Visual History. Institutionen und Medien des Bildgedächtnisses

Projektleitung am Herder-Institut: Prof. Dr. Peter Haslinger

Projektpartner: Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (PD Dr. Annette Vowinckel: Gesamtkoordination), Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig (Prof. Dr. Simone Lässig), Deutsches Museum in München (Dr. Wilhelm Füßl).

Projektförderung: Leibniz-Gemeinschaft aus Mitteln des Pakts für Forschung und Innovation.

Laufzeit: 2012-2015

Projektwebsite: www.visual-history.de

Projektbild Visual History
Screenshot des Datensatzes zur 1934 entstandenen Aufnahme des Epitaphs Johannes Zecks in der Danziger Marienkirche aus dem Bildkatalog des Herder-Instituts und im Archiv vorhandene Kontextmaterialien (Herder-Institut, Bildarchiv: Inv.-Nr. 89629; Dokumentesammlung: Drost 100-75, -19, -20, Bibliothek: 7 IX C4)

Ziel des Netzwerkprojekts ist es, die Grundlagenforschung zu verschiedenen Institutionen des modernen Bildwesens paradigmatisch voranzutreiben.

Die Einzelprojekte widmen sich der Frage nach der Rolle und Bedeutung staatlicher und privater bzw. privatwirtschaftlicher Institutionen für die Konstitution kollektiver Bildgedächtnisse. Ihr gemeinsames Ziel ist es, nicht die „Gegenstände“ kollektiven Bildwissens zu erforschen, sondern die Institutionen, die diese Bilder generieren, verwalten, verwerten, archivieren und/oder publizieren bzw. die Produktion und Verbreitung bestimmter Bilder verhindern.

Die Website dient als Informations- und Vernetzungsplattform und estellt nzyklopädisches Wissen zu den Institutionen des modernen Bildwesens bereit.

Teilprojekt am Herder-Institut:

Das historische Bildarchiv im digitalen Zeitalter: Überlieferung, Sammlung und digitale Re-Kontextualisierung

Berabeitung: Dr. Elke Bauer

Der sich durch die massenhafte Digitalisierung von Bildern und deren Bereitstellung im Internet rasant wandelnde Umgang mit Bildquellen in der Geschichts- und Kulturwissenschaft stellt Bildarchive vor neue Herausforderungen. Die uneingeschränkte Verfügbarkeit von Bildern im Netz ersetzt zunehmend den Gang ins „analoge“ Archiv. Daraus ergeben sich Konsequenzen für die Erschließungsarbeit. Durch die Präsentation von Bildsammlungen im Internet und die Bildung eines digitalen Bildkanons geraten noch nicht digitalisierte Materialien in den Archiven zunehmend aus dem Blickfeld.

In Zeiten, in denen von der Wissenschaft eine stärkere Kontextualisierung der Bilder eingefordert wird, müssen daher nicht nur die Auswahlkriterien für die Digitalisierung kritisch reflektiert werden, sondern auch die Modalitäten der Bereitstellung von Bildern im Netz. Wissenschaftliche Bildarchive müssen sich mit der Frage auseinandersetzen, wie die Informationen, die ein herkömmlicher Archivbesuch bietet (Originale mit Beschriftungen und ursprünglichen Hüllen, fachliche Beratung, Verweise auf weitere Bestände), im Onlinearchiv kompensiert bzw. zu neuen Informationsangeboten ausgebaut werden können.

Das Bildarchiv des Herder-Instituts hat im Rahmen des LOEWE-Schwerpunkts „Kulturtechniken und ihre Medialisierung“ begonnen, sich diesen bildtheoretischen wie sammlungspraktischen Herausforderungen zu widmen. Im Verbundprojekt „Visual History“ sollen die bisher angestellten Überlegungen vertieft und anhand ausgewählter Bestände unter Anwendung bild- und medientheoretischer sowie diskursanalytischer Methoden umgesetzt werden.