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28.02.2013
Publikation

Alltagsperspektiven im besetzten Warschau / Perspektywy codziennosci w okupowanej Warszawie

Fotografien eines deutschen Postbeamten (1939-1944) / Fotografie niemieckiego urzednika pocztowego (1939-1944)

Der deutsche Postbeamte Hermann Beyerlein war  in den Jahren 1939-1944 bei der „Deutschen Post Osten“ im besetzten Warschau beschäftigt  und leitete seit 1941 das für die Besatzungsmacht kommunikationstechnisch bedeutende Fernmeldeamt. Seinen Arbeitsalltag und seine Eindrücke aus der besetzten polnischen Hauptstadt hielt er in rund 300 erhalten gebliebenen privaten Fotografien fest. Der Fokus der fotografischen Aufmerksamkeit lag auf dessen unmittelbaren dienstlichen Aufgabenbereich und  Privatleben und war dabei klar von der Binnenperspektive der deutschen Apartheid-Gesellschaft in Warschau geprägt. Auch Beyerleins Blick auf die polnische Außenwelt wurde maßgeblich von diesem Ausgangspunkt bestimmt.
Eine Auswahl aus diesem bemerkenswerten und erstmals ausgewerteten  fotografischen Nachlass  wird in einer zweisprachig kommentierten Fotodokumentation präsentiert. Beyerleins Fotos zeichnen sich dadurch aus, dass sie weder die amtliche Perspektive der Besatzungsorgane und ihrer ideologisch bestimmten Propaganda noch den entgegen gesetzten Blickwinkel des polnischen Widerstands wiedergeben. Vielmehr eröffnen sie interessante Einblicke in den Alltag und in die Wahrnehmungsmuster eines höheren deutschen Zivilbeamten im deutsch besetzten Warschau
Die alltagsgeschichtlich und biographisch orientierte Studie wirft  somit ein  neues Licht auf bislang wenig untersuchte Grauzonen des deutsch-polnischen Verhältnisses während des Zweiten Weltkriegs und erweitert  unser Bild von der deutschen Besatzungsherrschaft in Polen.

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