Beschreibung ausgewählter Bestände des Bildarchivs

Unsere Bestände lassen sich aufgrund der Provenienz in vier Gruppen aufteilen: Sie stammen aus institutioneller Überlieferung (Archive, Denkmalpflege), von Fotografinnen und Fotografen sowie Firmen (Agenturen, Verlage), von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (Architektur, Geschichte, Kunstgeschichte, Stadtplanung) sowie aus anderen Privatsammlungen. Bei den Bildmaterialien handelt es sich um analoge Fotografien (Negative und Positive) und Dias, Postkarten, historische Graphik (Druckgraphik und Zeichnungen), Pläne und Bauzeichnungen, Alben verschiedenster Art sowie auch Digitalaufnahmen. Thematisch umfassen diese die Dokumentation städtischer und ländlicher Siedlungen sowie von (Kultur-)Landschaften, die Dokumentation profaner und sakraler Bauwerke mitsamt ihrem Inventar, die Dokumentation historischer und festlicher Ereignisse aber auch des Alltagslebens sowie Porträts von Persönlichkeiten.

Arczyński

Bild aus der Sammlung Arczyński

Region: Polen, insbes. Schlesien
Zeitraum: 1952–2000
Umfang: ca. 80.000 Negative und Dias (Kleinbild und Mittelformat), ca. 25.000 Positive
Genre/Thema: Topographische Dokumentation, Kulturlandschaft, Bau- und Kunstdenkmäler, Alltagsleben, Ereignisse

Der Bestand umfasst das gesamte dokumentarische Werk des aus einer polnischen Emigrantenfamilie im Ruhrgebiet stammenden, seit 1950 in Breslau lebenden Fotografen Stefan Arczyński (* Essen 1916). Neben seiner künstlerischen Tätigkeit und den Auftragsarbeiten für Medien und Verlage hat der in Polen vielfach ausgezeichnete Fotograf sein Hauptaugenmerk der umfassenden Dokumentation des starken Veränderungen unterworfenen Kulturerbes in Polen gewidmet, wobei in seinem Werk Schlesien im Zentrum steht, aber andere polnische Kulturlandschaften und Monumente ebenso vertreten sind wie politische und kulturelle Veranstaltungen. Der vor wenigen Jahren erworbene, sehr umfangreiche und heterogene Bestand stellt eine wichtige Erweiterung des Bildarchivs hinsichtlich zeithistorischer Themen dar. Der Bestand wird systematisch erschlossen, er ist im Studiensaal der Sammlungen einsehbar und teilweise im Bildkatalog recherchierbar.

Ballestrem

Bild aus der Sammlung Ballestrem

Region: Oberschlesien
Zeitraum: vor 1925
Umfang: 2 Fotoalben mit 205 Positiven und 3 kolorierten Kartenausschnitten
Genre/Thema: Bergwerke, Eisenhütten, Verwaltungsgebäude, Wohngebäude

Die beiden in Kooperation mit dem Archiv der Gräflichen Familie Ballestrem digitalisierten Fotoalben enthalten 205 Fotopositive, die ein charakteristisches Bild der Montanregion Oberschlesien am Anfang des 20. Jahrhunderts präsentieren. Aufgeteilt in eine topographische Ordnung von Inland (Deutsches Reich) und Ausland (Zweite Polnische Republik) wird der Gräflich von Ballestrem'scher Land- und Industriebesitz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Teilung Oberschlesiens vorgestellt. Hierbei überwiegen die Förder- und Produktionsanlagen, wobei z.T. sogar einzelne Arbeitsbereiche und Produktionsabläufe dokumentiert werden. Ergänzende Aufnahmen zeigen die hergestellten Produkte und die Arbeiter.

Beyerlein

Bild aus der Sammlung Beyerlein

Region: Deutsches Reich, Polen, Tschechoslowakei
Zeitraum: 1939-44
Umfang: 1.377 Einheiten: 1.133 Fotos (z.T. mit Feuchtigkeitsschäden), 244 Negative
Genre/Thema: Topographische Ansichten, Landschaftsaufnahmen, Ereignisse

"Der deutsche Postbeamte Hermann Beyerlein war in den Jahren 1939-1944 bei der „Deutschen Post Osten“ im besetzten Warschau beschäftigt und leitete seit 1941 das für die Besatzungsmacht kommunikationstechnisch bedeutende Fernmeldeamt. Seinen Arbeitsalltag und seine Eindrücke aus der besetzten polnischen Hauptstadt hielt er in rund 300 erhalten gebliebenen privaten Fotografien fest. Der Fokus der fotografischen Aufmerksamkeit lag auf dessen unmittelbaren dienstlichen Aufgabenbereich und Privatleben und war dabei klar von der Binnenperspektive der deutschen Apartheid-Gesellschaft in Warschau geprägt. Auch Beyerleins Blick auf die polnische Außenwelt wurde maßgeblich von diesem Ausgangspunkt bestimmt. Beyerleins Fotos zeichnen sich dadurch aus, dass sie weder die amtliche Perspektive der Besatzungsorgane und ihrer ideologisch bestimmten Propaganda noch den entgegen gesetzten Blickwinkel des polnischen Widerstands wiedergeben. Vielmehr eröffnen sie interessante Einblicke in den Alltag und in die Wahrnehmungsmuster eines höheren deutschen Zivilbeamten im deutsch besetzten Warschau." (Rudolf Jaworski- Verlagsmitteilung zur "biographischen Mikrostudie" Alltagsperspektiven im besetzten Warschau).
Der in zwei Fotoalben und mehreren Umschlägen überlieferte Bestand umfasst außer den Bildern aus der Besatzungszeit auch Privataufnahmen von Urlaubsreisen und Ausflügen des Ehepaars Beyerlein.

Boeckler

Bild aus der Sammlung Böckler

Region: Europa, Schwerpunkt Baltikum
Zeitraum: 16. Jh. bis 20. Jh.
Umfang: ca. 300 Grafiken, ca. 4.000 Positive und Dias (Baltikum)
Genre/Thema: historische Landkarten und topographische Motive, Künstlergrafik

Die Bildmaterialien aus dem Nachlass Erich Böcklers (Tallinn 1904 – Bad Homburg 1990) wurden dem Herder-Institut von der M.C.A. Böckler – Mare Balticum-Stiftung, Bad Homburg, übergeben. Besondere Bedeutung haben die historischen Grafiken zum Baltikum.

Der Sammlungsbestand ist vollständig im Bildarchiv zugänglich und im Bereich der Grafiken, Pläne und Landkarten zum großen Teil im Bildkatalog recherchierbar.

