Kurland Property Records

Document text

back to search

Bauer447

OM. Hermann von Brüggenei gen. Hasenkamp belehnt Joachim Pinnow, Kirchherr zu Doblen, und seine Erben mit einem Gesinde namens Stirne Jaen und zwei Einfüßlingen namens Stirne Andreke und Georg Myke mit ihrem Land im Gebiet Doblen in der Gerdeschen Wacke, ferner mit einem Holm am Autzschen See und freier Fischerei in demselben, alles zu Lehngutsrecht. Wenden, 1545 Jan. 13
Lehnsurkunde
Überlieferung:
aus A: Ausf.
Material: Perg.
Archiv: Riga, Hist. StaatsA., Best. 5561, Fb. 4, Akte 339; GStAPK, VIII. HA B 24: Sammlung Stavenhagen Urk. Nr. 372
Hide variants and comments | Show variants | Show comments | Show variants and comments |
Wy Hermann vann Bruggeney, genant Hasenkamp, meister Duitsches ordens tho Lyffland, doenn kund und bekennenn unnd betuigenn inn unndt mith duissem unserm apenen vorsegeltenn brieve, dat wy mith consente, wyllenn unndt vulborth unserer werdigen medegebitiger ernn Jochym Pinnowen, kerckhernn tho Dobbeleen, unnd sinenn rechten warenn erven, in sonderheit soens unndt dochtern, uth gnadenn gegunt, gegeven unndt verlenet hebbenn als wy ehme hirmit gonnenn, geven und verlhenen eyn gesynde mith nhamenn Styrne Jaen und thwe einfotlinge mith nhamen Stirne Andreke unndt Jeorgen Myke, ihm gebiede Dobbeleen inn der Gerdesschen wacken unndt bie der Iwsesschen shee Owsesschen shee? B hat laut A. Bauer Awsesschen see. belegen, mith ehrem lande, so se itzunth inn gebruicke unndt besith hebbenn, geradet unndt ungeradet, hoyschlegen, wesen, weiden, vhedryfften, holtingen, buschen, birsen, wateren, sipenn, honichboemen, honichweiden unndt allent, wor upgemelte ern Jochym Pynnow unndt syne rechtenn waren erven mogenn recht tho hebben. Dartho so gonnen, geven unndt verlhenen [wy] ehn ehme nach und synenn erven ein beslaten holmeken tho eyner hoffstede, darsulvest bie der Owsessichen shee belegen, inn aller mhaten, alse densulvigen holm hirbevornn szelige Churt vyscher allerfriest ingehat, beseten unndt gebruicket hefft. Dartho noch so gonnen unndt gevenn wy upgemelten ern Jochim unndt synen erven frie vyscherie inn der Owesschen shee
tho gebruickende frie unndt fredesam alles nha lhennguides recht tho ewigen tiden. Des thor urkunth unndt mherer tuchnisse der warheit hebbenn wy Hermann, meyster upgemelt, unnser ingesegell rechtes wetendes unden ahnn duissenn breff laten hangen. Gegevenn unndt geschreven tho Wenden dynstags noch Erhardi ihm jar dusentfiffhundert darnach ihm vieffunndviertigstenn.(?)
comment
pressureAls Joachim Pinnow 1529 mit der Ordenskirche zu Autz belehnt wurde (vgl. Bauer 417), dürfte er noch katholisch gewesen sein; allerdings wird schon bei dieser Gelegenheit die Verkündigung des göttlichen Wortes unter seinen Pflichten in besonderer Weise hervorgehoben. Später wurde er Pfarrer in Doblen und trat zum Luthertum über, wie aus der Nennung seiner Söhne und Töchter in der Urkunde von 1545 ersichtlich wird. Vgl. L. Arbusow, Livlands Geistlichkeit, in: JbGen. 1901 S. 86 mit Bezug auf den Lehnbrief des OM. Plettenberg von 1529: Pinnow hat jedenfalls im Dienste der alten Kirche seine Tätigkeit begonnen.