Kurland Property Records

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Bauer413

Bf. Hermann von Kurland beurkundet, daß die Streitsache zwischen Dynnis Hertwich und Heinrich Wessell um die nachgelassenen Güter des Nikolaus Hertwich durch Vermittlung der Brüder Johann und Sander von Sacken dahingehend beigelegt wurde, daß Heinrich Wessel und seine Ehefrau, die Witwe Nikolaus Hertwichs, das Gut zum Selden[{\em Klein-Dselden 20 km ssö Hasenpoth}] im Gebiet und Kirchspiel Ambothen[{\em Amboten 26 km sö Hasenpoth}] auf Lebzeit zur Nutzung behalten und der Schwester des Dynnis 300 Mark Rigisch, Kleider und Geschmeide als Aussteuer geben sollen. Nach ihrem Tod sollen die Güter mit allen Leuten an Heinrich Wessells Stiefsohn Dynnis oder dessen Erben fallen. Pilten, 1529 Aug. 15
rechtliche Auseinandersetzung Vollregest bei U. Müller, Herzog Albrecht von Preußen und Livland, Köln, Weimar, Wien 1996, Regest Nr. 547.
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Vonn Gots gnadenn Hermannus, bischoff der kirchenn zu Churlanndtt, bokhennenn und betzeugen mit dissem unserm offenen versigelden brieve vor alsweme, die ehn sien, horen ader lesen, das vor unns der erbare unnszer liebenn getreuwen Dynnys Hertwich ahn einem unnd Hinrich Wessell ander dels zeligenn Niclaus Hertwichs nachgelassenn guder halbenn fur unns gewesen und erschenen. Hefftt gedachte Dynnis als ein rechte erbe sich beclagt, er nie bewilligt ader vulbort, das Hinrich Wessels vorgedacht seine gueder mit der mutter solannge, alse geschenn, besitzenn, inhabenn und behalden solde
klagt auch furder, sein suster als ein recht naturlich erbe aus den gudern nit ist beradenn wordenn. Hatt gedachte Hinrich Wessell tzu geanthwordtt, er will Dynnis die guder nhue ruemen, moge die nhue innemen, wann er will
das er die suslange mit rechte ingehabt, khunde er mit sigelen unnd brieven woll bewisen. Habenn wir beider parte allerley clagt unnd anthwordt angehortt, uberwagenn und zu hertzen genomen unnd beiden parten furgegeben, oft se willenn in rechte oft freundtschafftt gescheiden sein, den muchten sie irer beider recht, sigell unnd brieve auf den dach zum Hasenpott, den wir dartzu haldenn angesatzt, furbringen, dan wollen wir ihne mitteilen, wes etlichen parte in rechte geburt. Dartzu hat gemelter Hinrich Wessell geanthwordt, er khunde sein sigell unnd brieve nhu nit zu wege bringen, gedechte oder wolde auch mit gedachtem Dynnis nit zue recht gein
dartzu hat unns gebedenn, wir soldenn ihme hilffenn, das er nhue eins vor alle durch wege der freundtschafftt vann den sachenn unnd seinem stifszoen Dynnis furgenhant entlichen enthscheiden muchte werden. Darumb habenn wir durch die erbarn unser lieben getreuwen unnd besondern, nementlich Johann unnd Sander, gebrueder van Sackenn, die sachen freundtlich verhandelen lassen also beschedentlichen, wie hirnach volgt: zum erstenn, das itzsgedachter Hinrich Wessell das gudt zum Seldenn im gebiede unnd cerspell zu Ambothenn zu seinen unnd seiner hausfrauwen, zelige Niclaes Hertwich nagelassen wedewen, dagenn mit aller nutt unnd beqwemicheit, wo die nometh eder genometh moge werdenn, mit aller tzubehorunge sall innemen, besitzenn unnd gebrauchen
unnd nach erer beider doetlichen abegange sullenn dieselbigenn guder mit allenn leuthen, gesinden und einfo^etlingen fry und qwit, als das entpfangen unnd in weren genomenn, wedder ahn Dynnis ader ahn seinen rechten waren erben fallenn
auch sall gemelt Hinrich Wessell unnd seine erbar gemall die gemelten gueder, so ihne zu iren dagen vergunt, mit keinen schulden, auch die leuthe uber ere gewontliche althe gerechticheitt mit keinen nyen dingenn, grot oder klein, beswerenn
auch sall vhakengedacht Hinrich Wessell gemeltenn Dynnis seiner suster, wan die zu dem eren sall gestadet werdenn, drehundert marck Rigesch ahn redem gelde, dartzu kleder unnd smyde, damit seine swester moge tzu dem eren beraden werdenn, gebenn
auch gedacht Dynnis das beste huszgeradtt, qweck, varn[d]e habe unnd das korn, szo bei dem hove außgeseiget, lassen
unnd so mittellertzeit Dynnis swester vorsterbe ader sust nit tzu dem erenn beradenn werde, sall gemelt Hinrich Wessell gedachtem Dynnis die drehundert marck gelükwoll zu gebenn schuldig und vorpflichtt sein, sonder das gesmide sall den bei den andern stiffswesterenn bleiben. Des sall wedderumb itzgemelte Dynnis ithlicher seiner stiffsusterenn, wan die zu dem erenn beradenn werdenn, ein rocklacken von tzweintzig marck gebenn. Hirmit sullen die beide parte furgemelt gentzlichenn zum ende freundtlichen geschiedenn unnd verdragenn sein unnd alle ander brieve, recess unnd vordrege, so durch unnsernn zeligenn furvatter Hinricus eder sust aufgericht, nit vonn wirdenn, doeth unnd machtloesz sein. Dit habenn beide parte, Hinrich Wessell, seine erbare hausfrauwe unnd gemelte Dynnis, fur unns also bowilliget, bolebet, behanthstrecktt unnd malckanderen unvorbrochenn stede vaste unnd ewiglichen ungedrungen ungenotiget aus fryen willenn zu haldenn gelobet. Disses zu mehrer tzeuchnisse und bofestung der warheit habenn wir Hermannus, bisschof obengenompt, unnser sigell wisslieg ahn disen brieff hangen lassen, die gegebn unnd geschrebenn ist zur Piltenn auf unserm sloss dage assumptionis Marie anno funfftzehenhunndert im negenundtzewentzigstenn jare.
comment
pressureVgl. Bauer 414. Zur weiteren Entwicklung der Streitsache vgl. Bauer 422, Erg. 827, Erg. 812, Erg. 423 u. Erg. 836. Auf einen Textabdruck wird unter Verweis auf das Vollregest bei U. Müller, Herzog Albrecht von Preußen und Livland, Regest Nr. 547 Beil. verzichtet.