Brodt

Bild aus der Sammlung Brodt

Region: Schlesien (Riesengebirge), daneben auch Ostpreußen (Königsberg)
Zeitraum: überwiegend vor 1945 sowie Vertreibung, Ankunft im Westen 1945-48)
Umfang: ca. 1.300 Negative, Positive und Dias
Genre/Thema: Landschaft, Alltagskultur und -leben, Bau- und Kunstdenkmäler, Ereignisse (Flucht und Vertreibung)

Der aus Friedeberg am Queis in Schlesien stammende Hans Brodt hat eine umfangreiche Sammlung von Landschaftsaufnahmen insbesondere des Riesengebirges angefertigt, die sich den regionalen Attraktionen der Fremdenverkehrsregion (Bauden, Wintersport, Brauch und Tracht) widmet. Ein kleinerer Bestand dokumentiert einen Flüchtlingstreck am Ende des Zweiten Weltkrieges sowie die Ankunft eines Vertriebenentransports in Nordwestdeutschland und die anschließenden Arbeits- und Lebensbedingungen der Flüchtlinge. Während dieser Teilbestand vollständig im Bildkatalog recherchiert werden kann, liegen die Landschafts-, Architektur- und Genrebilder aus dem Riesengebirge bis jetzt nur in wenigen Beispielen dokumentiert und digitalisiert vor, können aber im Studiensaal der Wissenschaftlichen Sammlungen eingesehen werden.

Campe

Bild aus der Sammlung Campe

Region: Lettland (eh. Region Liv- und Kurland)
Zeitraum: zumeist 1930er-Jahre (Fotos)
Umfang: ca. 4.000 Positive, ca. 1.200 kleinformatige Zeichnungen und Skizzen, ca. 1.300 Postkarten, ca. 1.100 Zeitungsausschnitte und Illustrationen
Genre/Thema: Landkirchen, Stadtansichten, Profanbauten, Grünanlagen, Friedhöfe, Glockenstühle

Die Sammlung Campe im Bildarchiv ist Teil des Nachlasses des Architekturhistorikers Paul Campe (Gut Korwenhof 1885 – Bonn 1960) im Herder-Institut. Der schriftliche Nachlass befindet sich in der Dokumentesammlung (DSHI 100 Campe). Die Bestände im Bildarchiv bestehen aus der kunst- und baugeschichtlichen Materialiensammlung Campes zu Liv- und Kurland. Da es sich um Arbeitsmaterial handelt, sind die Bildträger häufig mit Anmerkungen versehen, hinzu kommen mit Abbildungen versehene Buchmanuskripte. Weiterhin gibt es schriftliche Aufzeichnungen und Bilder zu Werken von Baumeistern, Bildhauern, Maurern, Malern, Bildschnitzern und Zimmerleuten. Der Bestand ist bisher nur teilweise erschlossen und lediglich eingeschränkt nutzbar.

Clasen

Bild aus der Sammlung Clasen

Region: Polen, Russland (Königsberger Gebiet), Tschechien, aber auch Westeuropa
Zeitraum: vermutlich 1930/40er-Jahre
Umfang: ca. 2.000 Positive (bisher erschlossen), ca. 300 Platten- und Filmnegative
Genre/Thema: Mittelalterliche Skulpturen, Fresken, Profan- und Sakralbauten (Außen-, Innenaufnahmen, Ausstattung), Heimatmuseen (Bauernmöbel, Alltagsgegenstände)

Die Sammlung Clasen besteht aus den für Arbeitszwecke verwendeten Bildmaterialien des Kunsthistorikers Karlheinz Clasen (Remscheid 1893 – Mettmann 1979). Sie dienten zum Teil als Bildvorlagen für seine Publikationen. Schwerpunkt der Sammlung ist die mittelalterlichen Kunst des Deutschordensgebiets, aber auch anderer Regionen Polens und Tschechiens. In kleinerem Umfang werden Burgen und Bestände von Heimatmuseen dokumentiert. Die Positive sind vollständig erschlossen und im Studiensaal der Sammlungen recherchierbar.

Custodis

Bild aus der Sammlung Custodis

Region: Ungarn, Rumänien
Zeitraum: 1941-43
Umfang: 1.362 Bildmotive, davon 1.154 Kleinbildnegative, 21 Postkarten und 187 Positive
Genre/Thema: Stadtansichten, Landschaftsbilder, Personenaufnahmen, Ereignisse, Vermessungen und Versuchsbohrungen

Die Sammlung von 6 Fotoalben und 30 Kleinbildfilmen dokumentiert die Dienstreisen und Arbeitsaufenthalte des Geologen Dr. August Custodis (1910-1992) bei der Exploration von Erdöllagerstätten im südlichen Ungarn während des Zweiten Weltkriegs. Neben den beruflichen Bildern von gravimetrischen Messungen und Versuchsbohrungen finden sich überwiegend Aufnahmen von Städten, Dörfern, Landschaften, Gebäuden, Personen und alltäglichen Motiven, die das breite Interessenspektrum des Fotografen für Land, Leute, Geschichte, Architektur und Volkskunde wiederspiegeln. Der Bestand ist vollständig im Bildkatalog recherchierbar.

Dommuseum Riga

Bild aus der Sammlung Dommuseum Riga

Region: Riga
Zeitraum: vor 1936
Umfang: ca. 1.500 Positive, 489 Glasplatten und 30 Filmnegative
Genre/Thema: Dokumentation der Räume und Exponate des Dommuseums Riga

Die Sammlung zeigt die Räume und Exponate des Dommuseums in Riga, eines kulturhistorischen Museums zu Beginn des 20. Jh., dessen Sammlungsgebiet sich auf die gesamten ehemaligen russischen Ostseeprovinzen bezog. Gezeigt werden u.a. die archäologische sowie die kunstgewerbliche Abteilung, Handwerks- und Zunftgeschichte, die Graphische sowie die Waffensammlung, aber auch Karten, Urkunden, Münzen etc. Die Sammlung wurde in Kooperation mit dem Museum für Stadtgeschichte und Schifffahrt in Riga für eine Ausstellung mit Begleitpublikation zur 800-Jahrfeier der lettischen Metropole ausgewertet.
Die Bildmaterialien sind vollständig erschlossen und im Studiensaal der Sammlungen recherchierbar.

Drost

Bild aus der Sammlung Drost

Region: Danzig und Westpreußen (Oliva, Thorn), auch Ostpreußen
Zeitraum: vor 1945
Umfang: ca. 3.000 Positive
Genre/Thema: Architektur, insbes. Sakralbauten und Ausstattung (Wanddekoration, Prinzipalstücke, Altäre, Einzelbildwerke, liturgisches Gerät etc.), Kunstwerke (alle Gattungen), Stadtansichten, Repros von Bauzeichnungen und historischen Quellen

Der Bestand umfasst die gesammelten Bildmaterialien des Kunsthistorikers, Denkmalpflegers und Museumsleiters Willi Drost (Danzig 1892 – Bonn 1964) zu den wichtigsten Bau- und Kunstdenkmälern, insbesondere den Sakralbauten sowie den wichtigsten öffentlichen Profanbauten in Danzig und ihrer Ausstattung. Zusammen mit den in seinem Nachlass in der Dokumentesammlung des Herder-Instituts aufbewahrten so genannten Begehungsprotokollen der Danziger Kirchen (DSHI 100 Drost) bildeten die Fotos die Forschungsbasis für die von Drost nach dem Zweiten Weltkrieg publizierten Standardwerke zur Danziger Kunst, so vor allem zu den Kirchen (5 Bände ab 1957 in der vom Herder-Forschungsrat herausgegebenen Reihe "Kunstdenkmäler der Stadt Danzig". Der Bestand ist digitalisiert und vollständig im Bildkatalog recherchierbar.

