Kurland Property Records

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Bauer163

OM. Cisse von dem Rutenberg belehnt Wigand Nettelhorst und seine Erben mit 7 von ihm gekauften Haken Landes in Ackertale, wovon 3 Haken in Kurmahlen und 4 Haken in Zirgen gelegen sind, zu Lehngutsrecht. Wenden, [1424-1432 jeweils] Jan. 6
Lehnsurkunde Text nach A. Bauers Abschrift von Kopie des 16. Jahrhunderts (B).
Überlieferung:
aus B: Kop., 16. Jh
Material: Pap.
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Wy broder Cize van Ruthenberch, mester to Lyflande des Dutschen B ordens, bekenne unde betuge openbar in dussem open brieve, dat wy mit rade unde fulbort unszeren ersamen medegebediger gegeven unde vorlenet hebben unde geven unde vorlenen in lengude mit krafft dusses brieves Wigandt Neltelhorst unde alle syne waren erven synen rechten warhaftigen koefften koep, seven haken landes in ackertale#ackertal = Anzahl von Streustücken, die insgesamt den Haken ausmachen. Vgl. dazu O. Stavenhagen, in: JbGen. 1899 S. 165 f.: Der Ausdruck bedeutet demzufolge Haken in Ackerzahl, d.h. Haken, die aus Äckern bestehen, die im Streuland, in der Gemengelage gelegen sind. Sie liegen vornehmlich in unmittelbarer Nähe der Ordensburgen und Hakelwerke. gelegen, drie in deme lande to Kurmalen [Kurmahlen 4 km wsw Goldingen] unde vere in Zirgenn [Zirgen ist vermutlich im Goldingischen in nicht allzu großer Entfernung von Kurmahlen zu suchen. Es ist daher eher nicht mit Sirgen 9 km sw Pilten identisch, das zudem nach den Angaben des Ortslexikons seit den Teilungen des Jahres 1253 zum bischöflichen Anteil von Kurland gehörte. Nochmal prüfen, ob es möglicherweise zeitweilig doch zum Windauer Komtureigebiet gehört haben könnte.] belegen, welke vorgeschreven seven haken landes sal Wigandt unde alle syne waren erven brucken mit alle erer nutticheit, rechticheit, frieheit, als an acker gerodet unde ungerodet, wo^elde, weyde, hochslage sic B, statt recte hoyslage, mit allerleye thobehoringe, nichtesnicht bu^ethen tho bescheiden, dat tho besittende, tho bruckende, beholdende vry unde fredesameliken tho ewigen tydenn in leynrechtes wisze in allen maten, als Hermen Sebbe unnd Hans Smedeken von aldes besetten unde gebruckt hebbenn. Ock so geve wy unde verleynen dem vorgeschreven Wygande unde synen waren erven alle erer wortste[de] unde garden in Goldingen unde buthen Goldingen, wor se dan belegen syn. Thor tuchnisse der warheit is unsze ingesegel unden B an dussen brieff gehangen, de gegeven is up unszerm slo^ete Wenden in den jaren nach Godes gebort M+oCCCC+o in deme tweundetwintiigesten am taghe der heiligen drie konnighe.(?)
comment
pressureDie Datierung 1422 Jan. 6 muß auf einem Abschreibfehler beruhen, da OM. Cisse von dem Rutenberg in diesem Jahr noch gar nicht amtierte. Das Ausstellungsdatum ist richtig 1424-1433 innerhalb der Amtszeit des Ordensmeisters anzusetzen. Es bleibt unklar, ob die Nachricht von der angeblichen Belehnung des ersten Nettelhorst im Goldingischen mit Kimahlen(!) im Jahr 1412 (vgl. Manuskript A. Bauer Nr. 155 u. Verzeichnis Arbusow S. 37), die ohne konkreten Hinweis auf die Existenz einer Urkunde bleibt, möglicherweise richtig ebenfalls auf den vorliegenden Lehnbrief über Kurmahlen zu beziehen ist. Sie könnte letztlich auf Angaben zurückgehen, die im Jahr 1620 ein Heinrich Nettelhorst vor der Ritterbank machte. Nach seiner Aussage lag der Ursprung des Geschlechts Nettelhorst im Land Jülich; ein Nettelhorst sei zuerst im Neuhausischen und danach 1412 auch im Goldingischen belehnt worden (Ritterbanken Nr. 14 S. 11). Laut Verzeichnis Arbusow S. 50 enthielt die Woldemarsche Sammlung ein Regest zur Belehnung Nettelhorsts sub Kimalen und mit der Jahreszahl 1422, was den Verdacht erweckt, daß sich im Lauf der Zeit eine irrige Auffassung nicht nur des Ausstellungsdatums, sondern eventuell auch des Lehnsobjektes eingeschlichen hat. Als 1455 Febr. 21 an Friedrich von dem Broele zwei Haken Landes in Kimahlen verlehnt wurden, die er gegen anderen Besitz eingetauscht hatte, wird jedenfalls ein Sibbeyane als Vorbesitzer dieser Haken genannt (Bauer 219). Auch laut Ortslexikon gelangten die Nettelhorst erst 1528 in den Besitz von Kimahlen. Der Editionstext basiert auf A. Bauers Abschrift von B.