Sondersammlungen der Bibliothek

In unseren Beständen finden sich zahlreiche Sondersammlungen, u.a.

Musiksammlung

Die Musikwissenschaftler Elmar Arro und Fritz Feldmann bauten den rund 15.000 bibliografische Einheiten umfassenden Bestand der Musiksammlung in der ehemaligen Forschungsstelle für Musikgeschichte des J. G. Herder-Forschungsrats auf, die sich zunächst in Kiel, dann in Hamburg befand. Nach der Pensionierung Fritz Feldmanns im Jahr 1973 erhielten wir diese Sammlung, stellten sie gesondert auf und haben sie anfangs mit Projektmitteln der DFG, später mit eigenen Mitteln elektronisch katalogisiert und inhaltlich erschlossen. Sie geht in ihrer regionalen Ausrichtung über das engere Sammelgebiet Ostmitteleuropa hinaus und umfasst musiktheoretische Werke und Noten aus allen Regionen Osteuropas. Ein nicht unerheblicher Teil bezieht sich auf die historischen deutschen Ostgebiete, unter denen Schlesien eine dominierende Stellung einnimmt. Bei den slawischen Notenmaterialien sind insbesondere die Gesamtausgaben von Chopin, Dvorák, Cajkovskij, Rimskij-Korsakov, Prokof'ev und Medtner sowie zahlreiche (handschriftliche) Partituren erwähnenswert. Viele weitere Komponisten sind mit einer größeren Zahl von Kompositionen vertreten. In der musiktheoretischen Sammlung mit ca. 7.000 Titeln finden sich viele in deutschen Bibliotheken selten oder gar nicht anzutreffende Abhandlungen.

Zu den umfangreicheren (Teil)Nachlässen vorwiegend aus der Zeit des 19. bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts von Komponistinnen und Komponisten, die Notenmanuskripte, Manuskriptkopien, Werkverzeichnisse, Briefe, Druckfahnen, Fotos u.ä. enthalten, zählen u.a. Ballke, Jürgen (1 Mappe); Bammer, Johannes (9 Mappen); Besch, Otto (1 Mappe); Bialas, Günther (1 Mappe); Blaschke, Julius & Blaschke, Paul (6 Mappen); Bohn, Emil Gottfried Carl Ignaz (2 Mappen); Bojanovsky, Rudolf (5 Mappen); Buchal, Hermann (7 Mappen); Burghardt, Hans;Georg (3 Mappen); Drischner, Max (1 Mappe); Durra, Hermann (7 Mappen); Ecklebe, Alexander (1 Mappe); Enders, Anton (4 Mappen); Enge, Friedrich (2 Mappen); Engel, Rudolf (1 Mappe); Erdmann, Eduard (1 Mappe); Feix, Otto (1 Mappe); Finke, Fidelio F. (1 Mappe); Glassl, Nikolaus R. (1 Mappe); Gottschick, Friedemann (1 Mappe); Hahn, Bernard (1 Mappe); Halaczinsky, Rudolf (1 Mappe); Hoesslin, Franz von (1 Mappe); Kannenberg, Elfriede (3 Mappen); Kieslich, Leo (1 Mappe); Kirschfeld, Alfred (1 Mappe); Kirscht, Godehard (1 Mappe); Kleist, Friedrich (1 Mappe); Kluß, Georg (1 Mappen); Koenenkamp, Reinhold (5 Mappen); Koringer, Franz (1 Mappe); Koschinsky, Fritz (5 Mappen); Krause, Franz (1 Mappe); Kühnel, Emil (14 Mappen); Lubrich, Fritz (ca. 4 Archivboxen); Ludwig, Franz (4 Mappen); Mach, P. Constantin (1 Mappe); Marcus, Hellmut (1 Mappe); Marschner, Franz (4 Mappen); Mihalovich, Ödön Peter van (1 Mappe); Möhring, Adalbert (1 Mappe); Naprstek, Gertrud (1 Mappe); Nowowiejski, Feliks (1 Mappe); Oettingen, Elsa von (1 Mappe); Raßmann, Richard (1 Mappe); Ridil, Christian (1 Mappe); Rietz, Johannes (1 Mappe); Ritter, Alexander (1 Mappe); Rudnik, Wilhelm (1 Mappe); Rund, Zdenko Karol (1 Mappe); Schliepe, Ernst Heinrich (4 Mappen); Schlüter;Ungar, Hanns (1 Mappe); Schoetschel, Fr. Karl (1 Mappe); Schultz;Adaiewsky, Ella von (40 Mappen); Seidel, Fritz (1 Mappe); Sigmund, Oskar (10 Mappen); Simbriger, Heinrich (7 Mappen); Strecke, Gerhard (4 Mappen); Stuiber, Paul (1 Mappe); Toepler, Alfred (1 Mappe); Veit, Wenzel Heinrich (1 Mappe); Voelkel, E. A. (2 Mappen); Wapenhensch, Wilhelm (12 Mappen); Westerman, Gerhart von (1 Mappe); Wirbach, Martin (1 Mappe); Wolff, Traugott (3 Mappen); Woyrsch, Felix (1 Mappe); Woytowicz, Boleslaw (1 Mappe).