Duncker

Bild aus der Sammlung Duncker

Region: Brandenburg, Ostpreußen, Pommern, Posen, Schlesien
Zeitraum: 1857–1884
Umfang: 330 Farblithografien mit Erläuterungstexten
Genre/Thema: Schlösser, Herrensitze, Rittergüter

Die Sammlung des Herder-Instituts enthält eine Auswahl von Grafiken aus dem Publikationsprojekt "Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen in der preußischen Monarchie nebst den Königlichen Familien-, Haus-Fideicommiss- und Schatull-Gütern in naturgetreuen, künstlerisch ausgeführten, farbigen Darstellungen.
Hrsg. Alexander Duncker, Hof-Buchhändler seiner Majestät des Königs. Berlin Verlag von Alexander Duncker, Königlichem Hofbuchhändler. 1857-1884. 16 Bde., 320 Lieferungen, 959 Farblithographien"

Effenberger

Bild aus der Sammlung Effenberger

Region: Polen, Ukraine, Deutsches Reich
Zeitraum: 1900–1940er Jahre
Umfang: 225 Postkarten
Genre/Thema: Topographische Ansichten

Die Sammlung Effenberger besteht aus 225 historischen Ansichtskarten, die in vier Zeitabschnitten (Wende 19./20. Jahrhundert, 1. Weltkrieg, Zwischenkriegszeit, 2. Weltkrieg) zumeist polnische Städte präsentieren, wobei der größte Anteil die Stadt Łódź (102 Einheiten) betrifft.

Der Bestand ist sowohl im Bildkatalog als auch im Studiensaal der Sammlungen recherchierbar.

Fischer

Bild aus der Sammlung Fischer

Region: Ostpreußen, Memelgebiet, Danzig, Böhmen, Bayerischer Wald, Böhmer Wald
Zeitraum: vor 1945
Umfang: 179 Kleinbildnegative, 235 Dias, davon 219 koloriert, 16 Fotoabzüge
Genre/Thema: Topographische Ansichten, Ereignisse, Personen- und Gruppenbilder

Aus dem Fotoarchiv des Hamburger Fotografen Erich Fischer wurden in den 50er Jahren in mehreren Zugängen ausgewählte Bildmaterialien übernommen. Hervorzuheben sind hierbei die Glasdias, die z.T. von den Meissner Porzellanmalerinnen Funke und Planck koloriert wurden.
Der Bestand ist im Bildarchiv einsehbar aber noch nicht vollständig digitalisiert und dokumentiert.

Flessing

Bild aus der Sammlung Flessing

Region: Ostpreußen, Polen, Ukraine
Zeitraum: 1941-44
Umfang: 41 Farbdias
Genre/Thema: Topographische Ansichten, Ereignisse

Die 41 Farbdias wurden vom Ingenieur Hans-Joachim Flessing (1906-1991) im 2. Weltkrieg während verschiedener Dienstreisen als Mitarbeiter des Reichsluftfahrtministeriums aufgenommen. Er benutzte hierbei die damals neuen und seltenen Farbdiafilme der Firma AGFA.
Der erhaltene Bestand ist vollständig im Bildkatalog recherchierbar.

Goettinger-Bildwerk

Bild aus der Sammlung Göttinger Bildwerk

Region: Polen, Tschechien, historische deutsche Ostgebiete
Zeitraum: überwiegend vor 1945
Umfang: ca. 15.000 Postkarten
Genre/Thema: Topographische Ansichten, Bau- und Kunstdenkmäler, Sehenswürdigkeiten, Landschaft

Das "Bildwerk" gründet auf einer Initiative Göttinger Professoren, die 1955 damit begannen, Materialien zu den ehemaligen deutschen Siedlungsgebieten östlich der Elbe und Oder zu sammeln. 1995 wurde der Bestand an das Herder-Institut überführt und findet sich heute im Bildarchiv und in der Dokumentesammlung. Die Sammlung wird derzeit digitalisiert und ist zum großen Teil bereits im Bildkatalog sowie komplett im Studiensaal der Sammlungen recherchierbar.

Hansa-Luftbild

Bild aus der Sammlung Hansa-Luftbild

Region: historische deutsche Ostgebiete: Schlesien, Ostpreußen, Danzig, Pommern, Brandenburg, Mecklenburg
Zeitraum: 1920/30er-Jahre
Umfang: 4.475 Glasplattennegative, wenige Filmnegative, Dias und Fotos
Genre/Thema: Stadt- und Ortsansichten, Gebäude, Landschaften

Die Sammlung von Schrägluftbildern enthält den am Ende der 1960er-Jahre veräußerten Teilbestand des Bildarchivs der Firma Hansa-Luftbild zu den historischen Ostgebieten des Deutschen Reichs. Die Luftbilder wurden ab den 20er-Jahren von den Luftbildfirmen Aerokartographisches Institut Breslau, Junkers-Luftbild und Hansa-Luftbild erstellt. Der Gesamtbestand konnte durch ein Digitalisierungsprojekt 2007 in den Bildkatalog integriert werden und ist dort recherchierbar.

Haselbach

Bild aus der Sammlung Haselbach

Region: Schlesien
Zeitraum: Ende 15. Jh. bis ca. 1940
Umfang: ca. 4.000 historische Graphiken (Repros bzw. Digitalisate)
Genre/Thema: Landschaft, Sehenswürdigkeiten, Städte und Bauwerke, Personen, Ereignisse

Der Bestand im Herder-Institut umfasst analoge und digitale Reproduktionen der Anfang der 1940er Jahre vom Namslauer Brauereibesitzer Albrecht Haselbach (1892–1979) begründeten Sammlung historischer Ansichtengraphik aus Schlesien. Sie besteht aus Blättern unterschiedlichster Technik und Thematik seit Beginn der Druckgraphik und stellt die umfassendste Dokumentation der historischen Kulturlandschaft Schlesien mit Schwerpunkt vor dem Zeitalter der Fotografie dar. Die Originale werden heute aufbewahrt im Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg (knapp 3.000 Blatt, Depositum des Landes Hessen) und im Schlesien Museum zu Görlitz (ca. 900 Blatt, Depositum der Tochter Haselbachs), wo sich auch die Sammlung historischer illustrierter Bücher befindet.

