Kurland Property Records

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Bauer255

OM. Johann von Mengede gen. Osthof belehnt Cordt Nolde und seine Erben mit 12 Haken Landes genannt Warwen und Croyen im Gebiet und Kirchspiel Windau in beschriebenen Grenzen zu Lehngutsrecht. Riga, 1466 März 6
Lehnsurkunde Text derzeit nach A. Bauers Abschrift von der Ausfertigung (A).
Überlieferung:
aus A: Ausf.
Material: Perg.
Archiv: Riga, Hist. StaatsA., Best. 5561, Fb. 4, Akte 104; GStAPK, VIII. HA B 24: Sammlung Stavenhagen Urk. Nr. 119
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Wie broder Johan van Mengede, anders genanth Osthoff, meister to Lifflant Dutsches ordens, bekennen unde betugen apenbair mit dusseme apenen breve, dat wie mit rade unde volborth unsir erszamen medegebediger, namlicken ock Otte van Haykelem [Otto von Hoekelum, 1466 Komtur von Dünamünde, vgl. Fenske/Militzer Nr. 412.], to Dunemunde, unde Cordt van Hertezenrade [Konrad von Herzenrode, 1466-1468 Komtur von Windau, vgl. Fenske/Militzer Nr. 404.], tor Wyndaa kompthure unses ordens, Cordt Nolden unde alle synen rechten waren erven gegeven unde vorlenet hebben unde mit crafft dusses breves geven unde vorlenen twelff haken landes, Warven [Warwen 11 km ssw Windau] unde Croyen [Croyen, früher Beigut 1,5 km nw Atlitzen] genomet, so alse de ym gebede unde kerspele tor Wyndaa unde in dussir naberorden schedinge syn belegen: indt erste van der Wyndaa strack upp to gande den Sweetschen graven bith yn den Goldingisschen wech, over den Goldingisschen wech strack vort tho gande over eyne heide recht bith in de Porroupe, dorch de Porroupe upp to gande recht bith in de beke de Beste genomet, de Beste over to gande bith an dat brock de Kutcze genomet, van der Kutcze vortan to gande beth an den hoyslach de Welde genomet, van der Welde vort to gande over den Goldingisschen wech beth an dat siepp Croyewalcke genomet, bie der olden borch bith in de Wyndaa, unde den twelfften haken landes an ackeren twisschen dem sipe Croyewalcke unde Atlicze [Atlitzen 14 km s der Windaumündung], horende to dem lande to Croyen, mit allerleye tobehoringe, nuth unde beqwemicheit, wo de genomet sien eddir genomet mogen werden, als an ackern gerodet unde ungerodet, hoyslagen, wesen, weiden, vedrifften, holtingen, busschen, wolden, birsen, watren, beken, sypen, honnichbomen, honnichweiden, visscherien, vogelien etc., unde wor Cordt Nolde unde alle syne rechten waren erven vorgemelt mogen recht to hebben, nichtisznicht buten bescheiden, vortdan to hebbende, to besittende, to brukende unde to beholdende vry unde vredeszammichlicken na leengudes rechte to ewigen tiden. Des tor orkunde unde tor tuchnisse der warheit so hebben wie unse ingesegill undene an dussen breeff laten hangen, de gegeven is to Rige in den yarn na Cristi gebort dusentveirhundert unde darna ym soszundesostigisten am donnersdage vor dem sondage Oculi.
comment
pressureDer vorliegende Lehnbrief aus dem Jahr 1466 ist der erste Nachweis des Geschlechts Nolde in Kurland. Kordt Nolde stand später in Ordensdiensten, wie aus einem Kredenzbrief des livländischen Landmarschalls Konrad von Herzenrode für seinen Delegierten an den Hochmeister von 1481 Aug. 4 hervorgeht (vgl. Index Nr. 2154), und wurde in den Jahren 1480 und 1486 mit weiterem Lehnsbesitz in Kurland bedacht (vgl. Bauer 288, Bauer 300 und, wieder auf Warwen bezüglich, das fälschungsverdächtige Stück Bauer 322 de dato 1494 Aug. 15). Ein Adrian Nolde gab im Jahr 1620 vor der Ritterbank an, sein Geschlecht stamme aus Hessen, was sich mit den Angaben dreier 1476 eingeholter Adelsatteste des hessischen Landgrafen, der Burgmannen der Grafschaft Ziegenhain und einiger erzbischöflich-mainzischer Burgmannen deckt, vgl. Ritterbanken Nr. 35 S. 18 u. Genealog. Handbuch insb. S. 417-423.