Kurland Property Records

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Bauer361

OM. Wolter von Plettenberg belehnt Andreas Lieve und seine Erben zu Lehngutsrecht mit einem Landstück in beschriebenen Grenzen mit 7 Gesinden sowie mit einer Stätte zum Bau einer Herberge in der Vorburg von Doblen. Wenden, 1507 Sept. 30
Lehnsurkunde Text nach A. Bauers Abschrift von Kopie des 17. Jahrhunderts (B).
Überlieferung:
aus B: Kop.
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Wir broder Wolter von Plettenberg, meister to Liefflande Düsches ordens, beckennen unnd betuegen apenbahre mit diesem apenem breve, dat wie mit rade, willen undt volbort unser ersame medegebiediger Andres Lieven und alle synen rechten wahren erven gegeben und verlehnet hebben unnd mit krafft dieses breves geven und verlehnen sodan [land]%unnd irrig B, alß in dieser nabeschreven schedinge utgedrucket stett, mit sovenn gesinden: int erste anthogande an Cort Greven schedinge, dar eine brügge ist, dem Pestischen wege to folgende went an eine vürenbom mit einem crücze, von dar went in dem Papendieck, uht den Papendieck an einen grenenbom mit einem crüce, vorthogande an einem syp, dem syp folgende an eine kule, fort der füchtniße to folgende bet in die Birse, uht der Birsen recht uff tho gande an einem flaß rote, so fort entlanges Hacken siner schedinge, von tecken tho tecken an Balden sine schedinge, de schedinge entlangst von teken tho tecken ume ein mößbröcket inn ein syp, genömet de Wackestraute, von dem syp tho gande von tecken tho tecken bet an den Saukezell und den weg entlangst an den Prauwelschen weg, demsülwen weg endtlangst inn ein syp, genomet de Plenestraute, von dahe went in de Sesßow, de Sesßow up to folgende byt midden in den heuschlag, den heuschlagk byt an ein führenbom mit tween cruczen, von dem bome recht up tho gande went an ein floßrote, fort de wege tho folgende in ein grundt an ein eckenbom mit einem krücze, dan fort von tecken tho tecken byt in Kyke Thomas gebrockede, durch dat gebrockede an de Schugge brüggen, fortt von tecken tho tecken in ein gebrockete, durch dat gebröckete von tecken tho tecken over ein feldt in ein sip, uht dem sippe von tecken tho tecken an ein weg, dem wege tho folgende an eine brüggen, von der brüggen uf einem berg, geheeten de Styme Styue zu lesen. berg, dar eine kule ist, van tecken to tecken in ein gebröckede, over datt gebröckede an ein berg, over den berg von tecken tho tecken uppe dem Pesteschendt weg, dar eine kule ist, so fort wedder an Cort Greven sine schedinge
mit allerley thobehörunge, nut und beqwemigkeit, wo de genomet sin edder genömet mögen werden, alß an ackern gerödet und ungerödet, heuschlegen, wiesen, weiden, viehetrifften, hollczungen, wollden, buschen, birßen, watern, becken, seen, sypen, honnigböhmen, honnigweyden, fischereyen, vögeleien und wor de vorgenomede Andreas Lieve und alle syne rechten wahren erven bavengenömet mögen recht tho hebben, nichts buhten bescheden, vordan tho hebbende, tho besittende, tho bruckende und tho beholtende frey und vredesamblichen na lehnguhts rechte to ewigen tyden. Hiertho [geven]%eine B wie Andreas vorgerort und synen rechten erven eine stede in der vorborch tho Dubbelen, dar he eine herberge mit ein schorsteine upsetten und tho seinen besten gebruchen mag. Deß tho mehrer tüchnüße und wahrhafftiger ohrkunde der sicherheit hebben wie unse siegell hie unden rechtes wetendes hangen laten an deßen breff, de geschreven undt gegeven ist tho Wenden des donnerstages nahe Michaelis na Christi geborth vyffteinhundertundsöven jhare.(?)
comment
pressureHeinrich Lieve gab 1620 der Ritterbank zu Protokoll, der Ursprung seines Geschlechts liege in Harrien und Wierland, woher sein Großvater gewesen und vor 120 Jahren an diesen Orten (d.h. in Kurland) belehnt worden sei (Ritterbanken Nr. 21 S. 14). Nach Fircks ergänzenden Angaben ebenda kam Andreas Lieve 1507 durch Heirat mit der Erbtochter Margaretha von der Horst in den Besitz des kurländischen Bersen. Auch laut Ortslexikon erfolgte im Jahr 1507 die Belehnung der Familie Lieven mit Lieven-Bersen 15 km nw Mitau, Autzenburg 12 km onö Doblen und Bächhof 3,5 km ssö Lieven-Bersen. Es bleibt jedoch unklar, ob untenstehender Lehnbrief auf diese Güter zu beziehen ist. Vgl. die Grenzbeschreibungen der Verlehnungen an Andreas und Hermann von der Horst von 1487 Dez. 13 bzw. 1507 Sept. 29 (Bauer 304 u. Bauer 360), mit denen untenstehende Urkunde mehrere Grenzpunkte gemeinsam hat, sowie die Lehnsurkunde von 1521 Sept. 4 für die Erben des Andreas Lieve (Bauer 390). Der Umstand, daß die Erben Lieves zusätzlich zu den vorher schon von Hermann von der Horst oder Andreas Lieve besessenen Gütern noch das andere (!) Stück Landes auf beiden Seiten der Samleck und der Berse erhalten, weist darauf hin, daß es eine weitere, nicht erhaltene Lehnsurkunde aus dem Jahr 1507 gegeben haben könnte. Textgrundlage ist A. Bauers Abschrift von B.