Forschungsinfrastruktur Kunstdenkmäler in Ostmitteleuropa (FoKO)

Rathaus, Löwenberg, Polen
Rathaus, Löwenberg, Polen

Projektleitung: Prof. Dr. Peter Haslinger, Dr. Dietmar Popp
Projektleitung Foto Marburg:
Prof. Dr. Hubert Locher, Dr. Christian Bracht
Projektleitung GWZO Leipzig:
Prof. Dr. Christian Lübke, PD Dr. Jiří Fajt

Projektkoordination:  Dr. Ksenia Stanicka-Brzezicka

Koordination/Durchführung Foto Marburg: Michael Buchkremer M.A., Kamila Bojarska M.A.
Koordination/Durchführung GWZO Leipzig: Dirk Suckow M.A.
Wissenschaftliche Hilfskraft Herder-Institut: Dr. Emilia Kłoda
Wissenschaftliche Hilfskraft Foto Marburg:
Silvia Popa M.A.

Projektförderung: Senatsausschuss Wettbewerb (SAW) der Leibniz-Gemeinschaft im Rahmen des Paktes für Forschung und Innovation

Laufzeit: 07/2014 – 09/2017

Katholische Kirche Mariä Himmelfahrt und Sankt Johannes der Täufer, Heinrichau, Polen
Katholische Kirche Mariä Himmelfahrt und Sankt Johannes der Täufer, Heinrichau, Polen

Das von der Leibniz-Gemeinschaft geförderte Vorhaben „Forschungsinfrastruktur Kunstdenkmäler in Ostmitteleuropa“ ist ein internationales Verbundprojekt, das den Aufbau einer interaktiven kunsthistorischen Forschungsinfrastruktur zum Ziel hat, mit welcher Methoden, Konzepte und Produkte der digitalen Kunstgeschichte angewendet und erprobt werden sollen. In den Fokus gerückt werden dabei die bislang noch unzureichend gewürdigten spezifischen Leistungen der Kunstproduktion im östlichen Mitteleuropa, einer Region von komplexer historischer Dynamik. Mit der transnationalen Zusammenführung von Dokumentationsdaten und Bildbeständen soll der internationalen Forschung ein Wissensportal zur Verfügung gestellt werden, in dem die vielfältigen Verflechtungen der Kunstentwicklung in Ostmitteleuropa im Zeitraum 1000-1800 ebenso deutlich werden, wie die konkurrierenden wissensgeschichtlichen Bezugnahmen. Die Forschungsinfrastruktur versteht sich als Basis, um Kunstdenkmäler mit ihren Funktionen sowie künstlerische Gattungen und Phänomene adäquat analysieren und sinnvoll im europäischen Gesamtzusammenhang verstehen zu können. Ermöglicht wird damit der vergleichende Blick etwa auf Aspekte der Stil- und Tradierungsgeschichte, des Kulturtransfers, der Auftraggeberschaft sowie der Netzwerkbildung von Künstlern und Baumeistern.

Das Vorhaben ist inhaltlich eng an das am Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas (Universität Leipzig) angesiedelte Publikationsprojekt „Handbuch zur Geschichte der Kunst in Ostmitteleuropa“ angelehnt. Für Bebilderung des Handbuches wird in Rahmen des FoKO-Projektes ein neues, standardisiertes Bildmaterial über Fotokampagnen generiert. Zudem basiert FoKO auf den Bildmaterialien der Sammlungen der Partnerinstitutionen in Deutschland: des Herders-Instituts für historische Ostmitteleuropaforschung – Institut der Leibniz-Gemeinschaft (Gesamtkoordination), des Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg, sowie der Auslandspartner: die kunsthistorischen Institute der polnischen, slowakischen und ungarischen Akademien der Wissenschaften.

Das Projekt greift mehrere von Herausforderungen auf, vor denen heutzutage Dokumentationsinstitutionen wie Bildarchive stehen: auf internationalem Forschungsstand beruhende Dokumentation von herausragenden Kunstdenkmälern, hochwertige Digitalisierung von historischen Bildmaterialien und Erzeugung aktueller Fotografien des Kulturerbes sowie Bereitstellung valider Daten im Internet in einem zeitgemäßen, nutzerorientierten Angebot für Wissenschaft und Öffentlichkeit. Dieses Vorhaben steht auch in Zusammenhang mit der transnationalen Vernetzung von Institutionen und der Kooperation bei der Erstellung von „traditionellen“ wie auch digitalen Erzeugnissen nach internationalen Standards und nicht zuletzt mit dem sich wandelnden Umgang mit Bildquellen in der Geschichts- und Kulturwissenschaft.

Als Software wurde das vom Germanischen Nationalmuseum Nürnberg und dem Lehrstuhl Informatik 8 für Künstliche Intelligenz der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen entwickelte System Wissenschaftliche Kommunikations-Infrastruktur (WissKI) angewendet, als semantisches Rückgrat - das CIDOC Conceptual Reference Model (ISO 21127). WissKI ist im Projekt im Einsatz als Datenbank sowie als virtuelle Forschungsumgebung. Das Datenmodell berücksichtigt die Kunstobjekte, wie auch die Fotografien, die als separate Entitäten aufgefasst und gleichermaßen in ihrer Gegenständlichkeit, unter Berücksichtigung ihres Spezifikums der technischen Vervielfältigung beschrieben werden. In der Datenmodellierung wurden – mittels CRM-semantischen Definitionen und Begriffserklärungen – eindeutige und trennscharfe Beziehungen zwischen Fotografien und dargestellten Entitäten gebildet.

Ein wichtiges und aktuelles Thema im Projekt ist ebenfalls die Auslegung von Urheber- und Nutzungsrechten der genutzten und erzeugten Bildmaterialien, der Deriverate, digitalen Inhalte und Metadaten, und zwar zwischen den Partnern wie auch im Hinblick auf die Onlinestellung für die allgemeine Nutzung und den geplanten Transfer der Bilder und der Metadaten in die Europeana und die Deutsche Digitale Bibliothek am Ende der Projektlaufzeit 2017.

Katholische Kirche Sankt Hedwig, Wahlstatt, Polen
Katholische Kirche Sankt Hedwig, Wahlstatt, Polen

Projektpartner: