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erg1186

Philipp von der Brüggen an OM. Heinrich von Galen in seiner Pfandangelegenheit mit Johann von Altenbockum: Beklagt sich, daß Johann von Altenbockum die Bestimmungen des Pfandvertrages über das Dorf Dursuppen nicht einhalte und ihm Gewalt antue. Der Ordensmeister möge durch den Goldinger Komtur und den Vogt von Kandau Johann von Altenbockum zur Bezahlung der Gewalt und die Bauern zur Bezahlung ihrer Schulden und der versäumten Arbeit anhalten. Stenden, [15]54 Jan. 9
anderes Schriftstück; Pfandurkunde; rechtliche Auseinandersetzung
Überlieferung:
aus A: Ausf.
Material: Pap.
Archiv: Stockholm RA, Livonica I vol. 15
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Hochwirdiger, grothmechtiger furst. E. h. ff. g. sein mein schuldig gehorsam unnd vorplichtwyllig deinst inn aller underthenigheit stets zuvorahnn bereit. Gnediger her, wiwoll ich des wyllens nicht war, jennig gelth up der Oldenbokum guder tho lehenenn, all [nd.] al = obgleich bynn ich dar vann herenn Caspernn vann Oldenbokum vakenn umb angelangeth. So hefft mir dennoch Johann vann Oldenbokum vlitig ansochenn unnd bedenn (:denn ehr my dreymall beschichte [nd.] beschichten = ausrichten, mit seinem oldestenn soene, mith Jurgenn Lampstorp unnd entlichenn mit seiner eigenn husfruwenn, ich geswige des wirdigenn unnd erentvestenn herenn vogeth tho Candow [Heinrich Steding, Vogt von Kandau 1550-1556, oder noch sein Vorgänger Heinrich Wulf gen. Lüdinghausen, Vogt von Kandau 1540-1549] schreibenn, dath derhalbenn geschehenn, noch vorhandenn:) entlichenn darhennenn bewagen, dat ich herenn Caspernn vann Oldenbokum dath [hebbe] thoseggenn mothenn, dreydusenth march unnd vertig daler, unnd thor stundt uberschotenn unnd betalth, wy ich dath mith herenn Caspernn quitantien woll bewisenn kann. Vor sodane dreydusenth march unnd vertig daler vorsetteth unnd vorpandeth mir Jo[hann vann Oldenbokum mit]h wethenn und wyllenn seiner ehelichenn husfruwenn unnd seiner erbenn witlichenn de gesinde unnd dath dorp Dursuppenn [Dursuppen 18 km sö Talsen] mith allenn landt unnd luidenn, hoyslagenn etc. unnd allenn andernn nuttenn und boquemigheidenn, welchs ich innemen, genethenn unnd gebruckenn mag oder sall frey und fridsamlichenn, allenn tinss, nutt, upkumpft unnd wackenngelth darvann emphangenn mag oder sall gelich meinen andernn burenn unnd erffgudernn, aenn Johann vann Oldenbokum offt jemanth vann seinert wegenn inrede unnd vorhinderunge, alles aenn argelisth unnd geferde, doch bey dem bescheide, dath vorgemelthe Johann vann Oldenbokum datselbige dorp Dursuppenn allwege up vastelabent iders jars tho loesenn mechtig sein sall, doch de loese mir eyn halff yar vurhennenn ankundige. Unnd wes mir de burenn midlerwyle schuldig blivenn, sall unnd wyll genante Johann vann Oldenbokum mir vor der loese wedder tho gebenn vorplichtet sein. Midlerwyle sall unnd mag ich dath gemelthe dorp Dursuppenn sampt allem lande unnd luidenn frey unnd fridsamlichen gebrukenn aenn alle vorhinderunge geistliches unnd welthliches rechtenn, geboth, vorboth unnd alle ander yndracht, wie de namenn hebbenn edder gewinnen mogenn, alles aenn argelisth unnd geferde. Inn urkunth unnd merer bevestung der warheit hefft he sein angebornenn signeth beneddenn up dussenn breiff [.......... lathenn druck]enn unnd mith eigener handt underschrebenn etc. Ich spore aber itz, dar de sprache Plauti vor sey, >Malo bene facere tantundem periculi est, quantum bono male facere< [T. Maccus Plautus, Poenulus] . Itz wyll mir Johann vann Oldenbokum dath dorp afflosenn, nicht up bestimpte tidt, nemptlichenn inn dem vastelabenth, sunder sunderlich. des sondages vor Nienn jars dage. Unnd deith mir gewalth in meinen pandtgudernn, dann ehr hefft twe Dursuppeschenn burenn mit nae dem strande genomenn
