Hasenpother Stadtbuch - eine reichhaltige Quelle zur Ortsgeschichte in Kurland

Einbandprägung des Hasenpother Stadtbuchs (DSHI 130 Hasenpoth)
Abschrift der Gründungsurkunde in Niederdeutsch aus dem Hasenpother Stadtbuch (DSHI 130 Hasenpoth)

Bis zum Jahr 1566, das auf den hier gezeigten Einband geprägt ist, hatte die Stadt Hasenpoth/Aizpute (Kurland) schon eine jahrhundertelange wechselvolle Geschichte hinter sich. Auf die Gründung der Stadt weist die Abschrift der Urkunde von 1378 mit einer Wiedergabe des Rigischen Rechts in niederdeutscher Sprache hin, das durch Bischof Edmund von Kurland verliehen wurde (siehe Abbildung unten).

Der Sitz der kurländischen Bischöfe befand sich bis 1300 in Hasenpoth. Er lag auf dem Berg am rechten Ufer der Tebber/Tebra, einem Ort, wo die Existenz der berühmten Kurenburg Beyda/Beida vom 9. bis 12. Jahrhundert angenommen wird.
Im Jahr 1300 wurde der Sitz der kurländischen Bischöfe nach Pilten verlegt, das Domkapitel blieb aber in Hasenpoth.

Zeugnisse der weiteren Geschichte der Stadt (vgl. dazu Baltisches Historisches Ortslexikon Teil II: Lettland. Köln, Wien 1990, S. 209-211) geben die 1515 beginnenden Aufzeichnungen dieses Stadtbuchs wieder. Es werden Grundbesitzverhältnisse über den Zeitraum von 1515 bis 1668 verzeichnet. Ferner sind enthalten: die Bestätigung der Stadtrechte durch Herzog Wilhelm von Kurland aus dem Jahr 1615, eine Bürgerordnung wegen der Pest 1630, ein chronologisches Inhaltsverzeichnis sowie ein Verzeichnis der Hasenpothschen Bürger von 1839 bis 1910.

Dorothee M. Goeze und Peter Wörster