Der Nachlass von Fritz Feldmann enthält überwiegend Akten der J.G.-Herder-Forschungsstelle für Musikgeschichte (Hamburg).

Umfangreiches Material liegt vor zum Reichssender Leipzig (1936/1938 – 1940). Es handelt sich um insges. 71 Archivboxen mit Korrespondenz mit Hörern, teilweise alphabetisch sortiert, teilweise gekennzeichnet mit LA (= Liedarchiv). Die hand- bzw. maschinenschriftlichen Höreranfragen und –zusendungen und deren Rückantworten durch den Sender betreffen v.a. die Produktionen „Neue Soldatenlieder“, „Die Wehrmacht singt“ und „Soldaten-Kameraden“. Letztere rief im Oktober 1939 bei einer Höreraktion speziell die Soldaten („an der Front und in der Heimat“) auf, (eigene) Lieder (Texte und/oder Melodien) und „heitere“ Erlebnisse einzusenden, die dann bearbeitet und gesendet wurden.

Die Boetticher-Sammlung

Bei der Boetticher-Sammlung handelt es sich um eine bereits im Jahr 1952 dem Institut überlassene Büchersammlung aus der Stiftung des Generals a. D. Friedrich von Boetticher, des Erben der Bibliothek des Bautzener Genealogen und Arztes Walter von Boetticher (1853-1945). Die 230 bibliographische Einheiten (darunter zahlreiche mehrbändige Titel) zählende Sammlung repräsentiert nicht die gesamte ursprüngliche Bibliothek Walter von Boettichers. Sie umfaßt jedoch einen ziemlich geschlossenen Bestand zur Geschichte und Kulturgeschichte der Oberlausitz, allerdings ohne Berücksichtigung des sorbischen und sorbischsprachigen Aspekts. Werke zur Geschichte, auch der Rechts-, Kirchen- und Kunstgeschichte der Oberlausitz bilden den Kern der Sammlung. Schriften aus dem 19. Jahrhundert dominieren; Rara aus dem 18. Jahrhundert sind stärker vertreten als Literatur des 20. Jahrhunderts. Eine Rarität ist das komplett vorhandene Lausitzische Magazin (25 Bände seit 1768) bzw. das Neue Lausitzische Magazin (von 1822 bis 1941).

Das Fedor-Sommer-Archiv

Das Fedor-Sommer-Archiv wurde uns 1976 als Dauerleihgabe überlassen. Es umfasst etwa 500 Bände, fast ausschließlich Bücher und Zeitschriften aus und über Schlesien, deren Kern das Gesamtwerk des schlesischen Heimatdichters Fedor Sommer (1864-1930) bildet. Die Sammlung geht auf die Initiative des schlesischen Patenschaftswerks und des Professors der Pädagogischen Akademie in Dortmund Prof. A. Perlick zurück. Für die Kulturgeschichte der Bolkenhainer Region ist die Fedor-Sommer-Sammlung von großem Wert.

