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Bauer472

Christoph von Neuhof gen. Ley, Komtur von Goldingen, und Philipp von den Bruggen schlichten als Commissarien des OM. Heinrich von Galen einen Land- und Grenzstreit zwischen Wilhelm von Etzbach und Adrian Torck, altem und neuem Komtur von Windau, einerseits und Heinrich Brincke andererseits. Hasau, 1553 März 13
rechtliche Auseinandersetzung Text nach A. Bauers Abschrift von Kopie des 17. Jahrhunderts (B).
Überlieferung:
aus B: von Notar Godefredus Fabricius begl. Kop von dem 1592 Febr. 18 in Goldingen produzierten Dokument
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Wir, des hochwürdigen und grosmächtigen fürsten und hern, heren Hinrichen von Galen, ritterligen Dutzschen ordens meistern tho Lyfland, in volgender sake verorden[te]% Papier am rechten Rand beschnitten commißarien Christoffer van Nienhave, genant van der Ley, cumpthur tho Goldingen upgemelten ordens, und Philipp von den Bruggen bekennen und don kund menniglichen met des[sem]% Papier am Rand beschnitten breve, als spän, thwedrecht und errunge thwischen den werdigen, achbarn und ehrnvesten hern Wilhelmen von Etzbachen und hern Adrian Torcken, olde und nie compthur zur Windaw Duetzschen ordens, an einem undd dem ernvesten und erbarn Hinrich van den Brincken andern theels etzlicher land und grentzen halben gewesen seind, haben wir in kraft unsers commißes uns den solche spän thwischen ihnen beyderseitz sache die güttlicheit tho söken verwilliget, auch wie ihr beiderseitz spaen gegeneinander nach aller notthurft und jeglicher partie gerechtigkeit grundlich verhort und erken[t]% Papier am Rand beschnitten, darup thwuschen ihnen ihren willen gesucht und tholest den verfolg an ihnen erfunden, dar wier sie midt ihren allersietz offenen fryen eigenen willen und gutten wort[en]% Papier am Rand beschnitten gutlich vereiniget, gericht und geschlicht, sie allersietz theile auch des freywilliglich ahne allen hintergang und ahne al[le]% Papier am Rand beschnitten geferde ingegangen, guethlich angenommen und uns solche uf nahvolgender gestald by gutem, wahrent, christliken gelavent und rittermetigen ehren fur sich, ihre nachkommend und erben vestiglich tho haltende angelobt und thogesecht, also dat alle haadt, nied und verbietterung, so ein gegen den andern, idt sy medt schrivung der breve oder sonst mit nahreden geforet, gentzlich aff und todt sin, ein dem andern ok solche nemmer henfürder im argesten gedencken, besondern syn bestes weten. Darub uns commißarien ok sodane ehre breve beedersitz, ener so wol als de ander, tho averlevern odder, so de hernegst wor gefunden, kraftlos syn sollen und dem fuer tho bevelende thogesecht. Thom andern sall dat gebrockede, darvon der haat und unwille erwaßen, Henrich van den Brincken und synen erven vermoge synen segel und breven henfurder blieven, jiedoch also beschedentlich, dat alle holtunge den buren des gebiedes Windaw an balcken, thun und berneholte sall gemene und fry syn, averst darinne was an ruemen rum {= Raum, Platz, freies Feld} oder sunst nuttungen, dar geld van tho makende, sich gentzlich entholden. Thom drietten: Idt sollen ok der Windawschen buren alle ehre itz gerumede hoyslege, dar bevorn ehre fickte gegangen, vordan hebben und beholden, averst kene mehr darinne tho rumende mechtig wesen, und sall und mag also hennfurder Henrich Brinck oder syne erven dat gebrockete, dat sie midt asche brennende, oder sunst ihren egenen gefallen sich tho nutte maken und gebruken. Thom vehrden: Dat gesindeken, so negest dem gebrokete, Jurgeken genomet, geseten, sal ok Hinrich Brincken und sinen erffen verfallen syn und blieven, jiedoch also, dat he dat bie alter gerechtigkeit sall behalten und ferner darbaven nicht beschweren, odder so deme so nicht geschehe und die bueren daraver beschweret würden und Henrich Brincken oder synen erven daraver entweke oder verlepe, sollen beide, idt sie de olde odder nie compthur thor Window, den tho geleidende und anthonemende macht hebben, ehme ock wedderumb uthanthwortende medt alle den synen nicht schuldig syn. Thom vefftenn: De beeden gesindeken averst, negst den bergen van der Hasaw aff tho Aßkape tho reisende up de rechtern hand gelegen, sallen dem hern olden compthur oder dem gebeede Window sin und blieven. Thom sesten sall die ascheberner Hinrich Brincken vermoege des hern olden cumpthurs siner bedingunge medt ehme gemaket alle nuttung des gebrokes tho gevende plichtig sin. Und letzlich sall hiemöde ock alle gewaldt mit insetung des aschenberners, aversetung des gesindes, thodeme alle [unkost]% bei A. Bauer Lücke expens, terung und interesse, so beidersietz dar upgelopen, upgehaven sin und blieven und hiemöde in macht unser habender commission van unserm obersten und landesfursten einmal für all entscheden wesen in aller macht, wyse und form, wie obstehet. Und des tho mehrer und wahrer urkundt hebben wir, commißarien bevorberurt, in voriger kraft dieses breves thwe eines ludes schrieven laten, dero allersietz parte einen tho sich genomen und mit unserm ambts und angebornen ingesigeln bevestiget. Geschehen und vollentagen ist dueße handlung thor Hasow mantags nach Lethare anno dusendtviffhundert und darna im dreeundvefftigsten. Loco sigilli. Loco sigilli.(?)
comment
pressureDie Streitigkeiten um verschiedenen Landbesitz zwischen dem alten Komtur von Windau und Heinrich Brincke gehen bis ins Jahr 1539 zurück, vgl. Erg. 861 u. Erg. 988. Textgrundlage ist A. Bauers Abschrift von B.