Kurland Property Records

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erg0074

OM. Wolter von Plettenberg belehnt Hermann Dumpian und seine Erben mit einem Heuschlag von 16 Staken an der Swartenbeke im Amt und Gebiet Kandau, den vorher Paul Brese besaß, in beschriebenen Grenzen zu Lehngutsrecht. Wenden, 1488 März 9 oder 1488 Okt. 21(?)
Lehnsurkunde Text nach E. v. Fircks, Neue Kurländische Güter-Chroniken, Mitau 1900-1905, Beil. Nr. 36, dort nach Kopie von ca. 1600.
Überlieferung:
B: Kop., um 1600
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Wyr broder Wolther vann Plettenberch, meister tho Liflandt Duetsches ordens, bekennen und bothuegen openbar inn und mitt dussem unserem open vorsegelden brewe, datt wyr mitt rade, willenn und fulbordt unser ersamen medegebediger Hermen Dumpiann und alle seine rechten warenn erwenn gegewenn und vorlenett hebben, inn kraft und macht duesses brewes gewenn und vorlenenn einenn hoeyschlach vann sosteinn steckenn hoeiges an der Swartten becke belegenn inn unsere ampte und gebede Kandow, alse datt vorhen Pawell Brese Breze mitt namen beseten und gebruckett heft, in dusser nabeschrewenn schedinge: inth erste anthohewende inn der Schwarttenbecke an der brueggenn, der becke up tho folgende und so fordt umme datt gebroeckde tho gande bett ann einer fuchtnusse genoemett de Bersewalcke, der fuchtnusse dall zu folgende bett inn de Spylwebecke, de Spilwebecke up tho folgende bett inn de Swarttebecke, de Swarttebecke wedder up tho folgende bett ann de vorbenoembde brugge, dar sick de schedunge ersten anhoff
mitt aller nuette und bekuemicheitt, wo de genoemett seinn odder genoemett moegen werdenn, ann ackerenn gerodett und ungerodett, wiesenn, weiden, fhedrifthen, holtungenn, busschen, birsenn, wolden, gebroeckenn, waterenn, beckenn, sipen, honnigboemen, honnigweiden, fisscherien, vogelienn, und wor Hermenn Dumpiann und alle seine rechten waren erwenn vorberorth moegen recht tho hebben, nichtesnicht buten bescheden, forthann tho hebbende, tho besittende, tho gebruckende fry und fredesamlicken, tho beholdende na lengudes rechtenn tho ewigen tiden. Dusses tho orkunde und tuchnuesse der warheitt so hebbenn wir unse insegell unden ann duessen breff wethentlicken donn hangenn, de gegeven ist tho Wenden inn jartalle nach Christi gebordt, do men schreff dusenthveerhundertt darna im achtundachtigstenn jahr am dage Oculii.% Das Inland hat nach einer anderen alten Kopie am dage Ursula
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pressureDie kopialen Überlieferungen datieren die Urkunde auf 1488 am Tage Oculi bzw. Ursula. Beide Datumsangaben sind jedoch nicht möglich, da Plettenberg erst ab 1494 Ordensmeister war. Gegen die Annahme, 1488 sei lediglich verschrieben für 1498, in welchem Jahr unter dem Tagesdatum Montag nach 11000 Jungfrauen (Ursula!) derselbe Heuschlag samt weiterem Besitz an Dumpian verlehnt wurde (Erg. 76), oder der eher abenteuerlichen Hypothese, Plettenberg habe im Jahr 1498 die Verlehnung von 1488 in der Form bestätigt, daß er seinen Namen auf die alte Urkunde setzte und sie neu besiegelte (vgl. E. Fircks in NKGChr. S. 134), argumentiert O. Stavenhagen in: JbGen. 1899 S. 168: Nicht nur sei ihm das Vorkommen derartiger Bestätigungen unbekannt, sondern auch der Inhalt der Urkunde sei zu beanstanden, da hier angeblich ein Heuschlag mit allem, was dazugehört an Äckern, Wiesen etc. verlehnt werde. Ein Vergleich mit der Lehnsurkunde von 1498 ergebe, daß der Heuschlag in der vorliegenden Fälschung nicht nur in genaueren Grenzen beschrieben und etwas größer gemacht worden sei (16 statt 14 Staken), sondern eben auch solche Formeln aus der Vorlage übernommen worden seien, die nur auf die Verlehnung eines Gutes und nicht bloß eines Heuschlags zu beziehen seien. Tatsächlich spricht diese Beobachtung stark gegen die Echtheit der Urkunde. Man vergleiche etwa Erg. 865, worin ebenfalls ein Heuschlag, und zwar durchaus auch mit Zubehör, verlehnt wird, allerdings ohne daß in diesem Fall etwa die sonst übliche, umfangreiche Pertinenzformel Verwendung fände. Textabdruck nach NKGChr. Beil. Nr. 36.