Kurland Property Records

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erg0080

OM. Wolter von Plettenberg belehnt Heinrich von Galen, gen. Halswich, und seine Erben mit der von ihm gekauften Hofstätte und dem Land und Landgut im Gebiet und Kirchspiel Kandau, das Hermann Dumpian und danach Johann von Bockhorst besaßen, mit einem für einen Heuschlag eingetauschten Landstück bei Galten und dem ebenfalls gegen einen anderen Heuschlag eingetauschten Heuschlag Rinsen an der Abau, alles zu Lehngutsrecht. Wolmar, 1526 Juni 15
Lehnsurkunde Text nach E. v. Fircks, Neue Kurländische Güter-Chroniken, Mitau 1900-1905, Beil. Nr. 42, dort nach Kopie von ca. 1600.
Überlieferung:
B: Kop., um 1600
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Wie Wolter vann Plettenberch, meyster Dutsches ordens tho Liefflandt, bekennenn und betugen apenbar vor jedermenniglick mitt dussem unsem apenem vorsegeldem breve, datt wie mitt willen, rade und vulborde unser ersamen medegebedigern Hinrick van Gallen, genandt Halßwick Halswick, und synenn rechten wahren ervenn gegevenn, gegunt und vorlehnt hebbenn alse wy inn krafft dusses unsers openenn vorsegeldenn breves gevenn, gunnenn und vorlehnenn synenn rechtenn wollgekofftenn köp, eine hoffstede mitt deme lande und landtgude im gebede und kerspell tho Candow belegenn, alse datt Hermann Dumpian Dumpiat erstlick und darna Johann van Bockhorst besetenn und gebruckett hebbenn na inholde und vormeldinge der oldenn lehnbreve vann unsern vorvedern hochlofflicker gedechtnusse und unß gegeven, alse datt inn synen marckedenn und schediengenn belegen is. Dartho so gevenn, gonnen und vorlehnen wy Hinrick und synenn rechtenn wahrenn ervenn ein stuck landes im gebede und kerspell Candow inn dusser nageschrevenenn schedinge: int erste anthogande an der Galtenschen schedinge, dar ein krutzekul is, von der kulenn beth an eine gruffte, der grufft up tho gaende beth ann ein gebrockte, Akmenpurve genömett, dem gebrockte entlangest van crutzenn tho crutzenn ann ein ander gebrockte, over datt gebrockte vann crutzenn tho crutzen beth noch ann ein gebrockte, Glassepurwe, deme gebrockte tho volgende beth ann Lodwich Buttler syne schedinge, der schedinge entlangest beth ann de Galtensche becke, dar ein crutze kule is, welcker stuck landes vor einen hoyschlag gegevenn und utgebuttet is, by dem ampte und huse tho Candow tho ewigenn tydenn bliven schall. Noch so gevenn, gonnenn wy Hinrick und synenn rechtenn wahren ervenn ein stuck hoyschlages ann der Abow belegenn, Rindsenn genandt, twischenn der Abow und Zabelschenn wege, vor ein ander hoyschlag achter der tegelschienenn tegelschune = Ziegelscheune, Trockenscheune für die ungebrannten Ziegel belegenn utgebuttet, alse datt inn syner schedinge afgeteckent und becrutzigett is, mitt allerley nutz und beqwemicheitt, wo de genömet syn edder genömett mögen werdenn, alse ann ackern geradett und ungeradett, hoyschlegenn, wesen, weydenn, vehdrefftenn, holtingenn, busschen, weldenn, birsenn, watern, becken, siepenn, seenn, honnigweydenn, honnigbömen, vischeryen, vögelyenn und allent, wat Hienrick vann Gallenn, genandt Halßwick, und sine rechten wahrenn ervenn mögenn recht tho hebbenn, tho besiettende, tho beholdende und tho bruckende, nichtesnicht butenn bescheden, vry und fredesamlickenn nah lehngudes rechte tho ewigenn tydenn. Dusses inn orkunde und mehr befestunge der warheit hebben wie Wolter, meyster bavenngedacht, unse ingesegell wetentlick ann dussenn breff lathenn hangenn. Gegeven tho Wolmar am dage Viti martyris na Christi unses herren gebort 1526.
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pressureHeinrich von Galen gen. Halswich gehörte derjenigen Linie der westfälischen Familie Galen an, die das Haus Halswick im Kirchspiel Gahlen an der Lippe besaß. Nachdem die Familie seit dem 15. Jahrhundert mehrere Ritterbrüder in den livländischen Zweig des Ordens entsandt hatte, wurde Heinrich von Galen gen. Halswick als erster des Geschlechts in Kurland ansässig und erhielt am selben Tag wie obige Belehnung noch eine weitere im Kirchspiel Ascheraden (Erg. 525). Zu der Familie Galen vgl. Fenske/Militzer Nr. 279-286 u. S. Neitmann, Von der Grafschaft Mark nach Livland S. 335-346. Die Güter Galten, Sillen, Wittenbeck und Pelzicken waren seit dem 15. Jh. bis 1673 einherrig. Der Güterkomplex gehörte seit 1498 den Dumpian (Erg. 76 u. Erg. 77), dann Johann von Bockhorst, 1526 Heinrich von Galen (Erg. 80), 1528 Hildebrand von Brockhusen (Bauer 410), 1558 Caspar Hoff (Erg. 81, vgl. P. v. Schroeders, Kurland S. 34, 45 u. 60 und NKGChr. S. 136). Textabdruck nach NKGChr. Beil. Nr. 42.