Kurland Property Records

Document text

back to search

Bauer445

OM. Hermann von Brüggenei gen. Hasenkamp belehnt Dietrich Schencking und seine Erben mit den Gütern, die Dietrich Buttler von Tuckum in den Gebieten und Kirchspielen Tuckum und Kandau besaß, aber wegen seines feindlichen Verhaltens gegenüber dem DO verwirkt hat, in beschriebenen Grenzen, dazu mit 5 Gesinden im Gebiet Segewold, dem Dorf Lammen im Gebiet Kandau, einem Schmied namens Bartholomäus mit einem Stück Landes an der Schlocke und verschiedenem anderen Besitz, alles zu Lehngutsrecht. Wenden, 1544 Jan. 19
Lehnsurkunde
Überlieferung:
aus A: Ausf.
Material: Perg.
Archiv: Riga, Hist. StaatsA., Best. 5561, Fb. 4, Akte 334; GStAPK, VIII. HA B 24: Sammlung Stavenhagen Urk. Nr. 367
Hide variants and comments | Show variants | Show comments | Show variants and comments |
Wi Hermann vonn Bruggeney, genant Hasenkamp, meyster Duitsches ordens tho Lyflanndt, doenn kundt, bokennenn unnd botuigenn in unnd mith duissem unserm apenenn vorsegeldenn breve vor alsweme, nachdeme unnd alse dann Dirich Buttler vonn Tuckum etzlicher sinenn geschwindenn unndt vorderfflichenn handelunge unndt practikenn halvenn, so ehr inn vorledenenn jarnn wider unns unnd unnsernn ordenn attentirt, gebruickett unnd vorgenommenn, alle sine gutere, so ehr vonn unnserm ordenn tho lhenn gehatt, vorwirckt unndt verbrockenn, welcke dann derhalvenn ane mittele an unns als sine geburliche naturliche overicheitt unnd lhennherrenn vorfallenn sin, unnd up dat averst sodane gudere tho sterckunge des banners widerumb der geboer unndt notturfft nha verdinst mogenn werdenn, demna so hebbenn wy datsulvige lhenn unnd gudere mit consents, willenn unnd vulborde unnserer werdigenn gebietigere Dirich Schenckingk, der unns unnd unnserm ordenn lange tidt trewlich, uprichtigk gedinett, sampt sinenn rechtenn warenn ervenn geguntt, gegevenn unndt vorlhenntt gelick unndt inn aller mhatenn, alse diesulvigenn Dierich Büttiler hirbevornn allerfrigest ingehatt, bosetenn, gebruickett unnd inn beidenn gebiedenn unnd kerspelenn tho Tuckum unndt Candaw inn ehrenn nhavolgendenn marcktenn, grenitzenn unndt scheidingenn bolegenn sin: intt erste anthogande vonn dem Zirschleischenn wege [Dsirkaln, Zirkaln, ein Zerxtensches Gesinde (zu Zerxten 9 km nö Tuckum) an der Straße von Tuckum nach Alt-Mocken (Anmerk. von A. Bauer prüfen). Der Name ist im Ortslexikon nicht identifizierbar und offenbar auch stark verballhornt, vgl. weiter unten:] Zirschlokeschenn weg, dar ein klein sip unnd eine kule darbie is
up tho gande up de luchternn handt ann ein gebrockede
datt gebrockede enttlangk beth ann ein siep
dat siep up tho gannde bett ahnn eine kuele
vonn dersulvigenn kuelenn denn bergk up tho gande ahnn denn oldenn Mokeschenn wech [Weg nach Alt-Mocken 5 km nnw Tuckum]
vortt strack over denn wech bett ann einenn eckennboem, mit einem crutze getekenntt
unnd strack vordan ann einenn andernn eckennboem, mitt einem crutze getekenntt
vonn duissem boeme bett ann ein gebrockede, dar ein eckennboem steitt, mit einem crutze getekentt, unnd dar eine kule bie is
vonn dem gebrockede ein siep daell tho gande up die rechter hanndt durch einenn heyschlagk wente inn denn diepenn gravenn, dar datt siep dar fluth
dem sipe so nach tho volgende beth up einenn hoyschlagk, dar ein breitt stein licht, mit einem crutze getekenntt
dem hoyschlage tho volgende unnder dem berge her, dar eine kuele is
vonn der kulenn durch datsulvige sip beth ann denn Zirschlokeschenn weg, dar die scheidinge erstenn anngheitt
item noch ein stuck landes inn volgender scheidinghe bolegenn: antogande an einem flete, genantt die Moze, dar eine kuele is
vonn der kulenn up tho gande thwischenn thwenn penerenn#pener = Feldrain, dar nach eine kuele is
vonn dersulvigenn kulenn na der luchternn handt, dar noch eine kule ist
vonn der kulenn stracks na der rechter hanndt tho gannde, dar ein stein licht, mit einem crütze geteikent
vonn dem stein daell durch ein sipkenn
up der rechter hanndtt up tho gande beth up eine kleine hogede, dar ein stein mitt einem crutze geteikent licht
