Kurland Property Records

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erg0060

OM. Halt (!) vergleicht sich mit Bf. Edmund von Kurland dergestalt, daß der Orden dem Bischof 14 Haken im Dorf Strasden und der Bischof dem Orden das Dorf Upseden dann überläßt, wenn der jetzige Inhaber des Lehens dieses verkaufen will oder erbenlos stirbt, und nimmt eine Aufteilung des Gebiets um den Libauschen See zwischen Orden und Bischof vor. Wenden, 1271(?)
sonstige Urkunde
Überlieferung:
aus B: Kop., 1. Hälfte 15. Jh
Material: Pap.
Archiv: GStAPK, XX. HA, OBA 89 (alte Sign. OBA 1,3 c)
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Frater Halt magister fratrum domus Theutonicorum hospitalis sancte Marie in Lyuonia salutem in eo, qui est vera salus. Negocium temporale sepe deperit, quod non firmat assercio litterarum. Liqueat igitur tam presentibus quam futuris ad abolendam quandam litis materiam inter venerabilem patrem et dominum Emundum Curoniensis ecclesie episcopum de ordine nostro assumptum inter et nos et capitulum nostrum de quibusdam inpheodatis qua propter post plures raciones hinc et inde allegatas tandem placuit predicto domino episcopo, nobis et capitulo nostro, ut illos 14%quatuordecim C uncos in villa Stratzen, quos Hermannus Thoran habet de manu nostra, et si contingerit illos vendere vel eundem absque liberis mori, cedent domino episcopo. Simili modo intelligendum est de villa Vpseden, quam Bertoldus Steyn habet de manu episcopi, et si moritur sine pueris vel resignare velit aut vendere, cedat nobis. Ut ista omnia amice terminentur, dimisit nobis memoratus dominus episcopus pretactos 14%quatuordecim C uncos in eadem villa et nos dimisimus sibi villam Vpseden cum terminis suis, videlicet usque ad montem Virgenare Virginare C. per illu(m) humectum descendendo in Zareykenbeke ad mare salsum, et sic istos terminos pro veris distinctionibus suis prenominatus dominus episcopus et sui successores obtinebunt. Ceterum quidquid est inter Lyuam Lyva et Zareykenbeke, ad ordinem nostrum pertinebit. Lyua vero per rivum, qui dicitur Barthowe, ad Lethowiam asscendendo et terram, que nuncupata est Scoden, per descensum, ubi Lyua intrat mare ex utraque parte ripe superius et inferius usque rivulum, qui dicitur Hilghe A Heiligena C, dominus episcopus et sui successores pacifice possidebunt. Datum Wenden anno Domini millesimoducentesimoseptuagesimoprimo in capitulo nostro coram preceptoribus nostris fratre Hinrico conmendatore in Velyn et fratre Ernesto conmendatore in Wenden,% C hat, offenbar unter Auslassung mehrerer Wörter, fratre Henrico commendatore in Wenden fratre Wilkino commendatore in Zegewalde et fratre Helmico commendatore in Goldingen et fratre Detleuo commendatore in Winda. Sub appensione nostri sigilli et commendatorum commendatoris C in Goldingen atque Winde.%Winda C
comment
pressureDie Urkunde wurde von R. Toll und Ph. Schwartz für eine Fälschung gehalten, da die grobe Abweichung zwischen dem angeblichen Ausstellungsjahr und der tatsächlichen Amtszeit von OM. Halt nur durch eine sehr viel spätere Abfassung der Urkunde zu erklären sei (vgl. Brieflade III S. 9 u. 30). Tatsächlich war im Jahr 1271 OM. Halt (1290-1293) noch nicht im Amt und der kurländische Bf. Edmund außer Landes (vgl. F. Bunge, Baltische Geschichtsstudien Lfg. 1 S. 75); seine Anwesenheit in Kurland ist erst wieder für das Jahr 1290 urkundlich bezeugt (Bauer 44, Bauer 45, Bauer 46). Schon im LUB 1 wurde daher die Datierung der Urkunde in das scheinbar passendere Jahr 1291 vorgeschlagen. Das von L. Arbusow in: JbGen. 1899 Exkurs V S. 44 vorgebrachte Argument, die Jahreszahl 1271 könne auf einen Schreibfehler des 16. Jahrhunderts zurückgehen, da die Urkunde nur in Abschriften des Transsumpts von 1504 vorliege, hat allerdings keine Gültigkeit mehr, da mit B eine weitere Überlieferung festgestellt wurde, die übereinstimmend die Jahresangabe 1271 enthält. Die als Zeugen genannten Komture stellen dabei ein ähnliches Problem dar wie in Bauer 35. Das Ritterbrüderverzeichnis führt sie unter dem Jahr 1291, kann sich dabei aber nur auf diese einzige fragliche Nennung berufen (vgl Fenske/Militzer Nr. 378, 227, 971, 384 u. 155). Angesichts der lückenhaften Gebietigerreihen für die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts wird offen bleiben müssen, ob sie tatsächlich Zeitgenossen des Ordensmeisters Halt waren. Prüfen: Sind die Komture in den KGU sonst irgendwo belegt (in LGU und LUB sonst nicht)? Inhaltlich auffällig ist die Urkunde zunächst einmal dadurch, daß sie die Frage der durch die Landesteilungen des Jahres 1253 bedingten Veränderungen in Lehnsverhältnissen, die mit der Vereinbarung von 1253 Apr. 4 (Erg. 204 und Bauer 22) eigentlich geregelt war, wieder aufgreift. In Bezug auf Upseden kann die Vereinbarung von 1253 Apr. 4 nur so verstanden werden, daß der derzeitige Besitzer Willekin sein Lehen aus der Hand des Ordens erhalten und das Dorf bei seinem kinderlosem Tod an den Orden fallen sollte. Ganz im Gegensatz dazu gehörte Upseden laut vorliegender Urkunde im Jahr 1271(?) aber immer noch einem bischöflichen Lehnsmann namens Bertold Steyn; neu hinzugekommen im Vergleich zu der früheren Vereinbarung ist die Festlegung der Grenzen des Dorfes Upseden in Virginahlen. Laut Ortslexikon wurde Upseden im Jahr 1429 vom kurländischen Kapitel beansprucht, vom Orden okkupiert, aber 1563 wieder von Bf. Magnus verlehnt. Der Verdacht liegt nahe, daß die Entstehung der vorliegenden Urkunde mit diesen Auseinandersetzungen zu tun haben könnte. Noch ein im Jahr 1562 entstandenes Urkundenverzeichnis führt sowohl die Urkunde des Ordensmeisters Halt als auch das Transsumpt durch Ebf. Michael von Riga (Erg. 976) als im Original im Besitz des Stifts Kurland befindlich auf: {\am Item ein lateinscher brief magistri Haldt und ein versegeldt vidimus des hern ertzbischofs zu Riga etc. solichs briefs inhaltend, das de Liua biß zur Hilgen A dem stiffte zugehorich etc.} (GStAPK, XX. HA, HBA D Kasten 702).