auch einen togenn sie mith ahnn de kockenn tho Talsenn, wy ich vann denn verenn bericht, de allein thor arbeith sein. Ehr maketh mir de burenn ungehorsam, dath ich keine arbeders krigenn kann, doir [nd.] doren = wagen, sich erkühnen och niemanth aenn gefar libes unnd lebens, deselbigenn burenn uth tho drivenn, hennen schickenn. In summa he drifft homoth genoch seinem vorsegeldenn pandtbreiffe, denn ehr mith eigener hanth underschrebenn, thowedder. Dewyll dann, gnediger furst unnd her, >Contractus ex conventione legem accipiunt c.? contractus de reg.? iur.? lib.? vi cum simillibus<, unnd ehr sich vorschrebenn hefft, dath he allwege up vastelabenth iders jars dath dorp tho loesen mechtig sein wyll, deith gemelter Johann vann Oldenbokum unrecht, dath ehr de tidt nicht vorbedeth [nd.] vorbeiden hier = abwarten unnd mir gewalth in meinen pandtgude deith, >Nam inclusio unius temporis est aliorum exclusio<. Dewill dath dar steith, [......................... id]ers jars tho loesenn mechtig sein, so hope ich tho Gade unnd recht, he sall mir gewalth darahnne gedann hebbenn, dat ehr mir de burenn tho seinem eigenn arbeith drifft unnd mir ungehorsam maketh. Wider volgeth inn dem pandtbreiffe, wes mir de burenn midlerwyle schuldig blivenn, sall und wyll genante Johann vann Oldenbokum mir vor der loese wedder tho gebenn vorplichtet sein. Solchs isth och nicht geschehen, de burenn sindt mir noch schuldig. Todem hebbenn sie mir itliche lope kornes gestolenn. Dar is noch all dath kornne inn dem klethe, dath ich sieder dith unnd vastelabenth woll leddig makenn. Dewyll dann inn dem pandtbrieffe nachvolgeth, midlerwyll sall unnd mag ich dath dorp Dursuppenn sampt allem landt unnd luidenn frey unnd fridsamlichen gebruckenn aenn alle vorhinderunge gestliches unnd welthliches rechtenn etc., unnd ehr mir de burennschulde nicht betalth hefft unnd ich kein gelth emphangen hebbe, so vorhope ich my abermals tho Gade unnd rechte, er sall mir inn vorgemeltenn stuckenn gewalth gedann hebbenn und deselbigenn och [tho] bethalenn schuldig sein. Och danche ich I. h. ff. g. gantz underthemlich underthanlich. unnd dinstlich, dath I. h. ff. g. ahnn denn herenn vogeth tho Candow [Heinrich Steding, Vogt von Kandau 1550-1556] der burenn ungehorsam halbenn gnedigenn geschrebenn, welch[er]% Fleck mir up I. h. ff. g. gnediges schribenn tho einem [ant]hworth [.........................]ekenn de dage, so vakenn sie mir dath arbeith nicht hordenn
alsdann wolde seine werdenn de burenn vor der loese darhennen holdenn, dath sie mir denn vorsumdenn arbeith bethalenn soldenn. Des ich seinen achtbarenn werdenn dinstlich danchbar bynn. Dewyll ich dann up dusser erdenn kein trosth hebbe allein I. h. ff. g., de mich vor unbilliger gewalth woll beschuttenn kann, wy ich och nicht twivell, datselbige I. h. ff. g. doenn werdenn, gelangeth demnae ahnn I. h. ff. g. mein demodige, underthemliche unnd dinstliche biede, I. h. ff. g. wyllenn dem erwirdigenn, wirdigenn unnd achtbarenn herenn cunpturn tho Goldingenn [Christoph