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Bauer237

OM. Johann von Mengede gen. Osthoff belehnt Johann von der Brincke und seine Erben mit 9 Haken Landes, genannt die Pigow, im Gebiet Windau in beschriebenen Grenzen, sowie mit 4 Haken Landes in Wargatiten, die sel. Jakob Mues besaß, und 3 Haken Landes in Korthe Jarien, die Jan von Korte Jarnn besaß, zu Lehngutsrecht. [Riga], [1461 Okt. 9]
Lehnsurkunde
Überlieferung:
aus B: Transs. durch OM. Wolter von Plettenberg, Burtneck 1531 Juni 30
Archiv: GStAPK, VIII. HA B 24: Sammlung Stavenhagen Urk. Nr. 313
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Wye broder Johann vonn Mengede, annders genannt Osthoff, meister tho Lifflannde Duidtschs ordenns, bokennenn unnd betuigenn apennbar in dissem apenenn brieve, dat wie mith rade unnd fulborde unnser ersamenn medegebiedigere Johann vonn der Brincke unnd allenn sinenn rechten warenn ervenn gegevenn unnd vorleneth hebbenn unnd midt crafft disses brieves gevenn unnd vorle[ne]nn negenn hackenn lanndes, genomet de Pigow, so als die im gebiede thor Window unnd inn dissenn nachgerordenn schedingenn sin bolegenn: [i]ndt erste anthohevennde an dem berge Sudekappe genomet, dath brogke umb tho gaennde up der luchternn hanndt beth up de begke negest bolege[nn]% Fleck der Pigow, unnd vordann de becke up beth ahnn denn berch, unnd langest denn berg beth ahnn denn bergk Sudekappe genannt wedderumb tho [ga]ennde
dartho vehr hakenn lanndes, tho Wargatitenn inn der veltmarckenn ann ackertalenn inn sodanenn schedingenn bolegenn, alse de salige Jacob Mues thovornn vortinset und bosetenn hefft
item hiertho noch dre hakenn landes, tho Korthe Jarien inn der velthmarcke ock ahnn ackertale inn sodanenn schedingenn bolegenn, alse de Jann vonn Korte Jarnn thovorn hefft bosetenn
mith allerley thobehoringe, nutte unnd boqwemicheit, who de benomet sin ader benomet mogenn werdenn, als ahn ackerenn geradet ader unngeradet, hoyschlegenn, wesenn, weydenn, vehedrifftenn, holtingenn, busschen, byrßenn, woldenn, bröckenn, waternn, bekenn, sypenn, honnichbomenn, honnichweidenn, vischeryenn, vogelienn etc., unnd wur Johann vonn dem Bringke vorgenannt unnd alle sine rechtenn warenn ervenn mogenn recht tho hebbenn, nichtesnicht buthenn boscheidenn, vorthann tho hebbennde, tho bosittennde, tho gebruckennde unnd tho beholdennde frig unnd fredsamlickenn nha lehenngudes rechte tho ewigenn tidenn.
comment
pressureJohann von den Brincken war um 1455 für den livländischen Orden als Gesandter in deutschen Landen tätig. In den Jahren 1461 bis 1465 wurde ihm eine Reihe von Belehnungen zuteil, wodurch er in den Besitz von Wensau und Sessilen gelangte (vgl. Bauer 239, Bauer 241, Bauer 252). Seine besondere Verbundenheit mit dem Deutschen Orden findet ihren Ausdruck in der 1464 März 26 durch den HM. Ludwig von Erlichshausen erfolgten Aufnahme in die Bruderschaft und Gesellschaft des Ordens (verz. LUB 12 Nr. 254, gedr. Mitt. 3, 1845, S. 108-110). O. Stavenhagen, in: SB Riga 1895 S. 123 f. sieht in seiner Aufnahme eine besondere Belohnung für diplomatische Dienste, die er dem preußischen Orden während des Krieges geleistet habe. Johann von den Brincken ist bis zum Jahr 1483 nachweisbar. Sein Nachfahr Luloff von den Brincken gab im Jahr 1620 vor der Ritterbank den Ursprung seines Geschlechts aus Westfalen an und produzierte zwei (!) pergamentene Dokumente, wonach seine Vorfahren in die Bruderschaft des Ordens aufgenommen wurden (Ritterbanken Nr. 48 S. 26), vgl. O. Stavenhagen, Johann von den Brincken (1454-1483) und die "Gesellschaft" des Deutschen Ordens, in: JbGen. 1911-13 S. 618-620. Ausstellungsort und -datum des ohne Corroboratio und Datumszeile überlieferten Lehnbriefs können dessen Erneuerung durch OM. Plettenberg von 1531 Juni 30 entnommen werden (Erg. 781).