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Bauer477

Bernhard von Smerten, Vogt von Jerwen, Christoph von Neuhof gen. Ley, Komtur von Goldingen, Jobst von Walrave, Vogt von Bauske, und Klaus von Streithorst, Vogt von Grobin, legen im Auftrag des OM. Heinrich von Galen die Streitigkeiten zwischen Heinrich Nettelhorst und Gert Korff als Kläger und Sander Korff als Beklagtem dergestalt bei, daß vorläufig Sander mit seiner Mutter und den unmündigen Geschwistern die Ordensgüter, Gert die derzeit in seinem Besitz befindlichen Güter behalten soll. Wolmar, 1554 Jan. 13
rechtliche Auseinandersetzung
Überlieferung:
aus A: Ausf.
Material: Perg.
Archiv: GStAPK, VIII. HA B 24: Sammlung Stavenhagen Urk. Nr. 436
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Wir hienach geschriebene Berntt vonn Schmertten, voigtt zu Gerbenn, Christoff vom Nienhoff, gnantt vonn der Ley, commenthur zu Goldingenn, Jobst Walraue, zum Bauschenpurgk, Clawes vonn der Streitthorst, zu Grobin voigte, alle des ritterlichenn Deuitzschenn ordens, thun kundtt, bekennenn unnd bezeugenn in unnd mitt diesem unserm offenem vorsigeltenn brieff fur menniglichenn, nachdem der hochwirdig groismechtiger furst unnd herr, her Heinrich vonn Galenn, meister opgedates ordens zuu Eifflanndtt, unnser gnediger her unnd uberster, unns semptlichenn in zwistigenn irrungenn unnd gebrechenn, so zwischenn den erbarn unnd erentvhestenn Hinrichenn Nettelhorst unnd Gertt Korff als clegernn ann einem unnd Sander Korff beklagtenn ander theils fast lange zeitt here unentscheidenn geschwebett, zu fulmechtigenn commissarien, dieselbigenn gebrechenn biederseitz irem selbst erpietenn nach zu vorhorenn unnd, soviele menslich, freundtlichenn hinzuleggenn, deputirtt unnd verordenett unnd aber wir dieselbigenn sachenn beschehenem befelich nach furgenommenn unnd befundenn, das sie in sich fast wichtich, auch unns solcher moye anzunemenn unnd zu unterstehenn gnugsam weigerlichenn wichtige ursachenn hettenn furwendenn konenn, habenn wir dennoch umb erbauung, fried unnd einigheitt, auch unnsernn gnedigenn hernn unnd uberstenn zuu sonderm gnedigem gefallenn unnd beidenn parteyen zum bestenn uns derselbigenn unterwundenn unnd auff beider partt einhellige bewilligung, welche unns die sachenn in alle inn die handtt gestellett, negst godtlicher hulff also vertragen unnd hingelegtt wie folgett: Erstlich dweilnn sie beiderseitz wegenn ires veterlichenn erbes zwistich unnd aber solcher zwist fur dismhall wegen der unmundigenn kinderr entlich nit kann vorglichenn werdenn, soll Sander Korff samptt seiner mutterr, auch unmundigenn brudern unnd schwestern die ordenischenn gueter inn alle wie zuvor bis zu der unmundigen kinderr mundigenn jarnn besitzenn, nutzenn unnd gebrauchenn, unnd ehr, der Gertt, seine itz habende gueter gleichmessich behaltenn. Wanehr aber gemelts Sanders unmundige bruederr zuu mundigenn jarnn gereichenn, wes dann Gertt gedachtt, seins veterlichenn erbes mher zu furdernn vormeintt, soll denn rechtenn heimgelassenn unnd befolenn sein
