Kurland Property Records

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Bauer432

OM. Hermann von Brüggenei gen. Hasenkamp legt den Streit zwischen den Engelbrecht Vietinghoff und Gerd Vietinghoff, seinem Vetter, wegen ihres väterlichen Erbes dergestalt bei, daß Engelbrecht Gerd insgesamt 1350 Mark Rigisch geben, Gerd die Dörfer Perkuhnenhof und Aistern, Engelbrecht aber die Höfe Nutze und Zebber behalten soll. Wenden, 1537 März 5
rechtliche Auseinandersetzung
Überlieferung:
aus A: Ausf.
Material: Perg.
Archiv: GStAPK, XX. HA, Perg.-Urk. L.S. Schiebl. 22 Nr. 6
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Wy Hermann vann Bruggeney, genant Hasenkamp, meyster Duitsches ordenns tho Lifflannde, dhonn kundt, bokennenn unnd betuigenn ynn unnd mitt dussem unnserm apenenn vorsegeldenn breve vhor menniglich, nachdeme sustlannge etzliche errunge unnd gebrecke thwischenn den erbarenn unnd vhestenn unnsernn levenn getruiwenn Engelbrecht Vitinghaue ahnn eynem unnd Gerth Vitinckhaue, sinem vetternn, anders deils vann wegenn eres vederlickenn erve unnd guidere unentscheidenn gewannt gewesenn, woraver doch gemelte beide gevetternn unns die sacke allenthalvenn fruntlicher wyse dharinne tho handelenn unnd tho irkennenn uth gewalth unnd hanndenn gegevenn, darup wy sampt unnsere werdige medegebiediger unnd ernvestenn rede dergestalth inn wegenn der guide unnd fruntschafft wie volget irkannt unnd affgesprackenn: Erstlichenn, datt Engelbrecht Vitinghaue Gerdt, sinem vetter, verteindehalff hundert marck Rigisch ynn nachvolgendenn termynenn, nemptlich viffhundert marck up scherstkunfftigenn dach Johannis baptiste des itzlopigenn sechsundertigenn jares unnd aver eynn jar darnha, so mhenn nha der gebort Christi der mindern thall sevenundertich schrivenn werth, gelickformich up Johannis verhundert unnd im volgendenn negenundertigstenn jare darnha aver up Johannis dreyhundert marck unnd entlich, so mhenn vertich der myndernn thall schrivenn werdt, anderhalff hundert marck entlich gentzlichenn unnd allenthalbenn gevenn, uthrichtenn unnd vernoegenn sall unnd will. Thodeme so sall noch upgedachter Gerdt Vitinghoue die beidenn dorper, nemptlich Parckun unnd Ayster, erfflich unnd egenn hebbenn, nuttenn unnd gebruickenn sall überflüssig wiederholt.
unnd so idt sacke where, datt ehr geneigt, desulvigenn beide dorpe siner gelegenheit nha tho verkopenn, so sall gedachter Engelbrecht Vitinghoff tho demsulvigenn kope, die ehme vann Gerdt, sinem vedder, sover ehm Engelbrecht so vele alse eynn ander darvor tho gevende willenns, erstlichenn angebadenn werden sall, de negest sinn unnd blivenn. Des dann Engelbrecht Vitinghoff die beydenn hoeve Nutze unnd Zebber hebbenn unnd beholdenn sall. Hirmede sollenn beide parthe allenthalvenn fruntlich unnd entlich entscheidenn unnd verdragenn sinn unnd blivenn. Inn urkunde und mherer befestunge der warheit hebbenn wie Hermann, meister obgemelth, unnser ingesiegell rechtes wetendes unndenn ahnn dussenn brieff dhonn hanngenn, die gegevenn unnd geschrevenn tho Wendenn mandags nha Oculi nha Christi unnsers salichmackers geburth duisenthviffhunderth unnd im sevenundertig[stenn]% auf Kopie unter der Pressel, bitte in Berlin am Original prüfen jare etc.(?)
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pressureDie Familie Vietinghoff hatte ihren Stammsitz unweit Essen in der Grafschaft Mark. Sie stellte mehrere livländische Ordensritter, darunter mit Arnold und Konrad von Vietinghoff im 14. und frühen 15. Jahrhundert zweimal sogar Ordensmeister von Livland, und war seit dem Ende des 14. Jahrhunderts in Harrien und seit Beginn des folgenden Jahrhunderts in einer zweiten Linie im Stift Riga ansässig. Mit vorliegender Urkunde wird die Familie erstmals sicher in Kurland greifbar. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit Erg. 130 von 1522 Juni 22 betreffend Erbstreitigkeiten zwischen Engelbrecht Viting und den Vormündern von dessen Brudersohn. Zu der Familie Vietinghoff und ihrer Rolle im livländischen Orden vgl. S. Neitmann, Von der Grafschaft Mark nach Livland S. 294-310 u. Fenske/Militzer Nr. 902-905.