Der gesamte Bestand wurde 2005-2007 in einem deutsch-polnischen Kooperationsprojekt wissenschaftlich aufgearbeitet sowie in einer Ausstellung und einem Katalog präsentiert. Die Bilder sind sowohl in einer eigenen Datenbank als auch im Bildkatalog online recherchierbar.

Heinke

Bild aus der Sammlung Heinke

Region: Schlesien, insbes. Glatzer Bergland
Zeitraum: vor 1945
Umfang: ca. 830 Glasplattennegative und 88 Positive
Genre/Thema: Bau- und Kunstdenkmäler, vor allem Sakralbauten und ihre Ausstattung, religiöse Kultur bzw. Volkskunst

Der Bestand an Negativen ist Teil des Nachlasses des Pfarrers und Glatzer Diözesankonservators Artur Heinke (Breslau 1883 – Berlin 1959), der von der Mundartgruppe Glatz (Alfred Hübner) 1992 als Dauerleihgabe ins Herder-Institut gegeben wurde. Die 88 Abzüge stammen von Negativen, die als zweiter Bestandteil der ehemaligen, wohl an die 2.000 Einheiten umfassende Sammlung Heinkes im Museum Glatz erhalten sind; sie wurden von dort als Verweis ins Herder-Institut übergeben. Die besondere Bedeutung liegt in der dichten Dokumentation sakraler Kunst und Architektur, einschließlich liturgischem Gerät und Flurdenkmälern, sowie ländlicher Kultur in der charakteristischen Kulturlandschaft der ehem. Grafschaft Glatz.
Der Bestand ist vor Ort im Studiensaal der Sammlungen sowie mit wenigen Beispielen im Bildkatalog recherchierbar.

Hettwer

Bild aus der Sammlung Hettwer

Region: Schlesien, Breslau
Zeitraum: vor 1945
Umfang: 1.537 Einheiten, 1.462 Postkarten, 8 Karten, 18 Grafiken, 33 Textdokumente, 15 Drucke
Genre/Thema: Topographische Ansichten: Städte, Dörfer, Straßen, Plätze etc., Architektur, Ausstattung, Denkmäler, Ereignisse: Historienbilder, Genre

Der Bestand umfasst die umfangreiche Sammlung von Postkarten, Fotos, Grafiken und Karten des Arztes Dietrich Hettwer (ehem. Chirurg in Breslau), die vor allem in vier Postkartenalben sowie kleineren Konvoluten überliefert ist. Thematische Bezüge, Überschneidungen und Ergänzungen lassen sich vor allem zur Postkartensammlung des Göttinger Bildwerks feststellen. Die Sammlung ist mit wenigen Ausnahmen im Bildkatalog recherchierbar, aber vollständig im Studiensaal der Wissenschaftlichen Sammlungen einsehbar.

Heyer

Bild aus der Sammlung Heyer

Region: Schlesien
Zeitraum: 1950er Jahre
Umfang: 689 aquarellierte Zeichnungen nach Postkarten, Fotos und Grafiken
Genre/Thema: Topographische Ansichten, Architekturbilder

Das "Heimatarchiv" des Georg Hermann Heyer (1875-1969) enthält Aquarelle von bekannten schlesischen Orten und Bauwerken, die nach Motiven von Postkarten, Fotografien und Drucken entstanden sind. Sie vermitteln den Blick eines Vertriebenen auf seine verlorene Heimat und zeigen, wie diese "Verlustbewältigung" in Form von bildhafter Vergegenwärtigung durch den begabten Zeichner erfolgte. Die Zeichnungen sind vor Ort im Bildarchiv einsehbar und in wenigen Exemplaren im Bildkatalog recherchierbar.

Hintzer

Bild aus der Sammlung Hintzer

Region: Estland (insbes. Dorpat), Displaced-Persons-Lager in Deutschland
Zeitraum: ca. 1937–1959 (teilweise Repros älterer Aufnahmen)
Umfang: ca. 24.000 KB-Negative
Genre/Thema: Alltagsleben, Kultur, Ereignisse, Akteure, Okkupationszeit in Estland, estnische Flüchtlinge in Deutschland

Ein für die zeitgeschichtliche Forschung herausragender Bestand ist das Oeuvre des für die estnische Zeitung „Postimees“ tätigen Bildberichterstatters Karl Hintzer (Tartu 1895 – Lübeck 1967), insbesondere seine Aufnahmen aus der Zeit der sowjetischen und dann der deutschen Besatzung Estlands in den 1940er Jahren sowie von dem Leben der nach Deutschland geflohenen Esten in Lagern für "Displaced persons" nach dem Krieg bis Anfang der 1950er Jahre. Die in Kleinbildnegativen vorliegenden Aufnahmen sind komplett digitalisiert und über den Bildkatalog zugänglich. In Zusammenarbeit mit internationalen Fachkollegen wurden und werden die Bildquellen ausgewertet und publiziert.
Ein kleinerer ergänzender Bestand von Hintzer-Fotos befindet sich im Estnischen Filmarchiv in Reval/Tallinn.

Huebner

Bild aus der Sammlung Hübner

Region: Deutsches Reich, Polen , Tschechoslowakei (Mähren)
Zeitraum: 1938, 1939
Umfang: 1 Fotoalbum (86 Fotos, 4 Postkarten) und 6 Fotoalbumseiten mit 24 Fotos
Genre/Thema: Besetzung Tschechoslowakei und 2. Weltkrieg: Besetzung Polen

Der Zugang aus dem Jahr 2012 besteht aus 1 Fotoalbum mit Aufnahmen vom Beginn des 2. Weltkriegs, die zum großen Teil von dem Wehrmachtsoffizier Hans Friedrich Hübner (1916-1941), Angehöriger der 2. Batterie des Artillerieregiments 65 (mot.), als Teil der 29. Infanterie-Division (mot.) fotografiert wurden. Weitere 6 Seiten eines aufgelösten Fotoalbums dokumentieren die Besetzung der Tschechoslowakei im Jahr 1938. Zusätzliche Informationen (Lebenslauf, Wehrplan und Todesanzeige) liegen als Kopie bzw. als Typoskript (Augenzeugenbericht vom Tod des Hauptmanns Martin Wandel) vor.

Jagusch

Bild aus der Sammlung Jagusch

Region: Schlesien (Breslau)
Zeitraum: 1944
Umfang: 643 Farbdiapositive
Genre/Thema: Ausstattung, insbes. Sakralausstattung (Wand- und Deckengemälde, Fresken, Einzelbildwerke) in verschiedenen Breslauer Kirchen sowie der Universität (Aula Leopoldina, Musiksaal/Oratorium Marianum, Treppenhaus)

Die im Jahr 1962 von dem Fotografen Rudolf Jagusch angekauften 643 Farbdias entstanden im Rahmen einer Fotokampagne, die am Ende des 2. Weltkriegs (1943-1945) vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda im Staatsgebiet des Deutschen Reichs organisiert und durchgeführt wurde. Mit dieser umfangreichen Sicherungsmaßnahme (ca. 40.000 Aufnahmen bekannt), an der fast alle prominenten Fotografen Deutschlands beteiligt waren, sollten gefährdete Malereien und Raumausstattungen aus Profan- und Sakralbauten angesichts der zunehmenden Luftangriffe dokumentiert werden.

