntnisse.

Wilhelm Neumann (1849-1919) war Architekt, Kunsthistoriker und Denkmalpfleger in verschiedenen führenden Positionen in Riga. Er gilt als der "Vater der Kunstgeschichte der baltischen Länder" (Baltimaade kunstiajaloo isa), wie es Jevgeni Kaljundi 1999 zum 150. Geburtstag Neumanns in der estnischen Zeitung "Sirp" treffend auf den Punkt gebracht hat.

Paul Campe (1885-1960) war Architekt und Kunsthistoriker, vor der Umsiedlung 1939/41 an der Fakultät für Architektur an der Universität Riga, danach im Bonner Denkmalamt tätig.
Nach dem Tode Campes kam sein Nachlaß in das Herder-Institut. Die Materialien wurden, soweit es sich um bildliche Quellen handelt, dem Bildarchiv zugeordnet, schriftliche Quellen und Manuskripte erhielt die Dokumentesammlung. Aus dem reichen Material an Forschungen zur Bau- und Architekturgeschichte Liv- und auch Kurlands stammt die oben wiedergegebene Abbildung . (Signatur: DSHI 100 Campe 18a, 3)

Dorothee M. Goeze und Peter Wörster