Die Geschichte der Sammlungsbestände des Herder-Instituts. Kulturtechniken und ihre Anwendungen als Praktiken des Suchens und Findens

Antje Coburger M.A.

Im Rahmen des LOEWE-Teilprojektes B 4 „Praktiken des Suchens und Findens“ wird die Geschichte der Sammlungsbestände des Herder-Instituts seit seiner Gründung 1950 untersucht. Dabei werden Fragen nach der Überlieferungsgeschichte, der Provenienz und auch der Motivation für das Sammeln gestellt. An der Entstehung der Sammlungen waren unterschiedliche Akteure beteiligt. Ihre Beteiligung an der Errichtung von Wissensordnungen, im Sinne von Wissen über vorhandene Bestände, ist eine der zu untersuchenden Fragestellungen. Die Bestände haben in verschiedenen Phasen der Institutsentwicklung auf sehr differenzierte Weise wachsen können. Manches wurde gezielt erworben, anderes ist Produkt von Tauschverhandlungen und wieder andere Objekte kamen eher zufällig im Rahmen von Nachlässen in das Herder-Institut. Sehr früh wurde mit der Anlage einer Bibliothek die Sammlung von Fachliteratur ermöglicht. Bilder und Archivalien fanden sich erst später als institutsinterne Sammlungsgruppen Eingang. Da das Thema unter dem Aspekt der „Praktiken des Suchens und Findens“ bearbeitet werden soll, sind die bisher benutzten Findbarkeitsstrategien am Beginn zu analysieren. Später kann nach innovativen Möglichkeiten für die Interaktion zwischen Nutzern und Bereitstellern mit dem Ziel einer erweiterten Findbarkeit gefragt werden.

Das Suchen und Bereitstellen von Daten ist auswählenden Praktiken von Seiten der Suchenden (Nutzer) und von Seiten der Bereitsteller (Findbarmacher) unterworfen. Aus diesem Grund ist beispielsweise nach der einer nachvollziehbaren und auch kalkulierbaren Findbarkeit zu fragen. Die Sammlungen des Herder-Instituts werden als Archiv betrachtet, in dem Bereitsteller ihre Bestände auf verschiedene Weise findbar machen und Nutzer vielfältige Wege haben Daten zu finden. Die Arbeit am Projekt wird in eine Dissertation münden.