Auf den schlesischen Bestand hat der ehemalige Provinzialkonservator Günther Grundmann in seiner Publikation Barockfresken in Breslau hingewiesen und diesen an wichtigen Beispielen vorgestellt. Im Jahr 2005 konnte nach Abschluss eines Kooperationsprojekts die Gesamtdatenbank mit den Beständen des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München, des Bildarchivs Foto Marburg und des Herder-Instituts Marburg freigeschaltet werden. Der Bestand des Herder-Instituts, der vollständig digitalisiert und in Teilen im Bildkatalog recherchierbar ist, wurde seit den 1980er Jahren bereits mehrfach als Kopie für die Wiederherstellungs- und Rekonstruktionsarbeiten an der Universität Breslau zur Verfügung gestellt.

Keyser

Bild aus der Sammlung Keyser

Region: Danzig und Westpreußen
Zeitraum: vor 1945
Umfang: ca. 2.000 Positive
Genre/Thema: Bau- und Kunstdenkmäler, Denkmalpflege

Die Bildsammlung des Historikers Erich Keyser enthält Aufnahmen aus dem Provinzalkonservatorenamt Danzig-Westpreußen, die sich zum großen Teil auf die Stadt Danzig konzentrieren. Hier finden sich Straßenansichten und die Bilddokumentation von historischen Bauwerken, zum Teil auch mit dem Vergleich vor und nach deren "Wiederherstellung" in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Im Vergleich mit den älteren Aufnahmen aus der Sammlung Rollenhagen sowie den aktuellen Fotografien lassen sich die unterschiedlichen Phasen der historischen Altstadtbebauung Danzigs rekonstruieren. Die Bildmotive ergänzen die umfangreiche Bilddokumentation der Sammlung Drost zu den Sakral- und Rathausbauten der Stadt.
Der Bestand ist digitalisiert und im Bildkatalog recherchierbar.

Kirk

Bild aus der Sammlung Kirk

Region: Schlesien
Zeitraum: 2000–2007
Umfang: ca. 1.900 Digitalisate von Kleinbilddias und Negativen
Genre/Thema: Luftaufnahmen von Städten, Ortschaften, Bauten und Ensembles, Kulturlandschaft

Die von dem Privatmann Bernhard Kirk in den Jahren 2000-2010 durchgeführten Erinnerungs- und Wiederentdeckungsflüge zeigen die veränderte Kulturlandschaft Niederschlesiens nach der Wende in Polen. Aufgrund der Interessengebiete des Fotografen (z.B. historische Altstadtkerne, ländliche Siedlungen und Denkmalensembles) lassen sich die Schrägluftbilder in idealer Weise mit den historischen Luftaufnahmen aus der Sammlung Hansa-Luftbild vergleichen.
Der Bestand ist vollständig im Bildkatalog recherchierbar.

KPM-Mitau

Bild aus der Sammlung Kurländisches Provinzialmuseum Mitau

Region: ehem. Region Kurland, Schwerpunkt Mitau/Jelgava
Zeitraum: hauptsächlich 1930er-Jahre
Umfang/Material: 1.883 Motive (Positive, Glasplatten-, Film-, Kleinbildnegative und Diapositive)
Genre/Thema: 1. Räume und Exponate des Kurländischen Provinzialmuseums, inkl. seiner Porträtsammlung, 2. Trinitiatiskirche Mitau (1938), 3. Bauwerke, Stadt- und Straßenansichten verschiedener kurländischer Städte, u.a. Mitau

Die Fotosammlung des Kurländischen Provinzialmuseums in Mitau (KPM) ist von herausragender Bedeutung, da selbst in Lettland kaum vergleichbare Bildmaterialien zu der im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstörten lettischen Stadt vorhanden sind. Der Bestand des KPMs umfasste wie der des Dommuseums Riga alle Bereiche eines kulturhistorischen Museums. In der Dokumentesammlung (DSHI) befindet sich die zugehörige archivalische Überlieferung im Bestand "DSHI 570 Kurländische Gesellschaft für Literatur und Kunst Mitau", der u.a. die handschriftlichen Findbücher zu den Sammlungen des Provinzialmuseums (5 Bände, DSHI Rep. Riga 39-43) enthält.

Die Sammlung ist vollständig digitalisiert und im Bildkatalog recherchierbar.

Marx

Bild aus der Sammlung Marx

Region: Schlesien, Glatzer Bergland
Zeitraum: ca. 1910–1945
Umfang: ca. 1.320 Glasplattennegative (Repros von Postkarten)
Genre/Thema: Landschaft und Kultur, Bau- und Kunstdenkmäler, Ereignisse

Aus dem Nachlass des Fotografen Georg Marx (Glatz 1887 – Mainz 1971) stammen die Repronegative im Format 10x15 cm, mit denen er nach dem Zweiten Weltkrieg sein 1946/47 in Glatz zurückgebliebenes Archiv (mit rund 3.000 Aufnahmen) zu rekonstruieren versuchte. Die Aufnahmen basieren auf Postkarten, die er zwischen 1910 und 1945 in seinem Glatzer Atelier (Photo Marx Glatz) produziert hatte, und von denen er Exemplare überwiegend aus dem Kreis von Heimatvertriebenen zur Verfügung gestellt bekam.
Die Glasplatten sind mit Hilfe einer Findliste mit Ortsangabe und Motivbeschreibung erschlossen und im Studiensaal der Sammlungen einsehbar.

Masnovskis

Bild aus der Sammlung Masnovskis

Region: Lettland (ehemalige Regionen Liv- und Kurland)
Zeitraum: 2006-2014
Umfang: ca. 3.500 Digitalbilder
Genre/Thema: Gutshäuser, Gutshöfe mit Herrenhäusern, Wirtschaftsgebäude

Die Sammlung Mašnovskis besteht aus einer Fotodokumentation von ca. 3500 Digitalaufnahmen, die der lettische Denkmalpfleger Vitolds Mašnovskis (*1942) in Zusammenhang mit seinen langjährigen Untersuchungen zu den ehemaligen Gutshöfen in Lettland angefertigt und erstellt hat. Ein charakteristisches Bildgestaltungselement ist hierbei die häufige Verwendung der Übereckperspektive, mit der das Bauwerk bzw. der Gebäudekomplex in seiner Tiefendimension und räumlichen Erstreckung präsentiert wird. Eine Publikation der Forschungsergebnisse ist in Vorbereitung, die an weitere landeskundliche Themen des Autors wie z.B. die Begräbnisstätten der lettischen Gutsbesitzer vom 15.-20.Jh. und die von 2005-2007 in 4 Bänden erschienene Enzyklopädie der lutherischen Kirchen Lettlands anschliesst. Die Aufnahmen dokumentieren den aktuellen Bestand, Zustand und Funktionswandel der ehemaligen Gutshöfe und -häuser, für die in vielen Fällen historische Bildquellen aus der Sammlung Wolff zum Vergleich herangezogen werden können.

