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Bauer506

OM. Wilhelm von Fürstenberg bestätigt Johann Fricke, Landschreiber zu Wenden, dessen künftiger Ehefrau und Erben die im Wortlaut inserierte Auftragung des väterlichen Hofs durch Bernd Holtsage (Bauer 505) und belehnt ihn mit dem Holtsagen-Hof im Gebiet Goldingen zu Zabeln. Ferner belehnt der Ordensmeister Johann Fricke mit all dem, was einst von Otto Holtsagens Gütchen zu dem Hof Zabeln gelegt wurde, mit 1/2 Haken Landes, genannt Ropenberg, dem Dorf Vetzen im Gebiet Zabeln und 5 Gesinden aus dem Dorf Tappeln am Zabelnschen Weg, die zum Gebiet Kandau gehören. Dafür soll Johann Fricke dem Goldinger Komtur einen Hengst im Wert von 100 Mark Rigisch geben, dem Kandauer Vogt zu jeder Heerfahrt einen Berittenen (?) im Wert von 50 Mark Rigisch schicken, die Wendenschen Landbücher innerhalb von 10 Jahren ins Reine schreiben, in Ordensgeschäften zur Verfügung stehen und einen Diener mit Pferd und Harnisch zur Heerfahrt stellen. Wenden, 1559 Mai 1
Lehnsurkunde
Überlieferung:
aus A: Ausf.
Material: Perg.
Archiv: Riga, Hist. StaatsA., Best. 5561, Fb. 4, Akte 422
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Von Gots gnaden wir Wilhelm Furstennbergk, meyster des ritterlichen Teutschen ordens zu Eyfflanndt, thun kundt, bokennen unnd betzeugen in und mit crafft dieses unnsers offnen vorsiegelten brieffs vor unns unnd all unnsere nachkomen, das bey unns in dato der erbar unser lanndtschreiber zu Wenden unnd lieber getrewer Johann Fricke erschienenn unnd unns einenn offnen vorsiegeltenn papirnenn brieff, darin ihm Bernndt Holtsage, saligs Ottenn son, als der ainich manlich erb sein veterlich hoff, acker, lanndt und leute mit wissenn, willenn unnd vulborde der erbarn unnd tugentsamen, unnser liebenn besonnderinnen Barbara Adelinck, seiner mutter, unnd ires liebenn ehgaden Jurgen Ronnowen, itzigem bositzer des gudekenns, uffgetragen hat, gezeigt, unns derwegenn unnterthenigk gebetenn, dennselbenn ubrigkeitwegenn zu confirmirn, zu bofestigenn unnd zu bostetigenn, welcher vonn wortenn zu wortenn lautet wie volgt: Folgt Urkunde Nr. Bauer 505. Weiln wir dan obgemelten brieff in allen seinen puncten, clausuln und articuln ungerassirt, recht und volnkomen befunden und auch obgedachter Berndt Holtsage bemeltem unserm landtschreiber solich gudeken vor uns nach dieser lande gebrauch und gewonheit personlich uffgetragen und uns daboneben unterthenigs vleiss[e]s muntlich gebeten, Johansen Fricken, seiner kumpfftigen hausfrawen und waren erben soliche boschehne auffdracht zu confirmirn und das semptliche gutt zu vorlienen, als haben wir so^elichem Berndt Holtsage unterthenigem bitten gnedigk stattgegeben. Demnach confirmirn, bostetigen unnd bovestigen wir denselben crafft dieses brieffs in allen seinen puncten, clausuln und articuln, vorlienen auch Johan Fricken, seiner kumpfftigen hausfrawen unnd waren erben bemeltes Holtsagen hoff, acker, landt unnd leute, als dasselb im gepiete Goldingen zu Sabel bolegen unnd in aller massen, Berndt Holtsage saliger vater Otto Holtsage unnd desselben voreltere allerfriest bosessen und gepraucht meldung habender unnd gezeigter alter pargamene und papirne siegel unnd brieffe, die wir hiemit crafft dieses brieffs ebenmessig in allen iren puncten, clausuln und articuln confirmirn, bovestigen unnd bostetigen thun, mit allen zubeho^erungen, nutzungen, beguemigkeiten und geregtigeiten, wie die genandt ader