Bibliothek und Archiv von Prof. Dr. Ludwig Igálffy von Igály

Die mit Unterstützung der DFG aus Mitteln des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft im Jahr 2005 erworbene jahrzehntelang systematisch ausgebaute Sammlung des Wiener Wissenschaftlers Ludwig Igálffy von Igály (geb. 25.11.1924) behandelt u.a. familiengeschichtliche Fragen, Studien zu einzelnen Orten und Familien aus Schlesien, sowie Schlesiens Beziehungen zu Böhmen, Mähren und Österreich. Über 3000 Mappen zu Adelsfamilien aus Schlesien und anderen österreichischen Erblanden sowie bedeutende Reste des Schlossarchivs Bratronice in Böhmen der Familie Vernier von Rougement sind über die DSHI recherchierbar.

Sammlung Urbańczyk

Im Jahr 2008 wurde die umfangreiche private Sammlung polnischer Samizdat-Publikationen (sog. drugi obieg) von Prof. Przemysław Urbańczyk PhD aufgekauft. Hierbei handelt es sich um rund 1100 Monografien und Zeitschriften des polnischen Untergrunds vor allem aus dem Anfang der 1980er Jahre.

Bibliotheken der Baltischen Ritterschaften

Die Kurländische, Livländische, Estländische und Oeselsche Ritterschaft übergaben ihre umfangreichen Bibliotheken im Jahr 2006 als Deposita. Sie ergänzen unsere baltischen Bestände zumal für das 19. Jahrhundert und enthalten zahlreiche Rara. Es handelt sich u.a. um eine Spezialbibliothek zu Kurland, um die v.a. Livland betreffende Bibliothek des Rechtshistorikers und Genealogen Astaf von Transehe-Roseneck (1865-1946) sowie um die gesamtbaltische, vor allem ortsgeschichtliche und genealogische Bibliothek von Georg von Krusenstjern (1899-1989).

Sammlung Reklaitis

Aus dem Litauen-Archiv-Reklaitis (LAR) des Kunsthistorikers Dr. Povilas Reklaitis (1922-1999) erhielten wir im Jahr 2000 ca. 3000 bibliografische Einheiten. Darunter befinden sich zahlreiche Rara, sowohl alte Drucke des 17. und 18. Jahrhunderts als auch heute äußerst seltene „kleine Schriften“ und „graue Literatur“ aus jüngerer Zeit bzw. nach 1945 im litauischen Exil erschienene Publikationen.

Weitere Nachlässe mit Bezug zum Baltikum

Der von uns übernommene Teil des Nachlasses von Prof. Dr. Dietrich André Loeber (1923-2004) enthält u.a. zahlreiche Materialien zur baltischen Rechts- und Pressegeschichte nach 1945 und speziell der Jahre 1988/1989.

Der Nachlass von Prof. Dr. Ernests Blese/Ernestus Blesse (1892-1964) enthält u.a. Materialien zur baltischen Ortsnamenkunde und Sprach- und Literaturwissenschaft.

Der musikwissenschaftlich orientierte Nachlass von Kārlis Brambats enthält zahlreiche Titel zur Ethnomusik u.a. speziell Lettlands.

Der Buchbestand „Nachlass Gaigalaitis“ des litauischen Politikers und Theologen Prof. Dr.  Vilius Gaigalaitis (1870-1945), der seit 1925 an der Evangelisch-Theologischen Fakultät in Kaunas lehrte und u.a. die Bibliothek der Vereinigung "Sandora" gründete, enthält Zeitschriften, Monographien und Flugschriften überwiegend in deutscher Sprache, die teilweise Ostpreußen, Litauen, (kirchliches) Schul- und Vereinswesen in Preußen sowie überwiegend Themen (meist) protestantischer Theologie betreffen.

Rara

In den Beständen der Forschungsbibliothek finden sich zahlreiche seltene Werke. Es handelt sich u.a. um frühe Drucke, anderweitig kaum noch vorhandene Auflagen, handsignierte oder mit Widmungen der Autorinnen und Autoren versehene Ausgaben, Manuskripte oder handgezeichnete Partituren. Sie sind im Bibliotheksmagazin gesondert und speziell gesichert aufgestellt.