von Neuhof gen. Ley, Komtur von Goldingen 1545-1556], och vogeth tho Candow schrifftl[i]chenn upleggenn unnd bevelenn, sie woldenn Johann vann Oldenbokum darhennenn holdenn, dath ehr mir de gewalth bethalenn mochte, unnd wo groth deselbige sey, vann denn herenn und rheedenn sich bekundigenn, unnd dath mir de burenn die ach[terstendige] verbessert achterstendige schulde sampt denn vorsumdenn arbeith bethalenn mogenn. Alsdanne kome ehr up vastelabenth tho mir inn denn hoff, alsdann will ich dath gelth wylligenn und gerne nemen. Darahnn doenn I. h. ff. g. ein werch Gade angenemig unnd gefellig. So bin ichs och umb I. h. ff. g. unnd denn ganzenn ritterlichen Teutschenn ordenn mith libe, guth unnd bluth underthemlich tho vor[denende ...............]% Loch, sinngemäß ist zu ergänzen tho vordenende mer den gewilligt oder ähnliches. unnd vorhope my noch tho Gade, I. h. ff. g. so einen nutten, treuwenn deinst tho donde, denn mhann bey Johann vann Oldenbokum swerlichenn findenn werth, >Intelligentibus pauca<. Goth der allmechtige friste unnd spare hochgenante I. h. ff. g. als meinen gnedigen furstenn und herenn, dar negest Goth all mein trost up steith, inn lanchwirigenn, geluchsaligem christlichenn regiment lange starch, frolich unnd gesunth. Datum ym meine(n) hoffe Stendenn [Stenden 6 km ssw Talsen] dinstages nach ahm dage = Jan. 6 trium regum anno etc. LIIII. I. h. ff. g. underthenigster, gehorsamer Philips vann der Bruggenn.(?) [ Postskriptum: ] Hochwirdiger, grossmechtiger furst, gnediger her. Och hefft mir Johann vann Oldenbokum dorch Jurgenn Lampstorp anseggenn lathenn, dorch denn ehr de loese ankundigenn leth, ehr wolde up bestimpte tidt, nemptlichenn inn dem vastelabenth, dath dorp wedder inloesenn. Dartho hebbe ich my vorlathenn, mein kornne nicht vorfuereth, de burenn seinn mir noch dath meine schuldig geblebenn aenn datjenne, dath se mir [g]estolenn hebbenn. Itz kumpt he heer unnd mateth sich [der]% Loch burenn ahnn, vorbuth ihnne, dat sie mir kein arbeith horenn sollenn. Bidde derwegenn abermals gantz underthemlich unnd dinstlich, wy vorhennen gebedenn is. Och kann ich I. h. ff. g. cleglicher menung dinstlichenn nicht pergenn, dath Dirich Schencking meinen burenn viff kuyenn hoies mith gewalth entvoret hefft mandages nach trium regum [1554 Jan. 8] . Ich darselbst gewesen sampt seinem knechte, hefft gespannenn roere inn seiner hanth gehath, dartho hebbenn all de burenn spere gehath. Unnd aff ehr woll mit meinen burenn tho donde hedde, so hebbe ich my doch dartho erbodenn. Ich wolde tegenn dath voerjar darup ridenn oder hennenschickenn, de sache besichtigenn lathenn. Wher denn recht oder unrecht hedde, der mochte unre[c]ht oder recht beholdenn. Ich begerde niemanth dath seine unnd will meine burenn och inn orhem unrechten nicht vordedingenn, wy ich och mit der copienn dusses breiffes bewisenn kann. Aber eynn, der oveth over mir armenn kranckenn man gewalth, unnd sie varenn allthomall mith gewalth vorth. Derhalbenn ich keinen trost up erdenn hebbe sunder I. h. ff. g. lutter luer. umb Gottes wyllenn biddende, I. h. ff. g. wyllenn sich meiner erbarmenn unnd dar eynn gnedig insehenn doenn, dat de gewalth moge gestureth unnd mir betalth werdenn. Denn burenn, denn dath hoy genomen, werdenn orhe perde och dath quech sterbe[n ............].% Loch, Text endet unvermittelt.
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pressureVgl. Erg. 89, Erg. 103.