Die Sammlung ist vollständig im Studiensaal der Wissenschaftlichen Sammlungen zugänglich und in Beispielen in der Datenbank recherchierbar.

NBA

Bild aus der Sammlung NBA

Region: Schlesien, ehem. Provinz Niederschlesien
Zeitraum: vor 1945, einzelne Zeichnungen und Graphiken: 18.–19. Jh.
Umfang: 22.383 Einheiten (16840 Positive, 51 Grafiken, 4230 Techn. Zeichnungen, 41 Zeichnungen, 110 Karten/Pläne, 400 Postkarten, 711 Illustrationen)
Genre/Thema: Bau- und Kunstdenkmäler, Denkmalpflege

Beim Niederschlesischen Bildarchiv (NBA) handelt es sich um das Foto- und Planarchiv des ehem. Preußischen Provinzialkonservators von Niederschlesien in Breslau. Von der 1944/45 an verschiedene Orte verlagerten Sammlung befinden sich seit 1961 im Herder-Institut rund 17.000 historische Originalfotografien, montiert auf Pappen mit entsprechender Beschriftung (Ort und Objekt, gelegentlich auch Angaben zum Künstler sowie häufig zum Fotografen und Jahr der Aufnahme). Hinzu kommen 4230 Blätter Bauzeichnungen (darunter auch Lichtpausen) sowie 110 Karten und Pläne und 51 Grafiken (z.T. Original).
Zu den Fotografien liegen in Marburg nur in Ausnahmen originale Negative vor (es bestehen Überschneidungen mit anderen Beständen wie v.a. der Sammlung Poklekowski); dagegen sind ca. 7.600 Negative (Glasplatten- und Kleinbildfilmnegative) im Kunstinstitut der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau erhalten, zudem über 5.000 Positive sowie rund 400 Pläne. Weitere Exemplare von historischen Positiven konnten in verschiedenen polnischen Archiven nachgewiesen werden (z.B. 1.165 Fotos im Staatsarchiv in Breslau).

In Kooperation mit dem Warschauer Kunstinstitut werden seit 2007 sämtliche verfügbaren Bildmaterialien des NBA digitalisiert, in einer Datenbank dokumentiert sowie untereinander abgeglichen. Auf diese Weise wird das ehem. NBA in einem virtuellen Bildarchiv wieder rekonstruiert und online recherchierbar gemacht, so dass eine außerordentliche umfangreiche Dokumentation zu Denkmälern der Architektur und der bildenden Kunst in (Nieder-)Schlesien sowie allgemein zur Kulturlandschaft Schlesien aus der Zeit vor 1945 für die Forschung zur Verfügung steht (siehe Projektbeschreibung). Ein Großteil des Bestandes ist im Bildkatalog recherchierbar.

Orth

Bild aus der Sammlung Orth

Region: Polen (insbes. Warschau, Posen, Breslau, Danzig)
Zeitraum: 1956–1980er Jahre
Umfang: ca. 4.500 (überwiegend) Farbdias im Mittelformat
Genre/Thema: Städte, Bauwerke, Wohnsiedlungen, Straßen- und Alltagsszenen, Technik und Industrie (Messen), Mode, Kunst und Kultur, Sport, Ereignisse

Die Dias des westdeutschen Journalisten und Polenberichterstatters Hans-Joachim Orth (1922-2012) entstanden im Rahmen seiner ab 1956/57 regelmäßig durchgeführten Reisen in die sozialistische Volksrepublik Polen. Sie zeigen neben vielen Alltagssituationen ("Life-Style") insbesondere die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung des Landes in seinen größeren urbanen Zentren (Warschau, Posen, Breslau, Danzig etc.). Anlässe für die Reportagen waren die Messen und Industrieausstellungen (z.B. Targi Poznańskie), die in eine Vielzahl von Beiträgen in westdeutschen Medien mündeten (siehe Bestand DSHI 100 Orth 1-70). Porträtiert wurde Leben und Kultur des sozialistischen Alltags aus einer persönlichen, westeuropäischen Sicht, zudem mittels in Polen rarem professionellem Farbdiamaterial im Mittelformat. Der digitalisierte Bestand ist im Studiensaal der Sammlungen recherchierbar.

Poklekowski

Bild aus der Sammlung Poklekowski

Region: Schlesien, daneben Brandenburg, Sachsen und Tschechien sowie in kleinerem Umfang andere Länder und Regionen weltweit
Zeitraum: zwischen 1925 und 1948
Umfang: ca. 4.200 Positive und 6.900 Glasplatten
Genre/Thema: Bau- und Kunstdenkmäler, Alltagskultur, Volkskunst

Die Aufnahmen des Fotografen Paul Poklekowski (1890–1985) enstanden zwischen 1925 und 1948. Die Positive im Herder-Institut beziehen sich vor allem auf die Region Niederschlesien. Die 6.900 Negative des Poklekowski-Nachlasses sind Eigentum des Bistumsarchivs Görlitz und werden zurzeit in einem gemeinsamen Projekt digitalisiert.
Der Marburger Bestand ist im Studiensaal der Sammlungen vollständig sowie in Teilen im Bildkatalog recherchierbar.

Literatur: Steinsträßer, Inge: Paul Poklekowski - Lehrer und Meisterfotograf aus Schlesien. In: Archiv für schlesische Kirchengeschichte 71 (2013), S. 211-231

Purvinas

Bild aus der Sammlung Purvinas

Region: Kaliningrader Gebiet, ehem. nördliches Ostpreußen
Zeitraum: 1993–2001
Umfang: ca. 390 s/w-Positive (von Kleinbildnegativen)
Genre/Thema: Ortschaften, Architektur und Denkmale aller Art, insbes. ländliche Bauten, Kirchenruinen, Friedhöfe

Das litauische Architekten- und Denkmalpflegerehepaar Dr. Martynas Purvinas und Marija Purvinienė (Kaunas) hat für seine Studien zum Memelgebiet bzw. zum sogen. Kleinlitauen im Hinblick auf die von ihnen mitherausgegebene „Kleinlitauische Enzyklopädie“ auch das ehem. nördliche Ostpreußen, das heute zu Russland gehörende Kaliningrader Gebiet, bereist und fotografisch dokumentiert.
Der Bestand ist in Findlisten mit Ortsverzeichnissen erfasst und z.T. im Bildkatalog nachgewiesen.