kumpftig genant mugen werden, als an ackern geradet und ungeradet, hewschlegen, wiltnussen, holtzungen, busschen, bruchten, birsen, wassern, fliessen, bechen, sieffen, sehen, wiesen, weiden, vhedrifften, honnichbeumen, visscherien, vo^egelien unnd sonst alles, wor gemelter Johan Fricke, seine kumpfftige hausfrau unnd ware erbenn mugen recht zu haben, nichts außboscheiden, inhalt habender alter siegel unnd brieffe fortan zu haben, zu bositzen, zu genutzen, zu behalten unnd zu geprauchen freig unnd fridsamlich zu ewigen zeiten. Unnd weiln wir dan aus allen umbstenden clerlich bovindenn, das bemelter unser landtschreiber zu befreiung, auch fur einnhemung desselben gudekens eine ansehenliche summa gelts itzigem bositzer Jurgen Ronnowen szowol mher andern entrichten, Berndt Holtsagen sampt seiner schwestern Barbaren, als in der uffdracht vorleibt, die tage irer beider lebennd mit allerlei notturfft vorsehen, das gudeken auch noch etzliche jar itzigem bositzer zu geprauchen vorgonnen und die andern schwestern Catharinen ehlichen muß unnd solichs zu thun irputigk, ehr sich auch zu jeder zeitt in seinem dienst ehrlich unnd uffrichtig, wofur wir gnedigk danckbar, vorhalten, als gonnen, geben unnd vorlienen wir ihm, seiner kumpfftigen hausfrawen unnd waren erben aus sondern gnaden wegen geleisteder dienste, szo ehr uns und unserenn vorfarhn gethon unnd henferner thun soll und wirtt, al dasjennige, nichts außbenomen, wes etwan durch eine uffgerichtede vordracht, die wir hiemit crafft dieses brieffs ufheben unnd gentzlich nichtigen thun, bei lebennd herenn Monnickhusen, cumpthurn zu Goldingen saliger gedechtnus, von salig Otto Holtsagen gudeken genomen unnd nach dem hoff zu Sabell gelacht worden ist. Zudem gebenn und vorlienen wir Johan Fricken, seiner hausfrawen unnd waren erben einen halben haken landes, die Ropenberch genandt, welcher zu Otto Holtsagen gudeken geho^ertt, und auch unser nehister vorfhar gotsaliger gedechtnus, als dieselb cumpthur zu Golding gewesen, Otto Holtsagen vatern, Lammers Pleger, uffs new zugeritten haben meldung eines vorsiegelten brieffs. Noch gonnen, geben unnd vorlienen wir Johan Fricken, seiner kumpfftigen hausfrawen und waren erben aus dem gebiete Sabel eyn dorpff, Veetzen genant, und aus dem dorpff Tappelen, nach dem gebiete Candow gehorich, funff gesinde, welche uff dem Sabelschen wege in einer grentze unnd scheidung unnd hart beyeinander wonen, nemblich Andres Sudmoll Sudmall zu lesen., Andres Buckin, Bendel Seltin, Pawelsenn unnd Heinrich oder aber wie sie namen haben mugen, der vorlienung aber unnschedtlich, unnd welcher dorpff Veetzen unnd funff gesinde unnser nehist vorfhar her Heinrich von Galen, weilandt meyster zu Eifflandt gotsaliger gedechtnus, inn unnsere unnd der wirdigen, achtbarn unnd erntvesten, unser lieben andechtigenn herenn rhete unnd getrewhen Philipsenn Schall von Bell, landtmarschalcken zu Eifflanndt, Johan von Bockorst unnd Wollter von Plettennbergk jegenwirtigkeitt, auch uff unnserer all vorbitt gedachtem Johan Fricken, als ehr in die Muscow abgefertigt worden, in seiner zuruckkumpfft erblich zu vorlienen zugesagt habenn. Dis alles, wes Johann Fricken auffgetragenn wie ime gegont, gegeben unnd vorlientt wordenn ist, welchs alles wir ime crafft dieses brieffs gonnen, geben unnd vorlienen, mugen Johan Fricke nach boschehner seiner hochzeit ohn einich einweisung mit iren semptlichen landen, roddingen, hewschlegen unnd allen