Nachruf für Eszter Gantner

Zu unserer großen Bestürzung ist unsere Mitarbeiterin Eszter Gantner völlig unerwartet verstorben.

Dieser Verlust ist nicht nur für das Herder-Institut, sondern für die gesamte Ostmitteleuropaforschung einschneidend. Eszter Gantner verfügte über große Talente, mit denen sie im Bereich der Erinnerungs-, Heritage- und Urbanismusforschung immer wieder wichtige Akzente gesetzt hat. In den letzten Jahren hatte sie sich auch breite Kompetenzen in den Digital Humanities angeeignet und gemeinsam mit Partnern in Ostmitteleuropa in der digitalen Lehre neue Wege beschritten. Sie war für die Leibniz Graduate School ebenso eine unverzichtbare Stütze wie für den Loewe-Schwerpunkt „Konfliktregionen im östlichen Europa“ und damit für unsere Partner und Freunde an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Eszter Gantner war auch international sehr präsent und aufgrund ihrer Kooperationsbereitschaft und ihrer Kreativität, unterschiedlichste Themen in neuer und weiterführender Form zusammenzudenken und konzeptionell neue Wege zu gehen, vielfach geschätzt. Sie war hier nicht nur eine weithin sichtbare Botschafterin des Herder-Instituts und der beiden Universitäten Gießen und Marburg, sondern hat mit ihren Aktivitäten auch Akzente für die transatlantischen Europastudien gesetzt, etwa für den Council for European Studies. Besonders tragisch ist dabei, dass sie kurz vor der Fertigstellung ihrer Habilitationsschrift an der Philipps-Universität Marburg stand.

Ihren Ideenreichtum und ihren kritischen, dabei immer an der Sache orientierten Verstand werden wir alle in Zukunft sehr vermissen. Auch persönlich hat uns der Tod von Eszter Gantner sehr getroffen. Sie war ein Mensch und eine Persönlichkeit, der alle, die sie kannten, begeistert und inspiriert hat – sie wird uns sehr fehlen.

Unser Mitgefühl gilt ihrer ganzen Familie.
Peter Haslinger