vonn deme steine einen oldenn pener up tho gande beth ahnn denn Satischenn wech [Weg nach Sahten 13 km ssw Tuckum] unnd wedder vann dem weghe na der rechternn hanndtt durch ein sipkenn
vonn demsulvigem sipe up tho gande einenn pener enttlangest aver eine hoge beth an ein gebrockede, dar ein eckennboem mit einem crutze geteykentt steitt
datt gebrockede nha der rechternn handt up tho gande beth ann ein sipken
datt sipkenn noch up tho gande bett an ein ander gebrockede
datt gebrockede entlangest up die rechter hanndt tho gande bet an einenn stein, mitt einem crutze geteykentt
vonn duisssem steine stracks aver de heide, dar ein stein licht an einer groft, mitt einem crutze geteikentt
vonn deme steine einem sipe tho volgende bet inn de Mose
die Moze af to gannde bet an die vorbenompte kuele, dar die scheidinghe angheitt
item noch ein stuck landes: inntt erste antohevenn inn Strombergher [Die Familie Stromberg war im Besitz von Bresilgen 14 km nnw Tuckum.] wege vonn Tuckum, dar ein steine hardt bie dem wege licht, mitt einem crutze geteykenntt
vonn duissem steine dem wege tho volgende bett an ein sip, darup eine kleine brügge lichtt, darbie ein eckennboem mit einem crutze geteikenntt steitt
duissem sipe tho volgende up die rechter hanndt bet up einenn kleinenn hoischlagk
vonn dem hoyschlage strack up eine hogede, dar eine kuele is unndt ein grot stein licht, mitt einem crutze geteykenntt
vann duissem steine einenn pener enttlangest up die rechter handt bett an einenn eckennboem, mit einem krutze geteikentt
vonn deme boeme denn pener enttlangest bett an eine beke, dar ein stein licht, mit einem crutze geteykent
vann duissem steine aver die hogede beth inn die heide, dar ein stein mit einem crutze getekent licht
von duissem steine vorth wedderumb na der Stromberger Stramberger zu lesen wege, dar die scheidinge erst angheit
item an der Schlocke [Schlocke, Fluß, mündet bei Schlock in die Kurl. Aa] eine becke up tho volgende wente an de Runsesche shee
vonn der shee na der rechtern handt in ein sip
dem sip tho volgende bett inn ein gebrockede
vonn dem gebrockede under dem Hünenn berghe [Hüningsberg, Berg 6,5 km nö Tuckum] her na der luchternn handt, dar ein eckennboem steitt, mit einem crutze geteikenntt unnd eine kule darbie
vonn der kulenn denn pener vortt af to gande bett inn ein sip
dat sip langest datt gebrockede up die rechter handt up to gande, dar ein eckennboem steitt, mitt einem crutze geteykent, darbie eine kule unndt ein stein, mitt einem crutze geteykent
vonn deme steine dem pener enttlangest over ein hoge, dar ein eckennboem mitt einem crutze geteykent steit unndt eine kule
vann dem boeme bet an eine grufft
de enttlang bett ahnn einen stein, mit einem crutze geteykentt
vonn deme steine stracks na einem vlete, dar Hillebrandt vonn Bruckhuisenn sine scheidinghe is
datt vleth daell tho gande unnd dardurch an einenn boem, mit eynem crutze geteykent
vonn dem boeme durch ein gebrockede up einenn wegk, dar up die rechter handt eine kule is
denn wegk enttlangest beth up die scheidinghebeke
die becke aff tho gande up die luchter handt bet wederumb inn die Sclocke
item noch vonn der soltenn see, dar die Serresche becke inn de sehe flut, over einenn sandtbergk durch die heide, dar ein kule is, ahn datt gebrockede
dat gebrockede dar tho gande wente up denn Tuckumpschenn wech, dar ein stein licht, mitt einem crutze geteykenntt
vonn dem steine denn wegk enttlangest bett an einenn fothpat
dem vothpat up die rechter hanndt tho volgende bett ann die Wulfe Wulfs zu lesen becke
durch die becke bet ann die Jhos becke
de becke up tho gande wente ann ein gebrockede, dar ein boem steitt, mit einem crutze geteykent
von demsulvigenn boeme durch dat gebrockede einen berg enttlang na der rechternn hand, dar eine boem steitt, mit einem crutze geteikennt, und eine kule darbie is
vann dem boeme dat gebrockede enttlangest durch ein ander gebrockede, gehetenn Nedder purwe, dar ein stein licht, mit einem crutze geteykennt
unnde harde bie dem steine up eine hoge, dar ein kule is
