Schrägluftaufnahmen im Bildarchiv

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Die im Bildarchiv aufbewahrte Sammlung von Schrägluftaufnahmen besteht aus 4475 Motiven, die von verschiedenen Luftbildfirmen in den 1920er/30er Jahren im gesamten Staatsgebiet des Deutschen Reiches aufgenommen wurden. Vom Herder-Institut konnten die den ostmitteleuropäischen Arbeitsbereich betreffenden Luftbilder am Ende der 1960er Jahre erworben werden. Im Gegensatz zu den militärischen Senkrechtluftaufnahmen der Kartensammlung, die der Aufklärung und Frontbeobachtung dienten, handelt es sich hierbei um eine zivile gewerbliche Produktion, bei der zumeist Stadtzentren und -viertel, Straßen- und Gebäudeensembles, aber auch einzelne Objekte und Landschaften dokumentiert werden.

Einen Überblick über die Bedeutung dieses Bestandes als architekturhistorische Quelle bietet: Beate Störtkuhl, in: Berichte und Forschungen, 5 (1997), S. 137-156.

Thomas Urban, Die Sammlung der Schrägluftbilder im Herder-Institut, in: Breslau im Luftbild der Zwischenkriegszeit, Marburg-Wrocław 2008, S. 4-5.

Thomas Urban, Schrägluftbilder von Danzig (Gdańsk) in der Zwischenkriegszeit, in: Danzig im Luftbild der Zwischenkriegszeit, Marburg- Wrocław 2010, S. 4-5.

Diese wichtige Teilsammlung des Bildarchivs war für die Benutzer früher nur über den Karteikatalog im Studiensaal zugänglich und recherchierbar.

Kloster Annaberg mit Wallfahrtskirche, Sammlung Hansa Luftbild, Inv.-Nr. 60822

Mit dem Abschluss zweier Digitalisierungsprojekte im Jahr 2007 konnte der Bestand in die Online-Datenbank (Bildkatalog) des Bildarchivs integriert werden, wo neben den zu Datensätzen umgewandelten Karteikarten auch die Bildmotive als Voransichten zur Verfügung stehen. Um eine Benutzung der Materialien sowohl mit historischen als auch aktuellen Fragestellungen der Ostmitteleuropaforschung zu ermöglichen, werden in der abschließenden Korrekturphase sowohl die deutschen als auch die polnischen bzw. russischen Ortsbezeichnungen nachgewiesen.