Herder Institute Research Academy (HIRA)

Bis Ende 2017: Leibniz Graduate School “Geschichte, Wissen, Medien in Ostmitteleuropa”

Sprecher: Prof. Dr. Peter Haslinger

Stellvertretender Sprecher: Prof. Dr. Hans-Jürgen Bömelburg

Koordination: Jana Gleich M.A.

Projektförderung: Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung – Institut der Leibniz-Gemeinschaft (seit 01.01.2014). Von 2010-2013 wurde die Leibniz Graduate School unter dem Namen „Cultures of Knowledge in Central European Transnational Contexts“ durch die Leibniz-Gemeinschaft (Paktmittel für Innovation und Forschung) gefördert.

Kooperationspartner: International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) und Gießener Zentrum Östliches Europa (GiZo)

Die Leibniz Graduate School „Geschichte, Wissen, Medien in Ostmitteleuropa“ (LGSch) ist eine interdisziplinär ausgerichtete Graduiertenschule des Herder-Instituts für Ostmitteleuropaforschung in Marburg in Kooperation mit der Justus-Liebig-Universität Gießen. Als eine Einrichtung an der Schnittstelle zwischen Forschung und Ausbildung ist es ihre Aufgabe, Absolventen und Absolventinnen sozial- und geisteswissenschaftlicher Fächer bei der Umsetzung ihrer Promotions- bzw. Habilitationsprojekte zu fördern und zu unterstützen. Die Graduiertenschule unterstützt Forschungsvorhaben, deren inhaltlicher Schwerpunkt auf der Entstehung und Neuordnung von Wissensräumen, -konstellationen, und -kulturen liegt. Im Sinne der historischen Epistemologie wird nicht nur die ideengeschichtliche Seite wissensgeschichtlicher Prozesse untersucht, sondern auch die materielle/instrumentelle und mediale Praxis der Erkenntnisgewinnung und -verbreitung in ihren sozialen und kulturellen Kontexten betrachtet. Die in der LGSch verorteten Forschungsprojekte zielen daher darauf ab, eine historische Perspektive auf die Akteure, Praktiken und Diskurse der Wissens- und Wissenschaftsproduktion aufzuzeigen. Besondere Berücksichtigung finden dabei auch Fragen der Zirkulation, des Transfers sowie der Bedeutung verschiedener Medien bis hin zu digitalen Formaten in diesen Prozessen.

Der regionale Fokus liegt auf Ostmitteleuropa mit seinen Nachbarregionen. Die historischen Grundlagen dieser Region (z.B. die für viele Lebensbereiche charakteristische ethnische und religiöse Vielfalt, einschneidende geopolitische Zäsuren, die prägenden Binnen- und Außenverflechtungen) werden als Resonanzboden für die Kommunikation und Gestaltung des modernen Wissens betrachtet. Entsprechende Prozesse werden dabei aber auch im Kontext gesamteuropäischer und globaler Dynamiken verortet.

Die wesentlichen Instrumente der Förderung sind die thematische Betreuung der einzelnen Forschungsvorhaben, eine intensive Diskussion von Theorien und Methoden aus den beteiligten Disziplinen, das Angebot einer zusätzlichen Qualifizierung für wissenschaftsnahe Berufsfelder sowie die strategische Unterstützung im Rahmen eines eigenen Mentoring-Programms. Zudem findet auch in den drittmittelgeförderten Verbundprojekten des Herder-Instituts eine Doktorand/inn/enausbildung statt. Die Bibliothek und die Sammlungsbestände des Herder-Instituts (mit Archivalien wie Nachlässen, Bilder-, Karten- und Zeitungssammlungen) bieten hierfür ebenso ideale Arbeitsbedingungen wie die Veranstaltung von Master Classes, Workshops und einer Jahrestagung. Thematisch einschlägigen Arbeiten an anderen Standorten in Deutschland steht die Möglichkeit einer assoziierten Mitgliedschaft mit einem eigenen Reisebudget offen.

PostDoc-Projekte:

"Sorbische Lausitz" - (T)Räume einer nationalen Minderheit von 1918 bis heute

Dr. Jana Piňosová
Institution: Sorbisches Institut in Bautzen

Describe and Govern. Statistics and State Building in the Composite Habsburg States, ca. 1770-1867

Dr. Zsuzsanna Török
Research Interests: the sciences of the state and statistics, state building in the Habsburg Monarchy -circulation of knowledge, intellectual milieus, nationalism and entangled histories in (East-) Central Europe over the ‘long’ nineteenth century
Institution: Universität Wien, Lise Meitner Fellow (FWF)

Die Wohnungsfrage in Ost und West. Wohnungspolitik, Architekten und experimentelle Wohnsiedlungen in Ungarn und in der BRD 1948-1960

Dr. Márkus Keller (Budapest)

Promotionsprojekte:

"Das große Fragezeichen der Ostgrenze“ – Raumaneignung und Rauminterpretation in der Grenzmark Posen-Westpreußen (1918/22-1938)

Johanna Bichlmaier
Institution: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Massenmord, Flucht und Vertreibung im Gedächtnis

Dr. des. Anikó Boros

Wissen im Untergrund. Polnische Universitäten im Zweiten Weltkrieg

Dr. des. Friedrich Cain
Institution: Max-Weber-Kolleg (Universität Erfurt)

Jüdisch-Polnische Kontaktzonen der Zwischenkriegszeit in Wilna

Maria Coors M.A.
Institution: International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC), Justus-Liebig-Universität Gießen

Statistische Konstruktionen des Deutschtums im Osten 1860-1945

Philipp Kröger M.A.
Institution: Universität Augsburg

Polens kritische Theoretiker? Verflechtung von Erkenntnis und Ästhetik in den Schriften der polnischen Avantgarden und der Frankfurter Schule

Christoph Maisch M.A.
Institution: Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder, Kulturwissenschaftliche Fakultät

Knowledge as Propaganda? Radio Free Europe’s Production and (Transatlantic) Circulation of Cold War Knowledge (1950-1971)

Simon Ottersbach M.A.
Institution: International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC), Justus-Liebig-Universität Gießen

Die imperiale Abgrenzung der Ukraine. Die Ševčenko-Gesellschaft der Wissenschaften und die Konstruktion von „Land und Volk“

Martin Rohde M.A.
Institution: Universität Innsbruck, Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie

Biographische Annäherungen an Transnationalität, Expertentum und Geschlechterordnungen in der Wissenschaft: Die polnische Psychologin und Pädagogin Józefa Joteyko (1866-1928) zwischen Belgien und Polen

Sophie Schwarzmaier M.A.
Institution: Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder, Kulturwissenschaftliche Fakultät

Kirchenkarrieren preußischer Bürgersöhne im Spätmittelalter

Remigius Stachowiak M.A.
Institution: Freie Universität Berlin, Friedrich-Meinecke-Institut, Mittelalterliche Geschichte mit dem Schwerpunkt Hoch- und Spätmittelalter, Arbeitsbereich Prof. Dr. M. Thumser

Argument und Strategie im Rigaer Erzbistum (1480-1483)

Jaron Sternheim M.A.
Institution: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Graduiertenschule Humanities

Der kranke Rand des Reiches: Sozialhygiene, Moral und Nation in der Provinz Posen um die Jahrhundertwende

Dr. des. Justyna A. Turkowska (Edinburgh)

Ehemalige Qualifikationsprojekte: