Karlsbader Programm Henleins

Karlsbader Programm der Sudetendeutschen Partei

24. April 1938

1. Herstellung der vollen Gleichberechtigung der deutschen Volksgruppe mit dem tschechischen Volk.

2. Anerkennung der sudetendeutschen Volksgruppe als Rechtspersönlichkeit zur Wahrung dieser gleichberechtigten Stellung im Staate.

3. Feststellung und Anerkennung des sudetendeutschen Siedlungsgebiets.

4. Aufbau einer sudetendeutschen Selbstverwaltung im sudetendeutschen Siedlungsgebiet in allen Bereichen des öffentlichen Lebens, soweit es sich um die Interessen und Angelegenheiten der deutschen Volksgruppe handelt.

5. Schaffung gesetzlicher Schutzbestimmungen für jene sudetendeutschen Staatsangehörigen, die außerhalb des sudetendeutschen Siedlungsgebiets ihrer Volksgruppe leben.

6. Beseitigung des dem Sudetendeutschtum seit 1918 zugefügten Unrechts und Wiedergutmachung der ihm durch dieses Unrechts entstandenen Schäden.

7. Anerkennung und Durchführung des Grundsatzes: Im deutschen Gebiet deutsche öffentliche Angestellte.

8. Volle Freiheit des Bekenntnisses zum deutschen Volkstum und zur deutschen Weltanschauung.

Quelle
Dokumente zur Sudetendeutschen Frage 1916-1967. Überarbeitete und ergänzte Neuauflage der „Dokumente zur Sudetendeutschen Frage 1918-1959“. Hrsg. von Ernst Nittner. München: Ackermann-Gemeinde 1967, Dokument 104, S. 193. 
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Erstellt
10.01.2012 
Zuletzt geändert
14.03.2012 

Es wird empfohlen, die Quellen stets in der Originalsprache zu zitieren.

Karlsbader Programm Henleins, in: Herder-Institut (Hrsg.): Dokumente und Materialien zur ostmitteleuropäischen Geschichte. Themenmodul "Erste Tschechoslowakische Republik", bearb. von Mirek Němec. URL: https://www.herder-institut.de/resolve/qid/660.html (Zugriff am 13.11.2018)