jedoch soll berorterr Sander solche gueter inwendich der zeitt nitt vorringernn, sondernn nach vermugenn lieber vorbessernn. Mhenn soll auch nach loplichenn dieser lannde gebrauch Gertt Korffen als dem eltistenn die gepurliche hergewede hergewede entstand später noch Streit zwischen Sander Korff und der Gegenpartei, vgl. Erg. 1003. zustellenn unnd folgenn lassenn. Aldeweilnn auch dieser zwistigenn sachenn halben vielberurter Gertt sowoll Hinrich Nettelhorst inn merglichenn uncostenn unnd schadenn gefurett, welchs dann vonn des Sandern vatern unnd mutterr iren ursprunck genommenn, soll ehr, Sander, inenn beidenn ires erlittenenn schadens halbenn fumffzehennhundertt marck Rigisch in nachfolgendenn terminenn aus denn semptlichenn ordenischenn gueternn zu entrichten schuldich unnd pflichtich sein, nemblich auff kumfftigenn Jacobi fumffhundertt marck unnd so folgenndes auff Jacobi alle jarr fumffhundertt marck, bis obgedachte summa inn alle entrichtett unnd bezalett. Inn fhall aber inn der bezalung verseumbnis geschege, soll inenn das lettische dorp, sich darann zu haltenn unnd zu erholenn, zum unterpfandt gesetz sein. Unnd nachdem zwischenn inenn semptlich auch etzlich schmeherede soltenn ergangenn sein, aber beiderseitz alhie bekantt unnd offentlichenn ausgesagtt, das einer vonn dem andernn anderst nitt wisse, dann zu denn erenn gehorett, habenn sie sich derwegenn freundtlich unnd bruderlich umbfangenn, einer denn andernn umb vorgiffens gebetenn unnd aus grundtt des hertzenn vergebenn
unnd sollenn auch alle unnd jede schmeherede, so beiderseitz auff sie odder einigenn andernn, welche darin gezogenn sein mochtenn, geschein, domitt auffgehavenn, auch also ann beidenn parten sowoll alle, die dieser sachenn verwanntt odderr anhenhich gewesenn, hirmitt eins fur alle gentzlich unnd unwiderrufflich vertragenn sein unnd pleibenn mitt hindanzetzung aller verbitterung, neitt unnd has. Unnd sofernn einer vonn inenn odder der verwantenn freunschafft odder sonst imandes, es were man odder weip, wider diesenn vertrag handelnn, dieselbigenn sachenn fernner reppenn reppen = anrühren, wieder aufrühren odder mitt hande odder munde etwas frefenntlichs darwider thun unnd erregenn wurde, soll derselbig, so schuldich gefundenn, hochermelten unserm gnedigenn hernn unnd uberstenn mitt hohester straff verhafft unnd verfallenn sein. Zu urkundtt unnd merer befestigung derr warheitt, das dieser vertrag in allenn seinen puncten, clausulen unnd einhaltung ane widerfechtung beider, geistlicher unnd welttlicher, rechtt stede, fest unnd unwiderrufflich soll gehaltenn werdenn, habenn wir semptliche opgemelte commissarienn unsere ampts ingesigele unden an diesenn brieff wissentlich thun hangenn lassenn, unnd sein dieser vertragsbrieff zwey eins lauts einer jedernn partey einer zugestellett. Gegebenn unnd geschriebenn zu Wolmar denn dreittzehendenn Januari nach Christi unsers selichmachers gepurtt dausenttfumffhundertt der minder zaell vierundfuffzich.(?)
comment
pressureNach Angaben von A. v. Rahden in JbGen. 1893 S. 23 Anm. 4 und KGChr. N.F. S. 138 war Gert Korff ein Sohn des 1551 verstorbenen Klaus Korff des Jüngeren, Erbherrn auf Preekuln, Trecken, Aiswicken, Dahmen, Leegen und Apsen, und dessen erster Gemahlin Elisabeth Butler. Er erhielt 1554 nach langen Streitigkeiten mit seiner Stiefmutter Brigitte Korff geb. von Rönne und seinem Stiefbruder Sander Korff die Güter Aiswicken und Dahmen.