Kurland Property Records

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Bauer018

Bf. Heinrich von Kurland beurkundet die vollzogene Teilung der Burg Memel zwischen sich und dem Deutschen Orden, die gemeinsame Gründung einer Stadt und deren Ausstattung mit Land. Memel, 1254 Feb. 8
Teilungsurkunde Deutscher Urkundentext nach A. Bauers Abschrift von Übersetzung des 14. Jahrhunderts (Goldinger Kopialbuch) (D).
Überlieferung:
aus D: dt. Übers., um 1340
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Wi broder Henrich, eyn mynnerbrodere, von der genaden Godes eyn bisscop to Curlande, schriven allen cristenluden, die dessen brif sien of horen lesen, grute in des levendigen Godes sone. Op dat die dinge, die in der tiit gemaket werden, mit deme ummelope der tiit unde mit vergetener danke der lude nicht vergeten werden, so ist noyt, ener levendiger scrift bevelen, op dat von geneme nakomelynge werde verwandelt. Hirumme so sal weten die gemeynheit, dat do wi mit unsen liven broderen des Dudesschen huses to rade worden, die borgh tusschen der Memele unde der Dangen to buwene to der ere unses heren Godes, unde under ander reden des overeyn quemen, dat vorgesproken hus na dem ummelope des jares to delen, so is in unse deyl gevallen dat deil der borch, dat der Mimele unde der Danger Danghen E allernebest allirnegest E is nach den teichen, di dar gemachet sin
dar over weren bescheden unde vorsiende lude. Unde weret, dat dat deyl, dat in uns deil gevallen is, uns to yngge duchte sin, so ist uns erlovet to buwene in die Memele ane schade des weges, wat wi kunnen unde moghen. In der brodere deil is gevallen dat middelste deil, dat sich uyttuyt von der porten neyst der brugghen over den graven unde vort totrid went to der Memele. Dat dridde deyl von der vorgesprokenen porten over den graven sich strecket went to der Danghen nach den teichen, die dar gemaket sin, dat is ock in der brodere deil gevallen
unde in is ock in ir deil erlovet to buwene in die Memele ane schade des weges, wat si willen. Vortmeir so sal man weten, dat die brugghe gemeyne sal sin unde ist, dat si in der stede blivet, dar si alrede gemaket is
unde weret, dat sich ich D laut A. Bauer, wohl irrig, prüfen geborden noch meyr bruggen to buwene in der Dangen, so sal man disse brugghe alse wal als die buwen, dat si den scepen op unde nider to gande nicht en hynderen tho gande E . Vortmeir so sin wi to rade worden unde dunket uns unde den vorgesprokenen brodere guit, dat umme der ynghicheit der stede unde des bruyck grundis bruyck ist wohl von nd. gebroke = Sumpf abzuleiten, also hier wohl = wegen des sumpfigen Grundes nicht mit stenen mogen buwen uwen D laut A. Bauer, prüfen, alse wol nut were
darumme so hebbe wi gekoren eyne stede von der noyt unde den bruderen bequemlichen in eyner hoger unde ynger stede tusschen der Dangen unde der Memele to dem mere wart nicht vere von der yerste gebuweder borgh. Unde do die brodere die hovestede in drie deil deyleden, so is in uns deil gevallen von dem kore dat deil, dat sich tuyt beneven der Memele to dem mere wart na den teichen, die dar gesat sin
unde in der brodere deyl sin twe deyl gevallen, die sich uyttehen von den vorgesproken teichen went to der Dangen unde der Memele unde ock to dem mere
unde uns in unse deyl unde den broderen in den iren deil E is erlovet to buwene, wat wi kunnen unde mogen, ane schade des weges beneven der Memele. Vortmeir ist, dat uns genuget von derselver stede, die von dem kore in uns deyl is gevallen, to buwene unse groteste kirke unde unsen hof unde der dumheren hove. So sal ock den bruderen genugen von irer hovestede, die in ir deyl is gevallen, beheltnisse des stuckes, dat in eme anderen brive steit von der dumheren hove unde die kirke to buwene. Vortmeir so sin wi to rade worden, eyn stat uttogevene unde betermpten mit gemeymen gemeynen, gemeyne(m) E rade unde volbort von dem utersten grave der yerster gebuweder borch beneven der Memele unde der Dangen binnen begrepen went to dem ende der borghe, die die die dy E Lettowische here E unde Samissche here opgerichtet hadden in ene laghe lage hier wohl = Belagerung der yerster gebuweder borgh, ane die havestede, die vorbenomet sin, die wi unde die brodere under uns gedeylet hebben, it en were, dat wi mit gemeynen rade unde volbort to rade worden, die termpten der stat to widene oder to mynneren. Vortmeir so sal man weten, dat wi mit gemeyner volbort der vorbenomeden stat vor weyde unde ackere termpten to hebben beschreven von der stede, dar die Memele unde die Danghe tosamene vliten unde dar sie sich uytrecken, die Memele op to gande went to der beke, die von Sarde komet, unde dieselve beke op to gande went to dem nehesten busch, unde die termpte gaen nider beneven denselven busch went bi der Dangen, unde gaen op went E under den groten stenen der brineke bimke E, recte möglicherweise brinke bi der Dangen went to eme berebome, unde die anger bi den berenbome, unde darsulves gan die termpte over die Danghe went to eme durren bome bi der Muthine, von dem durren bome bi boyme, die geteichent sint, went to eme luttiken see, von der see went to den santbergen bi den mere, unde von den mere went to der Memele, unde die Memele op to gande went to der stat termpten. Weret, dat sich geborden binnen der stat termpten uns oder den broderen garden, boumgarden bunggarden D laut A. Bauers Abschrift, schunen oder andere noytdruftige dinghe to buwene, dat en moghen uns die borgher dirre vorbenomeder stat en gene wis beweren. Unde dat dar togeworpen, weret, dat die brodere nemen havestede umme alsus gedane ding to buwene, so sole wi anderwegen hovestede nemen mynner umme die helfte nach siner mate geliche guit, so it togeboret unser nut. In welike ewige gedechnisse, op dat hirna in dissen dinghen en ghene clage noch twivel op ensta, so hebbe wi dissen gegenwordigen brief, die hir opgeschriven is, mit unsen ingesigele gevestet unde gestarket. Geschehen sin disse dingh in der borgh to Mimelborgh yerst gebuwet under den jaren unses Heren dusenttwehundertdrieundeviiftich nach dem haarden mande. Dar over unde ane hebben gewesen broder Bernchart, der commenture, broder Henrich, der prister, broder Hey[n]rich Heinrich E, der marscalk, broder Heynrich, der commendure to Goldinghen, broder Sigebode, broder Volpart, die vogede to Curlande, broder Conrayt, unse cappellane von der mynnerbroder orde, Jacob, unse leenman, unde ander vil wiser beschedener lude.
comment
pressureZur Datierung in das Jahr 1254 vgl. die Anmerkung oben sub Bauer 17. Dem deutschen Editionstext liegt A. Bauers Abschrift aus dem Goldinger Kopialbuch (D) zu Grunde. Alle Namensvarianten, die die spätere deutsche Übersetzung (E) im Vergleich zu A. Bauers Abschrift bietet, sind angegeben. Sonstige Abweichungen sind nur verzeichnet, soweit sie erheblich erschienen.