Kurland Property Records

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Bauer422

Heinrich Wessels Sohn berichtet [Herzog Albrecht von Preußen] über den unrechtmäßigen Entzug der Güter, die seinem Vater, der die Witwe Niclas Hertwigs geheiratet hatte, durch Heinrich Bassdaw, Bf. von Kurland, verliehen wurden, durch Bf. [Hermann] von Kurland zugunsten seiner Stiefbrüder, der Kinder Niclas Hertwigs, und über seine eigenen vergeblichen Versuche, das väterliche Erbe wiederzuerlangen. o. O., [1533]
anderes Schriftstück Vollregest bei U. Müller, Herzog Albrecht von Preußen und Livland, Köln, Weimar, Wien 1996, Regest Nr. 51.
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Zum erstenn. Nachdem des von Caurlandt vorfahr Heinricus Basedaw meinem vater umb seiner getrewen dienst willen, auch darumb, das er die verlassene witfraw Niclas Hertwigs zur ehe nemen unnd den unmundigen kindern umb so vil dest vleissiger unnd getreuer vorstehen solt, lauts brieff unnd sigell mit wissen unnd willen des wirdigen capittels durch unterhandlung seiner gena[n]denn rethe mitsampt seinen rechten elichen erbenn (:des ich einer sampt meinenn geschwistern unnd brudern aus einem rechten ehebeth nach ordenung christlicher kirchen geborn bin:) inn gesampte lehen oberurts Niclas Herdtwigs nachgelassener kinder gueter hat kommen lassen. Welche gueter mein vater nach vermogenn sölcher gegebener brief unnd sigell uber sechsundzwaintzig jar langk geruigklich gebraucht, genossen und nach seinem, seiner brieff und anderer volgender eelicher kinder besten bis auf ytzigen regirenden bisschoffes zu Caurlandt innengehabt, genossen und gepraucht. Do nun der itzig bischoff von Caurlandt das stiefft eingenommen unnd ein zeitlang regirt, hat er meinen vater mitsampt meiner mutter seligen zu sich vorschrieben, ein freuntliche handlung inn andern sachen gegen ime zu haben. So nu mein vater wie ein gehorsamer unnd als ein einige person, der niemants bey sich gehaht, erschienenn, hatt ime der vonn Caurlandt angetzeiget, er solde den hoff unnd die meisten gueter reumen, er wolde alleine meine halbbruder darbei behaltenn etc. Was fortels der vonn Caurlandt, dweil meine halbbruder mit solcher kranckheit, das man sich keins langen lebens ann in vormuthen, beladenn, mit listigkeit also gesucht, kan ein iglicher vorstendiger wol vornhemen, dan wo er mein vatter, der ein schwach man ist, davon geweist, wolt er uns von solchen guttern alsdan auch wol abhalten, das er dann hernachmals unnd yezt ann mir mehr geweltylich dan mit recht bewieszen. Unnd wil mich zu keiner gerechtigkait und inhalts brieff unnd sigell, so sein vorfahr meinem vater, wie obenberurt, gegeben, unangesehen vilfeltiger meiner und meiner freundtschafft vonn jar zu jar undtertheniger ersuchung, flehen unnd bitten, bev königlichen unnd fürstlichen fürschrifften an s(eine) g(enade) ausgangen kommen lassenn. Inn solchem obertzeltem vorschlagk des vonn Caurlandt kegen Heinrich Wesseln, meinem vatter, inn beiwesenn etlicher gutter menner, als die erbaren und ernvhesten Johann und Sander Sacken, gebrüder, auch Bastian von Elten, hat der van Caurlandt also ein newen vertrag an wissen des capittels unnd obgedachter gutter menner, die er darein hat vorleibenn und als für zeugenn setzen lassenn, vorfast zuwider dem ersten vertrag unnd belehnung, inn maynung, als solt mein vater denselben bewilligt haben, und doch allein mit sein des von Caurlandts sigel besigelt. Welchs alles mein eltern nicht gestendig, auch die zeugen, so er inn diesem brieff oder vertrag eingetzogen, nicht zustehen, wie dann ir getzeugknus, so sy deshalben gethan, klerlichen mitpringt. Do nun der vonn Caurlandt meinen vater also mit gewaldt aus dem hoffe gestossenn, hab ich mich als ein rechter natürlicher erbe der sach im 29. jar zu rechte unnd sünlich