Kurland Property Records

Document text

back to search

Bauer414

Bf. Hermann von Kurland beurkundet die durch Johann und Sander, Gebrüder von Sacken, Johann Blumbergk und Bastian von Elten erzielte Einigung in der Streitsache zwischen Dinius Hertwich und Heinrich Wessel um die Güter des sel. [Nikolaus] Hartwig. Demnach soll Heinrich Wessel das Gut zu Selden[{\em Klein-Dselden 20 km ssö Hasenpoth}] im Gebiet und Kirchspiel Ampoten zu seinem und seiner Hausfrau Nutzen gebrauchen, aber an Dinius 300 Mark Rigisch sowie Kleider und Geschmeide zur Aussteuer seiner Schwester geben. Nach ihrem Tod sollen die Güter mit allen Leuten frei auf Dinius oder seine Erben übergehen. Pilten, 1529 Aug. 16
rechtliche Auseinandersetzung Vollregest bei U. Müller, Herzog Albrecht von Preußen und Livland, Köln, Weimar, Wien 1996, Regest Nr. 51 Beil. II.
Hide variants and comments | Show variants | Show comments | Show variants and comments |
Wir von gots gnaden Hermanus, bischof der kirchen zu Cauerlandt, bekennen und betzeugen mit diesem unserm ofnen vorsigelten brieff, das vor uns tzwischen dem erbaren unsern lieben getreuen Dinies Hertwich an einem unnd dem erbaren Heinrich Wessell anders teils seligen Hartwigs nachgelassenen gutter halben eine freuntliche handlung gescheen, die wir durch die erbaren unser lieben getreuen und besondern, nemblich Johan und Sander, gebrüder von Sacken, Johann Blumbergk und Bastian vonn Elten, verhandeln lassen, alß bescheidentlich, das itztgedachter Heinrich Wessell das gut tzu Selden im gepiet und cärspel tzu Ampoten zu sein und seiner hausfrawen tagen mit aller nützung und beqwemikeit, wie die geheissen oder genant mogen werden, dartzu gehorig sall einnhemen, besitzen und geprauchen
und nach irer beider todtlichem abgang sollen dieselben gutter mit allen leuten, gesinden und enfotlingen frei und queidt, wie das empfangen und in wheren genhomen, wider an Dinies oder an seine rechte naturlichen erben fallen
auch sall gemelter Heinrich Wessell und seine e[rbar]e hausfrawe die gemelten gütter, so inen tzu iren tagen vergunt, mit keinen schulden, auch die leuthe uber ire gewönliche aldhe gerechtigkeit mit keinen newen dingen, gross oder clein, beschwerenn. Auch sall mehrgemelter Heinrich Wessell gemeltem Dinius dreihundert margk Rijisch an gereitem gelde, darzu claider und geschmeide, damit sein schwester möge zu ehren beraten werden, geben. Auch gedachtem Dinius das beste haussgereth, vihe, varenden habe und das korn, so bei dem hoffe uthgeseit, lassenn
und so mitlerzeit genanter Dinius schwester versturbe#verstürbe oder sonst zu eren nit beraten würde, sal gemelter Heinrich Wessell gedachtem Dinius die dreihundert marck gleichwol zu geben vorphlicht sein, und das geschmeide sall bey den stieffschwestern bleibenn. Dagegen sall vielgemelter Dinius einer iden seiner stieffschwestern, wen die zu ehren berathen werden, ein rocklacken von 20 marck geben. Hiermit sollen die beiden parteyen vorgemelt gentzlichen entscheiden und vertragen sein und alle andere brieffe, recess unnd vortrege, so durk unsern zeligen [furvatter] Heinricus oder sonst aufgericht, nicht vonn wirden, toth und machtloß sein. Das haben beide parth, als Heinrich Wessell, seine erbar hausfrawe und gemelter Dinius, vor uns also bewilligt, beliebet, behandstreckt und einer dem andern unwiderrufflichen stedt und vest und ewiglich ungedrungen aus freiem willn zu haltn gelobet. Dieses zu mehrer getzeugnuß und befestigung der warheit haben wir, Hermanus obengemelt, unser sigell wiessentlich an dieszen brieff hangen lassen, der geschrieben ist zur Pilten montag nach assumptionis Marie anno funfftzehenhundert und XXIX.
comment
pressureVgl. Bauer 413. Auf einen Textabdruck wird unter Verweis auf das Vollregest bei U. Müller, Herzog Albrecht von Preußen und Livland, Regest Nr. 51 Beil. II verzichtet.