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Zwischen zwei Stühlen. Erinnerungen des deutschbaltischen Militäringenieurs Peter Unterberger (1881–1960) an seine Jugend und Karriere im Russländischen Reich

Quellen

Band 11 der Quellen zur Geschichte und Landeskunde Ostmitteleuropas wurde herausgegeben von Heidi Hein-Kircher unter Mitarbeit von Vera Volkmann.
Marburg 2026, II, 356 S., 15 Abb., ISBN 978-3-87969-505-8
Einzelpreis € 63,– zzgl. Versandkosten

„Zwischen zwei Stühlen“ hat der Militäringenieur Peter Unterberger seine Memoiren betitelt, um seinen Nachkommen über ein sehr bewegtes Leben im Russländischen Reich als Offizier, im revolutionären Russland und dann im chinesischen Exil bis zu Beginn der 1930er Jahre zu berichten. Der Titel und die Ausführungen Unterbergers über die Deutschen im Russländischen Reich verweisen darauf, dass die Deutschen außerhalb der Ostseeprovinzen, wo sie die sozialen Eliten stellten, zwar wichtige Positionen in der Reichsverwaltung und im Militär einnahmen, aber trotz aller Loyalität zum Zarenhaus zumindest von Teilen der Bevölkerung als „Fremde“, als nichtrussisch bzw. von den Deutschbalten als nicht-deutsch wahrgenommen wurden.

Der Lebensweg Peter Unterbergers kann als exemplarisch für die Rolle gerade der im russländischen Militär und in der Reichsverwaltung tätigen deutschsprachigen Funktionseliten gedeutet werden. Insgesamt bieten diese Memoiren aus einer Mikroperspektive wichtige Einblicke in den Alltag und das Selbstverständnis der deutschsprachigen Funktionseliten im Fernen Osten sowie über die Herausforderungen und Freiheiten des dortigen Lebens im Vergleich zur Hauptstadt St. Petersburg.

Das Original der Memoiren Peter Unterbergers (1881-1960), auf dem die Auswahledition letztlich basiert, ist ein 982 Seiten umfassendes Typoskript, das Unterberger für seine Kinder und Enkelkinder verfasst und im März 1948 abgeschlossen hatte. Es wird seit 1973 in der Dokumentesammlung des Herder-Instituts aufbewahrt (DSHI 140 Balt 364).