zubehorungen, nutzungen, beguemigkeiten unnd geregtigkeitenn, nichts ausboscheidenn, gleich unnd in aller massen, als ein herr cumpthur das dorpff Veetzen nach dem hoff Sabell unnd ein herr vogt die funff gesinnde nach dem hause Canndow habenn geprauchen lassen, einnhemen, bositzen, behalten unnd geprauchen freig unnd fridsamblich erblich zu ewigen zeiten, idoch das dieselben bauren uber vermugen unnd ire alte geregtigkeitt nicht boschwert werdenn. Da gemelter Johan Fricke auch mit salige Andresen Tonisleger nachgelasner witwen unnd irem sonn Bernndt Tonischlegers des hauses halber mit allem zubehorigen landen und hewschlegenn zu Candow bolegen, worin die witwe itz wonen thut, handlung pflegen konnte, das sie Johan Fricken dasselbig haus umb ein pillichs verkauffen unnd uberlassen unnd Johan Fricken ire habende siegel unnd brieffe, uff dasselb hauß unnd wes darzu gehorigk lautennd, zustellen theten, als gonnen, geben unnd vorlienen wir Johan Fricken, seiner hausfrawen unnd waren erben solich haus und wes darzu gehorigk crafft dieses brieffs erblich. Wurde aber die handlung zergehen unnd die bemelte witwe sampt ihrem son ohn leibserben mit todt mitlerweil abgehenn unnd solich haus an unns wiederum verfallen wurde, so sollen alzeit Johan Fricke, seine hausfrawe unnd ware erben zu so^elichem hause unnd wes dar zu geho^erich zu jeder zeit die nehisten sein unnd pleiben, als wir Johan Frickenn, seiner hausfrawen und waren erben crafft dieses brieffs hiemit dasselb hauß und wes dar zu geho^ertt erblich gonnen, geben unnd vorlienen
unnd da die fall also komen wurde, mugen sie dasselb ohn jemandts vorhindrung einnhemen, freig und fridsamblich behalten unnd gebrauchen zu ewigen zeiten. Hinwiederumb sal Johan Fricke bemeltem itzigem heren cumpthurn zu Golding zu einer erkentnus einen hengst 100 marck Rigisch wirtt oder 100 marck bargelt zu gebenn unnd itzigem herenn vogten zu Candow zu einer jeden herfartt einen guten ritlinck 50 marck wirtt oder 50 marck bar gelt auffs haus Candow zu schicken, die Wendisschen landtbucher auch in zehen jaren uff unnsere uncost nach allem muglichen vleis ins reine zu setzen, sich auch, wohin wir inen in unnsern unnd unnsers ordens geschefftenn zu geprauchen, die tag seines lebents uff unnsere unncost unvordrießlich unnd willich vinden zu lassen, wie ehr das zu thun angelobt, pflichtig sein. Des vorgonnen wir Johan Fricken, seiner hausfrawen unnd erben aus sondern gnaden, geben und vorlienen inen semptlich auch hiemitt crafft dieses unnsers brieffs volnkomne macht unnd gewalt, dasselbig alles, wes wie inen gnediglich confirmirt, auch vorlienet und gegeben haben unnd in diesem brieff clerlich vorzeichnet, ires eignen willens unnd gefallens gleich iren erkaufften kauff ohn jemandts hindrung zu versetzen, zu verkauffen unnd zu verpffenden. Johan Fricke, seine hausfrawe und erbenn ader mit seinem willen inhaber des gudekens sollen uns einen wolgerusten diener mit pfferdt unnd harnisch von solichenn gudern zur herfartt zu schicken vorpfflicht seyyn. Zu urkundt unnd mherer bevestigung der warheit haben wir Wilhelm, meister obgemelt, unnser ingesiegell rechts wissenns unnten an diesen brieff hangen lassen, der gegeben uff unserm schloß Wenden tags Philippi et Jacobi anno etc. neununndfunfftzigk.
comment
pressureMit der Konfirmationsurkunde von 1560 Febr. 8 (Erg. 937) erläßt OM. Gotthard Kettler Johann Fricke die beschwerlichen Verpflichtungen dieses Lehnbriefs.