Kurland Property Records

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Bauer166

OM. Siegfried Lander von Sponheim belehnt Albrecht Torck und seine Erben mit 6 Haken Landes bei dem Dorf Walgam, mit Landstücken an der Schlocke, bei dem Dorf Sahten und am Mokensee sowie mit 3 Haken Landes bei dem Schloß Tuckum, welche Landstücke bis auf das am Mokensee vormals Hans Doring besaß, alles zu Lehngutsrecht. Wenden, 1422 Dez. 6
Lehnsurkunde
Überlieferung:
aus A: Ausf.
Material: Perg.
Archiv: GStAPK, VIII. HA B 24: Sammlung Stavenhagen Urk. Nr. 61
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Wy broder Syfrid Landere van Spanheym, meister Dutsches ordins tho Lyfflande, bekennen und betugen openbare in dessem openbaren breve, dat wy mit rade und vulbort unßer ersamen medegebediger Albrecht Torke und synen rechten erven to leengude gegeven und vorlenet hebben, geven und vorlenen ses haken landes, de vormals Hanß Doring, anders genant Hanße Kocke, vorleent woren, de belegen synt achter dem dorpe to Walgam in desser nagescreven scheidinge: anthohevende an eyner beke, de de flut achter demsulven dorpe, dar eyne kule gemaket is tom irsten teken der scheidinge, und van der kulen vort van kulen to kulen to gande, bit men aver kompt to der Borgßbeke, desulven beke upp to gande bit tho eyner kulen, und van der vortan de vorgedachten beke aver to gande bit tho eynen hoyslage, dar aver eyne kule is, van der kulen vort van kulen to kulen to gande bit tho der vorgescreven beke, und vortan desulven beke up to gande bit to eyner kulen, und also vortan van kulen to kulen to gande und weder to komende to der vorg(escreven) beke, und dan de beke weder aff to gande bit to der irsten kulen, dar deße schedinge irst mede betekent was. Wy vorlenen ok Albrechte vorgescreven und synen rechten erven eyn stucke landes, belegen upp der Sloke, dat ok Hans Doringe vor besatt, des scheidinge anthohevende an eyme zype, dar eyne kule ist, und datsulve zyp upp to gande bit to eyner kulen, und vort van kulen to kulen bit to eyme steyne, mit eyme cruce getekent, darby aver ein kule ist, van deme steyne und kulen wederumme to komende bit to der vorg(escreven) beke Sloke, und desulven beke neder [to] gande wente to der irsten kulen upp dem vorgescreven zype weßende, dar de scheidinge dessulven stucke landes irst anhouff. Vortmer vorlene wy demsulven Albrechte Torke und synen rechten erven eyn ander stukke landes, dat ok Hans Doring vor besatt, upp der Abo by dem dorpe Sathen belegen, anders genant Radys, des scheidinge anhevet an eyner kulen by der Abo, und van der kulen vort van kulen to kulen to gande und to der Abo weder to komende, und dan desulven beke Abo over to gande, dar aver eyne kule ist, van der kulen van kulen to kulen vor to gande bit to einem zype, und datsulve zyp upp to gande bit to eyner kulen, und van der kulen vort to volgende van kulen to kulen bit to der vorgenanten beke Abo. Vortmer wy vorlenen densulven Albrecht Torke und synen rechten erven eyn stucke landes, upp der Mokenzee gelegen, des scheidinge antohevende an eyme zype, dar ein kule ist, datsulve zyp upp to gande bit to eyner kulen und vort to gande bit to eynem gemeynen wege, und densulven wech entlanges to volgende bit to eyner anderen kulen, und dan vortan van kulen to kulen to gande bit to der vorgenanten Mokenzee. Item so vorlene wy dem vakenomeden Albrechte und synen rechten erven twe haken landes, by dem slotte to Tuckem by ackertalen gelegen, und ok Hans Doring vor besatt und alse de van aldinges Hans Goltvut hadde und besatt. Wy vorlenen ok Albrecht Torke und synen rechten erven eynen haken landes, by dem slotte to Tuckam gelegen, den ok Hans Doring vor besatt und den van aldinges Clawes Ku^ere hadde, in allir wyße, als den Clawes vorgescreven hadde und besatt
alle sodane land und lantgud, alße vorbenomet ist, mit allir tobehoringe, nut und beqwemicheit, mit ackeren gerodet und ungerodet, weßen, weyden, hoyslagen, walden, busschen, wiltnisßen, holtingen, broken, honichbomen, jachten, vogelyen, vischerien und vuchtnisßen, nichtesnicht utgenomen, dar Albrecht Torck und syne rechten erven recht to hebben, Albrechte vorg(enomet) und synen rechten erven to hebbende, tho besittende, to brukende und to behaldende fry und fredesameliken na leengudes rechte to ewigen tyden. Und des to warer betuchnisse hebbe wy unße ingesegel an dissen breff laten hangen, de gegeven ist to Wenden na Godes gebort verteynhundert yar und im tweundtwintigesten yare des sundages vor sunte Lucien dage der hilgen juncfrowen.