Puste

Bild aus der Sammlung PuSte

Region: Polen, Lettland, Estland
Zeitraum: vor 1945
Umfang: ca. 300 Positive, davon 221 im Liven-Album
Genre/Thema: Topographische Ansichten, Landschaften, Personen und Gruppenbilder, Architektur

Der Begriff "PuSte" bezeichnet die "Publikationsstelle Berlin-Dahlem", die auf Initiative des Historikers und Archivars Albert Brackmann im Jahr 1931 gegründet wurde. Die neue Forschungsinstitution, die bis 1938 im Preußischen Geheimen Staatsarchivs untergebracht war, hatte die Aufgabe, die deutsche Ostforschung mit dem Aufbau von Literatur-, Karten- und Bildsammlungen zu unterstützen. Im Jahr 1945 erfolgte die Auslagerung und teilweise Beschlagnahmung der Bestände (Akten, Sammlungen), die sich heute vor allem im Bundesarchiv Berlin (Bestand NS 30) und dem Herder-Institut (Forschungsbibliothek, Kartensammlung, Bildarchiv) befinden.

Die Sammlung ist vollständig im Nutzersaal der Wissenschaftlichen Sammlungen einsehbar sowie teilweise (Liven-Album) digitalisiert und dokumentiert im Bildkatalog recherchierbar .

Reklaitis

Bild aus der Sammlung Reklaitis

Region: Litauen
Zeitraum: 1800-1950
Umfang: 2800 Einzelstücke (Fotos, Grafik, Negative, Postkarten)
Genre/Thema: Topographische Ansichten, Porträts, Ereignisse

Die umfangreichen Sammlungsbestände des litauischen Kunsthistorikers Povilas Reklaitis (1922-1999) finden sich in den unterschiedlichen Sammlungsbereichen des Herder-Instituts (Bibliothek, Bildarchiv, Dokumentesammlung, Kartensammlung). Die ca. 2800 Abbildungen zur Kunst- und Landesgeschichte Litauens, die im Bildarchiv des Herder-Instituts Marburg bereit gehalten werden, sind das Ergebnis einer 40jährigen akribischen Sammlertätigkeit, mit der der Kunsthistoriker und Bibliothekar aus der Exilperspektive sein Heimatbild aus zahlreichen Fragmenten sorgfältig rekonstruiert hat.

Der Bestand ist im Studiensaal des Bildarchivs einsehbar.

Rollenhagen

Bild aus der Sammlung Rollenhagen

Region: Stadt Danzig
Zeitraum: ca. 1850 bis ca. 1915
Umfang: 92 Positive; 76 Bauzeichnungen
Genre/Thema: Entwicklung des Danziger Bürgerhauses von der Gotik bis ins 19. Jh.

Die aus Bauaufnahmen, Reproduktionen alter Pläne und Graphiken sowie aus Fotos, z.T. aus der 2. Hälfte des 19. Jh. bestehenden Bildquellen zum Danziger Bürgerhaus sind Teil der Dissertation des Danziger Dipl.-Architekten Otto Rollenhagen (Okollo 1886 – Oker 1951). Das zum Großteil unikale Material stellt einen wichtigen Beitrag zur Erforschung des Danziger Bürgerhauses dar. Ergänzt durch den in der Dokumentesammlung des Herder-Instituts aufbewahrten Textband wurde die bislang unveröffentlichte Arbeit 2008 in einer deutsch/polnischen Ausgabe ediert.
Der Bestand ist vollständig im Bildkatalog recherchierbar.

Schumacher

Bild aus der Sammlung Schumacher

Region: Ostpreußen, Litauen, Lettland, Estland
Zeitraum: 1920–1930er Jahre
Umfang: ca. 600 Dias (davon ca. 350 Farbdias), ca. 550 Negative
Genre/Thema: Landschaftsporträts, Alltagskultur, Museumsexponate

Haro Schumachers (1905–1981?) Fotografien entstanden während seiner Zeit in Nidden/Nida auf der Kurischen Nehrung und dokumentieren auf ästhetische Weise die dortige Landschaft mit der mit ihr verbundenen Bevölkerung.
Der Bestand ist im Studiensaal der Sammlungen recherchierbar.

Senkrechtluftaufnahmen

Bild aus der Sammlung Senkrechtluftaufnahmen

Region: Ostmitteleuropa, historisch deutsche Ostgebiete
Zeitraum: 1942–1945
Umfang: ca. 6.300 Positive
Genre/Thema: Luftansichten von Landschaften, Städten und Orten, militärische Stellungen

Die Bildserien der Senkrechtluftaufnahmen entstanden bei Aufklärungsflügen der deutschen Luftwaffe über weiten Regionen Brandenburgs, Pommerns, Ostpreußens und Schlesiens sowie in den Wojewodschaften Posen, Pommerellen und Bialystok am Ende des Zweiten Weltkriegs. Diese Unikate bilden im heute vereinten Europa eine wertvolle Quelle vor allem für kulturhistorische Forschungen über Polen und das Kaliningrader Gebiet. Darüber hinaus werden sie insbesondere für stadt- und siedlungsgeschichtliche Fragestellungen sowie für kommunale Aufgaben der Stadt-, Raum- und Umweltplanung herangezogen.

Der Bestand ist über den Bildkatalog recherchierbar.

Simonsen

Bild aus der Sammlung Simonsen

Region: vor allem Vor- und Hinterpommern, sowie wenige Orte Ost- u. Westpreußen, Holstein und Mecklenburg
Zeitraum: 1910/20er Jahre, Retuschen z.T. später
Umfang: ca. 6.400 Negative, ca. 11.200 Positive
Genre/Thema: Badekultur, topographische Ansichten der Ostseebäder

Die Sammlung umfasst Teile des ehemaligen Firmenarchivs der 1899 gegründeten und in Oldenburg ansässigen "Graphischen Kunstanstalt Julius Simonsen", die auf die Herstellung von Ansichtspostkarten und Kunstblättern spezialisiert war. Die Positive dienten als Bildvorlagen für die Postkartenproduktion und sind deshalb häufig mit Retuschen (zum Teil aus den 1930/40er Jahren) versehen.
Der Bestand ist aus konservatorischen Gründen zurzeit nur sehr eingeschränkt im Studiensaal der Sammlungen einsehbar sowie mit einigen Beispielen im Bildkatalog recherchierbar.

