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14.02.2014 - 15.02.2014
Tagung

Zweiter Teil der Doppeltagung Politische Mobilisierung in Ostmittel- und Südosteuropa im IOS Regensburg

Wie schon der erste Teil der Tagung im Herder-Institut, Marburg, zielt die Fragestellung auf ein aktuell wie historisch zentrales Problem der europäischen Politik: Welcher Mobilisierungsformen bedienen sich politische Parteien und Bewegungen in Zeiten von Krisen und welche Konsequenzen haben diese Mobilisierungsstrategien für die politischen Systeme? Der geografische Fokus der Tagung liegt auf Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa, vergleichende sowie Regionen übergreifende Präsentationen sind ebenfalls vertreten. Die Untersuchungskontexte betreffen zum einen wirtschaftliche und soziale Krisen (wie z.B. die Agrarkrisen der 1840er Jahre und im späten 19. Jahrhundert, die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre, die Krisen des Staatsozialismus, die ökonomische Transformationsphase der 1990er Jahre sowie die globale Finanz- und Wirtschaftskrise seit 2008). Zum anderen geht es um Stabilisierungsphasen von Gesellschaften nach einschneidenden Kriegserfahrungen oder Revolutionen (z.B. nach den Napoleonischen Kriege, den Revolutionen von 1848/49, den beiden Weltkriege, den kommunistischen Revolutionen, dem Zusammenbruch der föderativen Staaten Anfang der 1990er Jahre).

Auf die Diskussionen und Ergebnisse des ersten Tagungsteils aufbauend will der zweite Teil folgende Fragen in den Blick nehmen:

  • Die politische Sprache: Perzeptionen, Interpretationen und Rhetoriken der Krise.
  • Die Bildung neuer Sinnwelten: Symbole, Medien und Akteure der politischen Kommunikation.
  • Die Mobilisierung der Gemeinschaft: Politisierung des vorpolitischen Raumes und von kulturellen Praktiken.
  • Die Folgen der Krise: Transformative Politik, Reform, Revolution.

Diskutiert werden sollen auch die sozialen und kulturellen Grundlagen politischer Mobilisierung, z.B. in Form von Minderheitenparteien aber auch generell der Ethnopolitik. Uns interessiert der Versuch diverser politischer Gruppierungen, im vorpolitischen Raum individueller und kollektiver Krisenerfahrungen Loyalität zu kreieren. Ein anderes wichtiges Thema sind die Spezifika der politischen Mobilisierung in unterschiedlichen Regimetypen. Insgesamt stehen unterschiedliche Aspekte konkreter Mobilisierungsbemühungen, ihre mediale und symbolische Dimension ebenso wie die politisch-institutionellen im Mittelpunkt. Schließlich geht es um die Frage, wie krisenresistent politische Systeme sind bzw. welche Mobilisierungen letztlich systemtransformierenden Charakter gewinnen. Welche Konsequenzen zeitigt politische Mobilisierung für die politische Ordnung?

 

 

Ort Regensburg
Dateien
Tagungsprogramm_Regensburg_14.-15.2.2014.pdf (243 KB)