Bischofsurkunde aus Kurland: Pilten 1347

Die Archivalieneinheit, die wir Ihnen hier vorstellen wollen, ist die älteste Originalurkunde aus dem Baltikum, die sich in unseren Beständen befindet. Sie gehört zum Archiv der Kurländischen Ritterschaft (DSHI 190 Kurland IV, 18). Sie ist in lateinischer Sprache auf Pergament geschrieben, ca. 10 x 16 cm groß und zeigt das charakteristische Bischofssiegel in ovaler Form, das in eine Stoffumhüllung eingenäht ist.

Die Urkunde betrifft die Schenkung Bischof Johannes II. (von 1333-1353 im Amt) an "Hildebold in Hasenpoth". Es geht um vier Haken Landes am Flüßchen Ackmen. Ausgegeben wurde die Urkunde in Pilten am 28. Juli 1347.

Pilten war Sitz der Bischöfe von Kurland mit einem bis heute erhaltenen Schloß. Es liegt im nordwestlichen Teil Kurlands.

Aus unserer Internetedition Kurländische Güterurkunden, bearbeitet von Daphne Schadewaldt, können wir den Regest, den vollständigen Text sowie Erläuterungen mitteilen:

Bf. Johannes von Kurland belehnt Hildebold in Hasenpoth und seine Erben mit 4 Haken Landes bei Ackmen, wie die anderen Vasallen ihre Güter besitzen. Pilten, 1347 Juli 28

Ad certitudinem presencium et memoriam futurorum nos frater Iohannes Dei et apostolice sedis gracia episcopus Curoniensis constare volumus universis Hyldeboldo in Hazenpot quatuor uncos iuxta Acmen [Ackmen, 2,5 km ssw Zirau] sitos, tres ab una parte ryvuli ultra Durben et unum ab altera predicti rivuli parte, contulisse ac concessisse racione sue amicie et amoris sibi suisque veris heredibus in perpetuum possidendos, prout alii nostri vasalli sua bona possidere dinoscuntur. Datum in Pylthene anno Domini MCCCXL septimo in die Panthaleonis et Nazarii martirum gloriosorum. In rei evidenciam presentem literam sibi tradidimus nostro subpendenti sigillo roboratum.

Wir danken dem Vorsitzenden der Kurländischen Ritterschaft, Herrn Otto Baron v. Grotthuss, für die Abbildungserlaubnis.

Dorothee M. Goeze und Peter Wörster