zu fordern und zu beqwemer endtschafft crafft der pilligkait ya auch inhalts des ersten vertrags und gesampter belehnung angenomenn. Unnd also meine herren unnd gutte freunde zu s(einer) g(enaden) geschickt, dieselbtige undhertheniglichen in der sön [] auch sunst durch schriefft besuchen lassen, der meynung, das mich s(eine) g(enade) bei meiner alten gerechtigkait vermög vilberurter brief unnd sigell desgleichen erstenn vortrage bleiben wölten lassenn. Es haben aber s(eine) g(enade) mein sach nur inn ein vorlengerung der zeit, domit er mich gedenckt müde zu machen, geschobenn. Darnach habenn mich s(eine) g(enade) vorschrieben genn Hasenpoth, aldo mit mir zu unterhandeln. Doselbst ich dan als ein gehorsamer erschienen unnd verhofft hette, das mein sach auf guthen beynen würde stehen. Es hat sich aber vorkert und nichts daraus wordnn, sonder abermals auffgeschobenn. Dieweil ich dann gespürt unnd gemerckt, das ich nicht habe mögenn zu dem meinen kommen, bin ich aus dem landt gereist unnd mich zu dem durchleuchtigsten grossmechtigenn fürsten unnd herren, herren Friderichen, seilgen weylundt konig inn Denmargken etc., zu dienste begeben, aldo seiner könig(lichen) w(irden) rt. seligenn etliche zeit gedient unnd also vil erlangt bey seiner konig(lichen) wirden, das mich dieselb mit etlichen vorschriefften an den von Caurlandt unnd sonst an mehr fürsten unnd herren zu Leifflandt genediglichenn vorsehen hat. Dergleichen auch mein gn(ediger) her, her Cristian etc., hertzog zu Holstein etc., noch abgang seiner f. gn(edigen) herren vater seligen etc. auch ann den vonn Caurlandt und sonst andere regirende herren und fürstenn meine sachen zu fürdern helffen genediglichen vorschriebenn. Mit solchen vorschriefften hab ich mi[ch] inn Leiflandt begeben ann etlich fürsten unnd herren daselbst, die mich auch mit vorschriefften an den vonn Caurlandt versorgt haben, die ich also allesampt mit funff gutten mannes ann seine genade geschickt, do beneben#benchen s(eine) g(enade) bittende undtertheniglichen als meinne landeshern, sein genad wolten mich sölcher verschriefften, damit ich zu dem meinen kommen möcht, vermoge brieff unnd sigell fruchtbarlichenn geniessen lassenn. Warauff nicht anderst ervolgt, dan das mich der vonn Caurlandt durch seiner g(enaden) antwurt in vorlengerung unnd aufftzihung der sach wie vor mit losem won abgeweist unnd gefurth. Doch hernachmals aber einst genn Hasenpoth vorschrieben, do bin ich als ein gehorsamer mit fünf gutten mannen des adels erschienen unnd gehofft, es solt mir recht unnd die einweisung inn die gesampte lehen begegent sein. Hab ich nicht anderst dan vorlengerung der sachenn, wie zuvar auch bescheen, vormergkt unnd befunden. Wiewol sich sein g(enade) erbotten, mir etlich pferde zu futtern, so haben doch dieselb mir mein vaterlich erb undt gesampt lehenn nit einreumen wöllenn. Deshalben hab ich mich inn solchem fhall ferner hulff unnd rath zu suchen understanden, als nemblichen bei dem durchlauchstenn hochgebornnen fürsten unnd herren, herren Albrechten, vonn Gots gnaden marggrafen zu Brandenburg etc., hertzogen in Preussen m. g. h., des f. g. mich mit genediger verschriefft ann den vonn Caurlandt begnadigt. Die ich dan dem von Caurlandt zugeschickt hab. Darauff s(eine) g(enade) wie vor mit vorlengerung unnd auffschube der sachen ein antwort gegeben etc. Wardurch ich abgehalten, meinen vater, so wie oben ertzelt, aus dem hoff verstossen und in grosser armuth sein leben volnfhüren muss, mit kintlicher unnd pilliger notdürfftiger undterhaltung zu versorgenn, desgleichen meine schwester, so vor langst manbar, wie sich woll aigent, auszusteuren unnd elichen zu vorheiraten verhindert, welchs mir nit eyn gering mitleidenn, schmertzen unndt vilerley bedencken ursacht.
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