Kurland Property Records

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Bauer041

OM. Konrad von Feuchtwangen belehnt Andres Knoring und seine Erben in der Burgsuchung Goldingen mit dem Hof Kulbulen in beschriebenen Grenzen sowie mit Jahteln, Willgahlen, Pelzen, Bekenmunde, Loken, Kurmahlen und Laxdienen, welche Güter vorher Johann von Kronberg besaß, jedoch unter der Bedingung, daß er dessen Tochter zur Ehefrau nehmen und zur Heerfahrt von diesen Gütern 3 Mann mit Harnisch und Pferden stellen soll. Schamaiten, 1280 Nov. 30
Lehnsurkunde Text nach A. Bauers Abschrift von Abschrift des 17. Jahrhunderts (B).
Überlieferung:
aus B: Kop. (wohl dt. Übers.), 17. Jh
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Allen christglovigen, de deßen jegenwerdiegen breff sen werden effte hoeren, wünsche wy, broder Conrad von Vüchtwangen, meyster der Düthsen offer Lyfflandt,% Hiernach fehlt sinngemäß etwa heyl in Gade dem herrn oder ähnliches. bekenne wy openbar in deße schrieft, dat wy mit togandem rade unser wyser broder ut leve gegeben hebben Andres Knoring und sienen erven um syner mänliken daden willen, de he by uns jegen die vygunde der christenheith gethan hefft, und vele pilgrym ut düthsen lande togebracht, deße landgüder, de unse leve Johann van Cronberge beseten hefft, in de borchsokinge Goldinge unsen hof Kulbulen met alle synen landen unnd mynßken bet an dat solde meer, van de beke Riva langes to gande in de beke Aßaw und so weder to gande an de gegenheiden Kulbulen. Geven ok de lander unnd mynßken Iatelen, Wylgalen, Pelsen, Bekenmunde, Loken, Curmalen, Laxdienen met allen umblegenden jegenheiden. Edt soll genander Knoring unses leven Johan van Kronenberges docter to ener eeden frowen nemen. Düse landegüedere sall Andres Knoring und syne erven op dat aller vryste hebben und behalden alse de besten hovelüde in unses ordens lande. In allen seen und watern hebbe wy ihme und synenn erven fry fysche to fangen geven. To de herffardt sall he van deßen landgüedern dre mans mit harneßen unnd perden to holden plichtig sin hebben. Geven eme unnd synen erven düse güeder ut fründtscop und leve to ewigen tyden to beholdende unnd to gebrukende. Des hebben wy gudes wetens unnd modes unse insegell an deßen breff hangen laten. Gegeven in unser herffart in Samaiter lande in den jaren na Gades geborth eindusendttwehundertunndachtentig jar up sunte Andres des apostels tage.(?)
comment
pressureDie Echtheit des Lehnbriefes von 1280 ist sogar nach den Angaben, die die Familie selbst vor der Ritterbank des Jahres 1620 machte, zweifelhaft (Ritterbanken Nr. 50 S. 27) und wurde schon R. Toll und Ph. Schwartz in Brieflade III S. 26 angefochten. Tatsächlich sind etwa die Existenz von Ordenshöfen, die Praxis der Nennung des Lehnsvorgängers bei der Neuverlehnung, die Art des Lehnsübergangs durch Heirat der hinterbliebenen Tochter des Lehnsvorgängers, die genaue Bestimmung der Kriegsdienstpflicht in Art und Höhe oder die Pertinenzformel {\am met alle synen landen unnd mynßken} für das 13. Jahrhundert inhaltlich völlig ahistorisch (nochmal prüfen). Dazu kommen diverse mehr sprachlich-stilistischen Auffälligkeiten ({\am ut leve gegeben, um syner mänliken daden willen} etc.). Die Definition der besitzrechtlichen Stellung des Lehnsmanns durch die Angabe, er solle die Güter besitzen {\am alse de besten hovelüde in unses ordens lande} ist sonst unüblich, und der zum Vergleich herangezogene Begriff {\am hovelüde} (Hofleute? Hauptleute?) weist jedenfalls ins 16. Jahrhundert. Textgrundlage ist A. Bauers Abschrift von B.