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Bauer324

Wolter von Plettenberg, gekorener OM. und Landmarschall, belehnt Michael Kock und seine Erben mit dem dritten Teil des Landes[{\em Muischneek 13 km sw Tuckum}], das früher Jane Vielemes zu Lehen besaß, zu Lehngutsrecht, aber gegen Verpflichtung zu Botendiensten. Dünamünde, 1494 Sept. 29
Lehnsurkunde Gedruckt Liv-, Est- und Kurländisches Urkundenbuch Bd. II,3 Nr. 899 nach der Ausfertigung.
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Wii broder Wolter van Plettenberge, gekoren meister und lantdmarschalck tho Liiflant Duitsches ordens, bekennen und betugen in dussen unsen openen versegelden breve, dat wii mit rade, volbort und medeweten unser ersamen medegebiedegher deme getruwen unses ordens Michael Kock und ziinen rechten erven, dussen breffwiisern, gegeven hebben und verlenet, zo wii geven und verlenen in crafft und macht dusses brives dat derdendeel van allen deme lande, dat in eir tiiden Janen Vielemes und ziinen erven genslich beseten hebben und demede belenet was na inholde dussen bii besegelden brieffes und darna en sodanen derdendeel Janen Viillemes beseten und gebruket heeft, in deme gelike dusse Michael Kock nu in weren hevet, zo als Jane Wiilemes dat thovoren boseten und gebruket heefft, als dat in ziiner markede und scheiidinghe dan belegen is, ed zii an holtinge, vedriften, weiiden, wesen, acker geradet und ungeradet, mit aller nutticheit und beqwemhet, wo de ghenomet moghen werden, vri unnd vredesamlick tho besitten tho ewiighen tiiden na leengudes rechte, und war Michael Kock ergedacht und ziine rechte erven moghen recht tho hebben, nichtesnicht buten bescheiiden, doch mit ensodanen bescheiide, dat Michaell und ziine erven verplichtet ziin zullen, in unse edder unses ordens bodesschoppen, war he und ziine erven geschicket werden, tho tiende, in deme geliken, zo he war bii der arbeit der herschopp versant worde, zal he und ziine erven d[artho] verplichtet ziin. In tuchnisse dusses zo vorgescreven unnd dat men uth der [scheiidinghe] nicht en treden, so hebben wii dussen brieff mit dorchstekiinghe u[nd ... de]s olden breves laten versegelen, de gegeven und gescreven is to Dune[munde] am tage Michaelis im jaer unses Heren gebort dusentvierhondert und [vierundnegenti]chste jaer.
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pressureDie Urkunde ist auf das Freigesinde Muischneek 13 km sw Tuckum zu beziehen. Muischneek blieb seit der Verlehnung an Michael Koch im Jahr 1494 bis zum Jahr 1856 im Besitz der Familie Koch. Nach L. Arbusows Angaben in seinem Verzeichnis kurländischer Güterurkunden S. 111 befand sich an dieser Urkunde ehemals eine ältere Urkunde "durchgesteckt", als sog. Transfix. Dabei dürfte es sich um einen der Lehnbriefe des OM. Wennemar von Brüggenei für kurische Freibauern über die Hälfte eines Landstücks an der Abau von 1391 Mai 22 oder 1392 Jan. 19 gehandelt haben (Bauer 131 u. Bauer 138), der im Ortslexikon sub Muischneek irrig 1396 datiert wird. Die Urkunde war wohl mit dem Sekretsiegel des Ordensmeisters besiegelt, vgl. LUB II,3 Nr. 899. Der Gebrauch des Sekretsiegels durch Plettenberg in der Übergangszeit zwischen Wahl zum Ordensmeister und Bestätigung wird laut L. Arbusow in LUB II,3 S. 653 sub Nr. 898 durch die ehemals in der Brfl. Sehmen befindliche Urkunde von 1494 Sept. 25 (Erg. 340) belegt. Für einen neueren Textabdruck s. LUB II,3 Nr. 899.