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pressureOtto Torck gab im Jahr 1620 vor der Ritterbank als Ursprung seines Geschlechts Westfalen an (Ritterbanken Nr. 9 S. 10). Ein Johann Torck wurde laut Ortslexikon im Jahr 1393 in Kurland mit Odern 14 km nö Talsen belehnt. Noch früher, vor der Mitte des 14. Jahrhunderts, stellte die Familie mit Rudolf Torck erstmals einen Ordensritter in Livland. In den ersten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts besetzte die Familie dann die obersten Ämter im livländischen Orden; Dietrich Torck war 1413-1415 Ordensmeister, und ein Albert(!) Torck war 1420 Komtur von Goldingen, zum Zeitpunkt der Belehnung des Namensvetters 1422-1423 aber bereits Komtur von Reval. Zu der Familie Torck und ihrer Rolle im livländischen Ordenszweig vgl. Fenske/Militzer Nr. 879-883 u. S. Neitmann, Von der Grafschaft Mark nach Livland S. 548-559. Die von L. Arbusow, Deutscher Orden in Livland, in: JbGen. 1899 S. 98 Nr. 706 ins Auge gefaßte Möglichkeit, Ordensgebietiger könnten selbst Ordenslehen innegehabt haben, wird von S. Neitmann a.a.O. S. 111 Anm. 653 mit guten Gründen abgelehnt. Allerdings bleibt zu bedenken, daß Arbusows Überlegung dem Kauf des Gutes Planetzen galt, das Albert Torck als alter Komtur von Goldingen im Jahr 1425 erwarb und mit dem er, wie Arbusow annimmt, auch belehnt wurde (vgl. Bauer 173). So undenkbar es einerseits ist, daß im Jahr 1422 Albrecht Torck, derzeit amtierender Komtur von Reval, und seine Erben(!) bei Tuckum belehnt wurden, ist doch andererseits der Kauf eines Landgutes durch ein Mitglied des Ordens nach Beendigung seiner aktiven Amtszeit als Gebietiger, quasi als Alterssitz und (Zusatz-)versorgung, offensichtlich im Rahmen des Möglichen. Bezüglich der Datierung ist anzumerken, daß hier vom Festtag der Hl. Lucie (Dez. 13), der im Jahr 1422 selbst auf einen Sonntag fällt, eine volle Woche zurückdatiert wird; in diese Woche fällt das Fest der Empfängnis Marie (Dez. 8) und auf den Ausstellungstag selbst sogar der Festtag des Hl. Nikolaus (Dez. 6), der somit zugunsten des Festes der Hl. Lucie zurückgestellt und nicht zur Datierung herangezogen wurde. Da die auffällige Datierung völlig zweifelsfrei auf dem Foto vom Original zu lesen ist und es keinen Anlaß etwa für eine Korrektur der Jahreszahl gibt, muß man wohl von einer sehr hohen Wertschätzung der Hl. Lucie ausgehen, was möglicherweise durch Einwirkung aus dem skandinavischen Raum zu erklären sein könnte.