Kurland Property Records

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Bauer333

Evert Lampstorp, Mannrichter in Kurland, bezeugt mit seinen Beisitzern Klaus Franck und Hermann Dönhoff, daß die Bevollmächtigten Johann Lunings dessen Streitsache mit Jürgen Fircks um einen Heuschlag auf Rat des Goldinger Komturs Heinrich von Galen auf dem Kapitel in Wenden nicht vorgebracht haben, und erklärt, daß das einseitig von Jürgen Fircks erlangte Urteil keine Rechtskraft besitzen könne. [Goldingen], 1497 Sept. 10
rechtliche Auseinandersetzung Text nach L. Arbusow, Jahrbuch für Genealogie, Heraldik und Sphragistik 1897 S. 66 Nr. II,2, dort nach Kopie des 16. Jahrhunderts.
Überlieferung:
B: Kop., 16. Jh
Material: Pap.
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Ick Evertt Lampstorp, van wegen mynes genedigen heren meisters tho Leyfflandt manrichter in Curlandt, bekenne mitt [mynen] beiden bysitteren, als Claws Franck [und] Hermen Donhoff, wo datt Johann Lunynck tho meenen mandagen tho Goldingen tho rechte geghan heveth myt denn erbaren manne Jurgen Fairycks umme veer kuy steden hoy unde Johan Lunynck mit ordell unnd rechte tho twen tiden thogedeltt is, datt he de veer kuy steden hoy beholden sall, dehe in syner schedinge gelegen sint, und Fyrikus gebure, sustlange eine tydtlangk in Lunynges beschloten schedinge gemeygett hebben, afflathen sollen. Und so hefft Jurgen Fairikus over dren jaren datt beschattet to Wenden tom cappittule, dar em Lunynck volgen solde
unde nademe als Lunynck sine huszfrowe affgestorven was, so hadde Johann Lunynck selige Hinrick Pepper unde Jurgen Knorren fulmechtich gemakett unde en synen ordelsbreff, den he tho Goldingen gewunnen hadde, medegedan, datt se tho Wenden mitt Jurgen Fairkys solden tho rechte stan van Luninges halven. Als dann selige Hin[rick]% abgestoßen B Pepper mitt Jurgen Knorren tho Wenden gekommen weren, so hadde Pepper den erwerdigen herrn Henrick van Galen, kumptor tho Goldingen, tho Wenden de sake thorkennen gegeven van Lunynges wegen. So hadde de erwerdige cumptor tho Goldingen tho Peper gesacht, datt he solde Lunynges ord[els]breff in syne laden in ferwaringe legen und n[icht] vor datt recht ghan
wann he tho Goldingen queme, so wolde he upp de schelhafftige sacke ryden unnd wolde Lunynge und Fairickes entscheden. So hadde Hinrick Peper na rade desz erwerdigen kumptors so gedann unnde ginck mitt Lunynges ordelsbreve vor datt recht nicht. Dytt hevett de erwerdige here cumptor tho Goldingen thom mandage tho Goldingen also getugen unnd thogestan vor my, vorgeroret manrichter, unnd myne beyden bysitteren, datt dat also geschen is. So hevett dosulvest tho Wenden Jurgen [Fircks] eynen ordelsbreff vorvorven dar entkennenn hemelich in sulcker menynge, desz gedachten Lunynges sake darmede tho krencken unnd neddervellich tho maken, datt wy dann na unser sampt witticheit verhopen unde menenn, gans ensulkentt nicht kann by macht geholden werden. Dusses thor orkunde unnd tuchnisse der warheitt hebbe ick bovengenandt manrichter mitt mynen beidenn bysytteren unse angeboren ingesegell und[en] upp spacium dusses brevesz lathen drucken, de gegeven unnd geschreven is am sondage na nativitatis Marie im sevenundenegentigsten jare.
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pressureIm Jahr 1495 zu Wenden hatte der Ordensmeister den Goldinger Komtur angewiesen, die Angelegenheit selbst in die Hand zu nehmen, den Heuschlag nach seiner Rückkehr zusammen mit Gutenmannen zu besichtigen und den Streit zu entscheiden (vgl. Bauer 348 u. Bauer 349). Dies könnte 1498 geschehen zu sein, unter welchem Jahr L. Arbusows Verzeichnis kurländischer Güterurkunden S. 119 eine weitere Urkunde Heinrich von Galens den streitigen Heuschlag betreffend anführt, deren genauer Inhalt unbekannt ist. Wenn diese Urkunde denn, wie man vermuten darf, einen Urteilsspruch Heinrich von Galens zugunsten Johann Lunings enthalten hat, so beharrte die Gegenseite jedenfalls weiterhin auf ihrem 1495 in Wenden erwirkten Urteil, weshalb die Angelegenheit den Goldinger Komtur noch im Jahr 1501 beschäftigte (vgl. Bauer 348 u. Bauer 349). Da alle auf den Streit bezüglichen Schriftstücke noch Ende des 19. Jahrhunderts in der Brieflade von Groß-Iwanden aufbewahrt wurden, dürfte der Heuschlag in dieser Gegend zu suchen sein. Er blieb letztendlich in Lunings Besitz, wie aus seiner neuerlichen Erwähnung als Lunings Heuschlag in Bauer 367 aus dem Jahr 1511 folgt. Textabdruck nach JbGen. 1897 S. 66 Nr. II,2.