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11.10.2018
09:00 - 11:00
Vortrag

Mehrsprachigkeit als politisches und gesellschaftliches Konzept – theoretische und methodische Fallstricke

Von 10. bis 12. Oktober 2018 findet an der Ludwig-Maximilians-Universität München die Interdisziplinäre Konferenz Mehrsprachigkeit in der Donaumonarchie (1848–1918) Wissen – Herrschaft – Soziale Praxishttp://mehrsprachigkeit2018.de/ statt.
Die interdisziplinär und international angelegte Tagung nähert sich der Thematik mit Fragestellungen zu Sprachpolitik und Herrschaft, Mehrsprachigkeit und Alltagswelt, Mehrsprachigkeit in literarischen Texten, den Wechselwirkungen mit der Literatur- und Wissenschaftsgeschichte und deren langfristigen Auswirkungen.

Historische, wissenschaftsgeschichtliche, linguistische und literaturwissenschaftliche Perspektiven werden zusammengeführt. Darüber hinaus setzt sich die Tagung zum Ziel, die Fruchtbarkeit ihrer Erkenntnisse für den Umgang mit sprachlicher und kultureller Vielfalt im gegenwärtigen Europa zu diskutieren.

Keynotes
PD Dr. Johannes Feichtinger (Wien)
Prof. Dr. Hans Goebl (Salzburg)
Prof. Dr. Peter Haslinger (Marburg/Gießen)

Veranstalter
Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS)
Institut für Deutsch als Fremdsprache (DAF)
Internationales Forschungszentrum Chamisso (IFC)
Internationale Forschungsstelle für Mehrsprachigkeit (IFM)

Am Donnerstag, 11. Oktober 2018 um 9.00 Uhr hält unser Direktor Peter Haslinger die Keynote: Mehrsprachigkeit als politisches und gesellschaftliches Konzept – theoretische und methodische Fallstricke

Die Habsburgermonarchie gilt heute als klassisches Beispiel für ein Staatswesens, in dem der Aspekt der Mehrsprachigkeit auch in politischer Hinsicht ein entscheidendes Strukturmerkmal darstellte. In vielen historiographischen Betrachtungen erscheinen hier Probleme, Rechtsmöglichkeiten und Utopien vorgezeichnet, die die Debatten um Multikulturalität, gesellschaftliche Vielsprachigkeit und europäische Politik bis heute leiten. Die Literatur zur Habsburgermonarchie hat in den Geschichtswissenschaften sogar stilbildend gewirkt und immer wieder methodische Impulse gesetzt (wie z. B. mit dem Modell der nationalen Indifferenz). Der Vortrag versucht, vorhandene Positionen und Interpretation aus zwei Richtungen kritisch zu reflektieren. Zum einen sollen wichtige theoretische und methodische Fallstricke aufgezeigt werden, die sich bei der Beschäftigung mit Mehrsprachigkeit aus historischer Perspektive noch immer stellen und die für die späte Habsburgermonarchie in paradigmatischer Weise diskutiert werden können. Zum anderen werden auf der Basis weiterer Theorien (z. B. von Sicherheits- und Konflikttheorien, Intersektionalität, Territorialität) Möglichkeiten erörtert, zentrale Fragen über die Habsburgermonarchie neu zu stellen.

Ort München