vonn der kulenn stracks durch die heide bett an ein flet
dem vlete tho volgende bett inn die Gerckersche becke
an item der Sclocke anthohevennde unnd ein sip up tho volgende bet tho einem steine, mitt einem crutze geteikent
vann dem stein bet an einen eckenboem, mit einem crutze geteykent
von deme boeme tho einem andernn eckenbome, mit einem crutze geteykent
von dem bome tho tredenn in ein sip undt dem sipe tho volgende bet an den Scheidischen wech, dar eine brugge is
vonn der bruggen einer fuchtnisse tho volgende wente aver denn olden Scheideschen wech wente an eine kule
van der kulen wente an Lamsdorps scheidinghe
der scheidinge tho volgen wente in de Schlokes sehe [Ob der Walgum-See 9 km onö Tuckum?] . Noch gunnen, gevenn unndt vorlhenenn wy ehme unndt sinen rechtenn waren ervenn viff gesinde mit thobehorigenn krogenn, landen unndt luden, alse die ihm gebiede tho Segewolde in ehren marckten, grentzenn undt scheidingen bolegenn sin. Thodeme gunnen, geven undt vorlhenen wy ehm dat dorp Lammen [Lahnen 2,5 km nnö Lievenhof oder Lievenhof (Lammingen) 12 km nö Kandau], alse dat im gebiede Candaw inn sinen marcktenn und scheidingen bolegen is. Thodeme so sal he macht hebben, inn der Walworschen sehe einen fischer tho holden. Noch gunnen, geven undt vorlenen wy ehm und allen sinen rechten waren erven einen schmit, Bartholomeus genompt, sampt sinen brudern, mit einem stuck landes, dar ein einfothling placht up to wonen, an der becke die Schloucke Schlaucke zu lesen geheiten, als dat die einfotling von oldinges gebruicket unndt dar he recht tho heft
darto etlicke stücke landes up jensit dem hackelwerck [Schlock 28 km w Riga], glick alse dat hirbevorn Dirich Buttler von Tuckum und sin vorvader gebruicket heft [Vgl. den Lehnbrief von 1520 Juni 3 (Erg. 736), ggfs. als Anmerkung hierher]
und noch ein klet stede thwischen thwen graven bie s(unte) Michaels capelle an der Schlouke bie der Aa under ein lop saete, dar he ein klet unnd einen buren up setten mach also bescheidentlich, die bure neine unnutte vischerey don sal, dan alleine wes he tho sinem gesinde benodiget, is ein klein net, tho vischen holden mach. Noch gunnenn, geven unnd vorlenen wy ehme unndt allen sinen rechten waren erven einen haken landes ihm gebiede tho Tuckum, geheten de Wasschell, glick alse dat gemelte Dirick Butteler gebruicket unndt sodan hacken landes inn siner scheidinge bolegen is
thodeme noch einen beschlotenen holm, ihm gebiede thor Mitaw gelegen an der becke geheten de Schlouke, dar ein vlet uth der Schlouke undt so wedder inn die Schlouke fallende, glicker matenn alse dat hirbevorn Dirich Buttler von Tückum boseten undt gebruiket hefft
sodane vorbeschreven lande unnd dorp mitt allerley thobehoringe, nutt und boqwemicheitt, wo die genomet sin ader genomet mogen werden, alse an ackern geradet [und] ungeradet, hoyschlegen, wesenn, weiden, vhedriften, holttingen, buschen, wolden, sipen, sehen, watern, honichboemen, honichweidenn, fischereien, vogeleien unndt allentt, wor gemelte Dirick Schencking unnd alle sine rechte warenn ervenn mogen recht tho hebben, nichtsnicht buten bescheidenn, vorttan tho hebben, tho bositten unndt tho beholdenn frig unndt fredesamtlichenn na lhengudes rechte tho ewigen tiden. Inn urkunt unndt mher bovestigung der warheitt hebben wy Herman, meister upgemelt, unser ingesegell rechtes wetendes unden an duissenn bref laten hangen, die gegeven unndt geschreven tho Wenden avents Fabiani et Sebastiani na Christi unsers hern geburt dusentfifhundert darnach ihm vierundtvierzigsten jar.(?)
comment
pressureMit vorliegendem Lehnbrief ging Schlockenbeck 3,5 km onö Tuckum aus dem Besitz der Familie Butler in den der Familie Schencking über. Dietrich Schencking mußte sich als der neue Inhaber der Butlerschen Lehen mit auf den Vorbesitzer zurückgehenden Schuldforderungen (vgl. Erg. 1162, Erg. 1163 u. Erg. 568) sowie mit Ansprüchen des erzbischöflichen Amtmanns Johann Butler auf die Güter seines verstorbenen Bruders Dietrich Buttler (vgl. Erg. 1079 u. Erg. 1128) auseinandersetzen.