Leibniz Chair und Herder Chairs

Leibniz Chair

Prof. Dr. Włodzimierz Borodziej
Prof. Dr. Włodzimierz Borodziej

Das Institut hat einen Leibniz Chair an Prof. Dr. Włodzimierz Borodziej verliehen.

Der Leibniz Chair wird an herausragende Forschungspersönlichkeiten, die mit einem Leibniz-Institut in enger wissenschaftlicher Zusammenarbeit stehen, in Würdigung ihrer besonderen Verdienste vergeben. Die Berufung von Włodzimierz Borodziej zum Leibniz Chair erfolgt auf Lebenszeit und wird die schon lange bestehende wissenschaftliche Kooperation weiter fördern.

Der Geehrte ist Professor am Historischen Institut der Universität Warschau, Co-Direktor des Imre Kertész Kollegs an der Universität Jena. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der polnischen Geschichte des 20. Jahrhunderts, etwa zum Warschauer Aufstand oder zur deutschen Besatzungspolitik im Generalgouvernement. Polen ist für das Herder-Institut seit seiner Gründung ein Schwerpunktland, was sich sowohl in den Wissenschaftlichen Sammlungen als auch im Editionsprogramm widerspiegelt.

Die besonders enge Zusammenarbeit besteht nicht erst seit dem Editionsprojekt Die Deutschen östlich von Oder und Neiße 1945 - 1950: Dokumente aus polnischen Archiven; "Unsere Heimat ist uns ein fremdes Land geworden ...", die Włodzimierz Borodziej gemeinsam mit Hans Lemberg, ehemaliger Präsident des Herder-Forschungsrates, herausgegeben hatte. Im Rahmen dieses Projektes entstanden in den Jahren 2000-2004 die Bände Zentrale Behörden, Wojewodschaft Allenstein, Zentralpolen, Wojewodschaft Posen sowie Wojewodschaften Pommerellen und Danzig (Westpreußen). Aufgrund dieser engen fachlichen und persönlichen Kontakte zum Herder-Institut hielt Prof. Borodziej die 1. Hans-Lemberg-Vorlesung zum Gedenken an den 2009 verstorbenen Marburger Professor zum Thema Polen und Deutschland nach dem Gedenkjahr 2009.

Herder Chairs

Mit der Ernennung von

bündelt das Herder-Institut Expertise und vernetzt sich in der Region.

Durch ihre Forschungs- und Lehrtätigkeiten binden die Berufenen das außeruniversitäre Herder-Institut enger an ihre Hochschulen. Die angestrebte Intensivierung der bestehenden Zusammenarbeit bezieht sich auf Tagungen und andere Veranstaltungen sowie die gemeinsame Beantragung und Durchführung von Forschungs- und Infrastrukturprojekten. Wegen der räumlichen Nähe der Universitäten Gießen und Siegen zu Marburg gibt es auch Kooperationsmöglichkeiten im Bereich der universitären Lehre, wie zum Beispiel Blockveranstaltungen und die Umsetzung von Praxismodulen für Studenten, welche sich auf die umfangreichen Sammlungsbestände des Herder-Instituts stützen. Die Ausprägung eines regionalen Schwerpunktes ist hierbei durchaus angedacht. Das Herder-Institut hat mit der Ernennung von Frau Kraft, Frau Tönsmeyer und Herrn Bömelburg im Jahr 2012 Experten gewonnen, die bei der Begutachtung von angebotenen Manuskripten, bei Auswahlgesprächen oder bei der Bewertung der institutseigenen Angebote durch Ihren externen Blickwinkel wertvolle Anregungen geben. Im Jahr 2014 nahm Herr Oswalt die Ernennung zum Herder Chair an.

Der Herder Chair wird auf jeweils drei Jahre verliehen und kann danach bei gegenseitigem Interesse immer wieder verlängert werden.