Kurland Property Records

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erg1045

[OM. Heinrich von Galen] an den Komtur von Goldingen: Er möge Sander Korff anhalten, Dietrich Lambsdorff für seine Schwester Brigitta Korff, jetzt Lambsdorffs Ehefrau, die vereinbarte Mitgift und was er sonst ausgelegt habe zu entrichten oder ihm des jungen Klaus Korff Anteil der Güter einzureumen ansonsten soll der Mannrichter Dietrich Lambsdorff in entsprechender Höhe in die Güter Sander Korffs einweisen. Wenden, [15]54 Okt. 10
anderes Schriftstück; rechtliche Auseinandersetzung
Überlieferung:
aus B: Konzept
Material: Pap.
Archiv: Stockholm RA, Livonica I vol. 2
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An den heren cumpthur zu Goldingen aus Wenden den 10 Octob(ris) anno LIIII. Lieber her cumpthur [Christoph von Neuhof gen. Ley, Komtur von Goldingen 1545-1556], wir wollen euch gnedig unvorhalenn sein, das heut dato bei uns der erbar und vest, unser lieber getrewer Diederich Lampstorp erschienen, unterthenigst eine papirne vorsiegelte vordracht ziegende, daraussen wir danne lesennde, was massen ehr sich mit dem e[rbarn] der erbar unnd vest, auch unser lieber getrewer Sannder Korff ime, Diedrichen, die tugentsame seine gliepte schwester Brigitta Korffs, itz Diedrichs elige hausfraw, in denn hailigen estanndt zu nhemen zugeschlagen und was Sander ime zur mitgabe und sonnst zu gebenn sich vorsprochenn, vornamen. Weiln dan gemellter Sannder dem aufgerichten seines seligen vaters testament und solcher stattlichen vordracht zur pilligkait wie pillich gewesen nit nachgesetzt, sondern sich in dem allennthalbenn widerwillich sehen lassen und dadurch erhelter Diederich weder zu dem ausgesprochnen brautschatt [] laut des testaments und wes ime sonnst gelabt [] laut oder des jungern Clawes Korffs anpart irer guter, das ehr ime biß zu seinen mundigen jaren inzuhaben fur unns aufgetragenn und bis zu seinen mundigen jarenn einzunhemen und zu geprauchenn ime, Diederichen, belapt und vorhantstrecket, von oftgedachtem Sandern bis anhero in der gute nicht gelangen mugen und ehr aber in zu nicht weinich seinem schaden, beschwerung und geltspildung dadurch gefuret worden, demnach hat ehr unns umb gnedige hilff,%umb gnedige hilff am Rand ergänzt statt gestrichen inen an euch gnedige furpitschrifft mittzutheilen auff das ehr ohne weiter auffhaltung den brautschatz in einer summa laut gerurtem testament und wes ehr sonnst seiner itzigen hausfrawen in irer vorheiratung,% folgt gestrichen das idoch Sandern zu thuen eigenet und geburt hette auch was ehr fur den jungern Clawes Korff ausgelecht, erreiche oder aber daß ihme des jungern Claws Korffs anpart irer guter ingethon werde von Sandern befridigt [mu]ge werdenn untertenigst angeruffen und gepetten. Wan wir dan seinem untertenigenn pittenn nach in ansehung des vordrachts stadt vinden lassenn und einem jeden rechts zu vorhellffen uns schuldich erkennen haben wir ime diß unser furpitnusschrifft nit vorsagen mugen und, statt dessen das folgende bis stadt finden lassen am Rand ergänzt und aber diese sach auß ihren umbstenden dermassen geschaffen vormercken, daß billich, die aufgerichtede vordracht ihre wircklichait erraichen und derselben sowol deß testaments die fraw obgedacht und ihre ehman sich solle haben zu erfrewenn, alß haben wir solchem unterthenigem pitten stadt finden lassen. Gelangt derowegen an euch unser gnedigs bogeren, ermellten Sanderen fur euch zu heischen und entlich dahin haltenn, das ehr Diederichen wie offt angezogen den brautschat und wes ehr sonst zur hochzeit an kleydern und geschmeide fur seine itzige elige hausfrawe, auch ihren brueder wie angezogenn ausgegeben, in einer summa lauts des auffgerichten testaments und vordracht ohne jenigen vorzug entrichte oder des jungern Clawes Korffs anpart seiner guter unweigerlichen einreume. Im fal uber gnedige zuvorsicht, Sander solich ewer vormanung in den wint schlo^ege und Diederi[c]h vonn ime nit contentirt werde, ist unser beger, ihr unsernt wegen unserm manrichter [Mannrichter in Kurland war] Jacop Jo^ede, vgl. den Randvermerk auf der Vorderseite des Papierbogens. daselbst kraft dieses unsers briefs mith ernste bevelen, Diderich Lambstorf in deße Sandern guter, ßo hoch sich seiner schwester mithgabe und waß ihr vermuge der verdracht und testaments aus denselben eigenet, erstrecket, einweysung zu thuen, auf das soliche verdracht und testament gehalten und wir hirmith ferner nicht mugen uberlauffen werden. Geschicht unser zuvorlassiger wille. Datum.% Von und Diederich vonn ime nit contentirt werde bis hierher am Rand ergänzt statt des gestrichenen Passus haben wir unserem manrichter daselbst schrifftlichen Diederichen sotane guter eintzuweisen mandirett und aufferlacht, dan wir dero sachen weiter uberlauffens enthaben und das testament und vordracht gehalten haben wollenn. Gereicht solchs dem rechten und pilligkeit gemes, uns aber zu besondrem gnedigen gefallen. In gnaden zu bodencken. Datum.(?)
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pressureEinige der am Rand vorgenommenen Korrekturen des ersten Entwurfs stammen von einer zweiten Hand, die auch die Anweisung des kurländischen Mannrichters in derselben Sache geschrieben hat (Erg. 1046).