Stewner

Bild aus der Sammlung Stewner

Region: Polen, Posen, Niedersachsen
Zeitraum: überwiegend vor 1945
Umfang: 773 Negative, 150 z.T. bearbeitete Internegative, 320 Positive sowie weitere Postkarten und Illustrationen (insgesamt ca. 2000 Bildmaterialien)
Genre/Thema: Landschaft, Architektur, Porträts, Personen

Der Fotograf Ernst Stewner (1907-1996) gehört zu den herausragenden Vertretern der Fotografie in Posen und Großpolen zwischen 1932 und 1945, dessen fotografisches Werk sich kriegsbedingt nur bruchstückhaft überliefert hat. Einen wichtigen thematischen Schwerpunkt bilden hierbei die qualitativ hochwertigen Landschaftsaufnahmen, die, akribisch vorbereitet, von der Leidenschaft des Wolhyniendeutschen für seine Heimat Polen zeugen. Der Autodidakt kultivierte hierbei stimmungsvolle und wirkungsmächtige Bildkompositionen von Land und Leuten, die sowohl von Polen als auch von Deutschen gleichermaßen geschätzt wurden. Diese ästhetische Bildsprache steht im bewussten Gegensatz zur Alltagsrealität am Ende der Zwischenkriegszeit und insbesondere im 2. Weltkrieg, wo sich Stewner als erfolgreicher Foto-Unternehmer im Posen der Okkupationszeit betätigte.

Um diesen heute weitgehend unbekannten Fotografen wieder neu zu entdecken und der Öffentlichkeit vorzustellen, wurde seit dem Jahr 2013 eine gemeinsame Ausstellung vom Centrum Kultury "Zamek" ("Kaiserschloss") in Posen/Poznań und dem Herder-Institut Marburg konzipiert und vorbereitet, deren Eröffnung am 7.11.2014 im Centrum Kultury "Zamek" im Beisein der polnischen Ministerin für Kultur und nationales Erbe Frau Prof. Małgorzata Omilanowska stattfand.

Sowohl Ausstellung als auch der zweisprachige Katalog (deutsch-polnisch), die erstmals Stewners-Wirken umfassend aus der Sicht verschiedener Disziplinen beleuchten, verstehen sich als Diskussionsimpuls für die weitere Auseinandersetzung und Beschäftigung zum Thema Fotografie in der Zwischenkriegs- und Kriegszeit.

Sutton

Bild aus der Sammlung Sutton

Region: Schlesien, Böhmen, Riesengebirge
Zeitraum: 1900-1935
Umfang: ca. 2100 Postkarten
Genre/Thema: Topographische Ansichten, Landschaften

Die Sammlung Sutton enthält ca. 2100 Postkarten vor allem mit Orts- und Landschaftsansichten aus dem Riesengebirge.
Der Bestand ist zum Teil im Bildkatalog recherchierbar und vollständig im Bereich des Nutzersaals einsehbar.

Treichel

Bild aus der Sammlung Treichel

Region: Kaschubei, Gut Hochpaleschken im Kreis Berent
Zeitraum: vor 1901
Umfang: ca. 200 Glasplattennegative
Genre/Thema: Ländliche Lebens- und Arbeitswelt, Porträtaufnahmen

Der Gutsherr Alexander Treichel (1837–1901) dokumentierte um die Jahrhundertwende das Leben auf seinem Gut Hochpaleschken und weitere benachbarte Gutsanlagen wie z.B. Altbukowitz, Altkischau und Schloss Kischau. Die Sammlung war Grundlage der Ausstellung "Polen, Deutsche und Kaschuben" sowie der gleichnamigen Publikation. Sie ist vollständig digitalisiert und im Bildkatalog recherchierbar.

Voßbeck

Bild aus der Sammlung Voßbeck

Region: Oberschlesien
Zeitraum: Jan. 2009 - März 2010
Umfang: ca. 400 Negative
Genre/Thema: Industriearchitektur, insbes. Bergwerke/Gruben, Kokereien, Kraftwerke, Hütten, Bahnanlagen, Chemiewerke, Kanäle und Schleusen

Der Bestand ist das Ergebnis einer Fotokampagne, die der Fotograf Thomas Voßbeck in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturforum Potsdam, der Initiative Europareportage, dem Schlesischen Museum Kattowitz und dem Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit in Gleiwitz zwischen Januar 2009 und März 2010 im oberschlesischen Industriegebiet durchgeführt hat. Ziel des Kooperationsprojekts war die Dokumentation der noch erhaltenen Industrie- und Infrastrukturbauten aus der Zeit vor 1945, die aufgrund des wirtschaftlichen Strukturwandels in dieser Region bedroht sind. Ausstellung und Katalog "Struktur und Architektur - Das postindustrielle Kulturerbe Oberschlesiens" verstehen sich deshalb als ein Beitrag zur Bewahrung des kulturellen Erbes sowohl der Deutschen als auch der Polen. Der Bestand ist digitalisiert und teilweise im Bildkatalog recherchierbar.

Wiemers

Bild aus der Sammlung Wiemers

Region: Polen (v.a. Ostpreußen, Westpreußen, Pommern, Schlesien), Tschechien und Slowakei, Deutschland (Brandenburg, Mecklenburg, Sachsen)
Zeitraum: vor 1935 (Groß- und Mittelformatnegative), 1936-1941 (Kleinbildnegative)
Umfang: ca. 960 Groß- und Mittelformatnegative, ca. 880 Kleinbildnegative, 75 Positive
Genre/Thema: topographische Motive, Alltagsleben

Die Sammlung gehörte dem Volkswirt und Wirtschaftshistoriker Franz Andreas Wiemers (Münster 1887 – Münster 1964). Der spätere Münsteraner Stadtarchivar setzte sich in der Zwischenkriegszeit für die so genannte "Ostsiedlung" ein. Möglicherweise entstanden Teile der Sammlung in Zusammenhang mit diesem Engagement. Der Bestand ist im Studiensaal der Sammlungen recherchierbar.

Wolff

Bild aus der Sammlung Wolff

Region: Lettland, Estland
Zeitraum: Ende 19. Jh. bis 1935
Umfang: ca. 4.400 Glasplatten- und Filmnegative, z.T. Reproduktionen historischer Graphiken und Fotos, ca. 200 Dias
Genre/Thema: v.a. Herrenhäuser mit den dazugehörigen Wirtschaftsgebäuden, aber auch Stadtansichten, Sakralgebäude und (Kultur-)Landschaft

Initiiert durch den Estländischen gemeinnützigen Verein und den damaligen Leiter des Kunsthistorischen Instituts der Universität Dorpat, Prof. Kjellin, begann Baron Friedrich von Wolff-Lettien (1883–1943) 1920/21 parallel zu seiner Tätigkeit als Viehinspektor baltische Baudenkmäler zu dokumentieren. Mithilfe von Ausstellungen wurde das „Baltische Baudenkmäler-Archiv“ (BBDA) sowohl durch aktuelle als auch ältere Fotodokumentationen ergänzt. 1924 gliederte man das Archiv an die Gesellschaft für Geschichte und Altertumskunde zu Riga an, die ihren Sitz im Dommuseum zu Riga hatte. Das BBDA diente u.a. als Bildarchiv für das dreibändige Grundlagenwerk "Das baltische Herrenhaus" von Heinz Pirang (Riga 1926–30). Ein Großteil der ursprünglichen Sammlung muss als verloren gelten.

Die Sammlung ist bis auf wenige Ausnahmen online im Bildkatalog recherchierbar.