Die Herausforderung der digitalen Quellenkritik und Chancen für vernetzte Forschungsdateninfrastrukturen zwischen Geschichtswissenschaften und Archiven

Datum: 6. Oktober 2021
Uhrzeit: 15:15 - 18:00
Ort: virtuelles Meeting
Vortrag

Rainer Hering Gerald Maier Dietmar Schenk (Sektionsleitung)

Deuten und streiten, suchen und finden: Neue Möglichkeiten der Kooperation zwischen Archiven und Geschichtswissenschaft beim Aufbau digitaler Infrastrukturen

Digitale Geschichtswissenschaft

Das Deuten und Streiten setzt, wenn es vernünftig zugeht, das Suchen und Finden voraus. Archive und Geschichtsforschung haben gemeinsam, dass sie mit Deutungskämpfen der Vergangenheit konfrontiert sind und dass sich zeitgenössische Auseinandersetzungen um Geschichtsbilder auf ihre Arbeit stark auswirken. Dabei sind die Archive ein Ort, der für die Recherche unentbehrlich ist. Ein verständiger Umgang mit der Vergangenheit verlangt, dass der Konflikt der Interpretationen nicht als ein purer Machtkampf ausgetragen wird, sondern zu einer Debatte führt, in der das berühmte Vetorecht der Quellen beachtet wird. Archive und Geschichtswissenschaft tragen zu dieser Rationalität bei.
Durch den Aufbau digitaler Dateninfrastrukturen, wie sie heute auf der Agenda steht, ergeben sich neue Möglichkeiten – für das Suchen und Finden wie für das Deuten und Streiten. Innovative informationstechnische Lösungen sollten in Kooperation zwischen Archiven und Geschichtswissenschaft aktiv und problembewusst gestaltet werden. In der vorgeschlagenen Sektion werden einzelne Projekte auf diesem Gebiet exemplarisch vorgestellt, aber auch die Chancen und Schwierigkeiten, die sich auftun, grundsätzlich diskutiert.

Peter Haslinger (Marburg) Die Herausforderung der digitalen Quellenkritik und Chancen für vernetzte Forschungsdateninfrastrukturen zwischen Geschichtswissenschaften und Archiven

Dieser Beitrag widmet sich der Frage, wie sich im Überschneidungsbereich zwischen historisch arbeitenden Wissenschaften auf der einen und Archiven und historischen Sammlungen auf der anderen Seite digitale Angebote verknüpft und zu kollaborativen Angeboten weiterentwickelt werden können. Es soll auch um Strategien gehen, historische digitale Angebote im Rahmen größerer interdisziplinärer Zusammenhänge (wie etwa der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur) bestmöglich zu positionieren. An wenigen Beispielen wird erläutert, wie das Zusammenspiel zwischen Infrastruktureinrichtungen, Universitäten und kleineren Institutionen spartenübergreifend und nachhaltig ausgestaltet werden kann.

Daniel Fähle (Stuttgart) Harald Sack (Karlsruhe) Perspektive „digitaler Werkzeugkasten“ für historische Forschung mit Archivgut

Mirjam Sprau (Koblenz) Tobias Herrmann  (Koblenz) Clemens Rehm (Stuttgart) Themencluster „Wiedergutmachung“ und Archivportal-D

Thekla Kluttig (Leipzig) Aufbau digitaler Infrastrukturen durch die Bürgerforschung: Perspektiven für Geschichtswissenschaft und Archive