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erg1153

Hermann Butler an OM. Wolter von Plettenberg: Sein Land sei ihm ordnungsgemäß zugeritten worden, was Rolf vom Rade, Kumpan (in Goldingen), und Ernst von Münchhausen, Vogt von Grobin, bezeugen könnten. Zur Beilegung von Streitigkeiten zwischen seinen und des Goldinger Komturs Bauern sei er bereit gewesen, die Gegenpartei aber nicht erschienen. Er bittet den Meister, ihn vor Beschwerung durch Heinrich von Galen, Komtur von Goldingen, zu schützen und ihn bei seinen Siegeln und Briefen bleiben zu lassen. o. O., 1533 Jan. 23
anderes Schriftstück; rechtliche Auseinandersetzung
Überlieferung:
aus A: Ausf.
Material: Pap.
Archiv: Stockholm RA, Livonica I vol. 10
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Adresse dorsual: Demme hochwerdighenn unde grothmechtigenn furstenn unde hernn, hernn Wolther vann Plettennberge, Deuteschs ordens meister tho Lyfflandthde, mynemm gnedigenn hernn, denstlich. Hochwerdige unnde grothmechtige furste, genediger herr, meinenn underdanigenn, gehorszamenn getruvenn unde willigenn denst sein I. f. g. stedes zuvorenn bereidt. Gnediger furste unde herr, ik armer geselle geve I. f. g. underdanichlich myth hogem flyte tho erkennenn, wie dath der w. herr cumpthor tho Goldinge my armenn gesellenn myth gheschwindenn schriften, wiewoll unvorschulth unde ernstem gemothe, mein landt afhendich tho makende gedrouweth unde genszlich geneiget, szo I. f. g. der sakenn gelegenheit uth ingelachter copienn allenthalvenn genedichlick werdenn formarken. Welck landth vann I. f.g. uth gnediger thoneigung my armenn gesellenn vorlenth unde gegeffenn na inholths unde vormeldunge I. f. g. loffliche szegell unde breve. Vorhape ungetzivelth tho Goth [dem] allmechtigenn unde I. f. g., dessulvigen by erenn unde fulmachtenn geholdenn werdenn. Darahnn ik armer my byllich unde tho allenn rechtenn gedencke to holdenn. Gnediger f. unde herr, so is der w. h. cumpthor, her Gerdth vann der Bruggenn milder ghedechtnis, personnlich up dem lande gewessenn unde dathsulvige besichtigeth. Darna vann I. f. g. isz gedachter herr cumpthor seliger tho mynem bestenn szegell unde breve up dath landth erlangeth unnde dem herrenn cumpan, her Roloff vam Rade, in bovell gegevenn, up dath landth tho ridenn. Dem alszo gescheinn in bywesenn des w. h. vagedes vann Grobin, her Ernsth vonn Monnichusenn, welch my armenn gesellenn dath landth, so durch I. f. g. breve unde segell corrobore[r]t unde vorsekerth, nha lofflicher gewannheith unde landes gebruck sunder alle geferde togeredenn unde de scheidung(e) allenthalvenn, so yczt furhendenn, gentzlich bevestigenn lathenn. Des my der w. h. vaget unnde cumpann irgedacht nu thor tydth stendich unde ire wissenschaff dem rechten nhatogevenn wyllich geneigt. Deweile, gnediger f. unde h., ick armer geselle vann dem w. h. cumpthor tho Goldingen, her Hinrick vann Galenn, thom ersten landesdage, herrnndage edder gebedigerdage nha lude ingelachter copienn tho mynem drefflichenn schadenn unde geldes spildinge, des ich jegenn seiner w. nycht vordeinth noch vele weinger bewessenn, myth frevelicherm furnemende geladenn in Friderich Benthens hoff, jedoch my nefenn enthfangenenn schriftenn ahnn denn w. h. cumptor vakengemelth tho Szabell in Friderick Benthens hoff upt fordeligeste furfugeth unde denn w. h. cumptor darsulvesth in aller fruntschap angesprakenn, so irrunge unde zanck twischenn seiner w. unde myne burenn entspratenn, sovill moglich gantz unde gar mucht(e) hingelacht unde entscheidenn werdenn. Darup bavengedacht s. h. cumptor geantwerdeth, de sake in berow latenn blivenn. Sein w. wurde sick kurtz thom Durbenn begevenn, denne my tho vorschrivenn unde de twystsake aldar tho vorhorenn unde undertonhemen gentzlich gesynneth. Dem ich wyllich so nachgekomenn. Also der w. h. cumptor in vorflatenenn tidenn tom Durben angekamenn, hebbe ick hertzlich sein w. schrift(en) furbeidth, besonder keine bekommenn. Byn ik sampth meinenn armen ludenn tom Durbenn ahnn denn w. h. cumptor geredenn unde so etzliche vann seiner w. burenn etwes myth rechte ahnn my edder meinenn burenn to doende wustenn, soldenn sie flitichlich entdeckenn. So sein dar neyne burenn im rechte erschenenn. Dajegenn my edder myne armen burenn furmeinden, etzliche articull unde orszake upthobringende, unde alszo ick armer des rechtenn furbeidend(er) unangesprakenn wedder fam Durben gereiseth in bywessende vele guder manne. Vorhape tho Goth [dem] almechtigen unde I. f. g., sulch erbedunge meines rechtenn my armen gesellenn thom gudenn unde nycht thom arge wann gerekent unde thogemethenn werde etc. Is derhalvenn gnediger f. unde h. mein underdanige dinstliche unde durch Goth hochflitige bede, I. f. g. wyllenn alse eynn mylder rechtbolenender f. und h. my armenn gesellenn uth furstlichem gemothe so gnedich erschinenn unnde obgemeltem w. h. cumptor dahn borichtenn, wo I. f.g. vonn gothlicher ordenunge unde rechtenn schuldich, gnedichlich anholdenn unde byllich wyssenn, wiewoll der w. h. cumptor in vorgangen dagenn myt etzlichen gudenn mannen in Curlandt tho donde gehatt unde my ytz myth beschwerung(e) und grotenn schadenn unangetastet nycht natolatenn gedenckt, I. f. g. inn ansehunge aller byllicheit(en), erhenn unde rechtenn my armenn bedrucktenn vor sulch geswynnder, anliggender beswerrunge in gnedigen schut(e) unde sichernn scherm wollenn upnhemenn unde I. f. g. my armenn by mynest loffliche segell unde breve, so ik vann I. f. g. avergekamenn, darahn ik keinen twivell drage, erholdenn unde lathenn blyvenn. Dan I. f. g. sullenn my armenn gesellenn tho erhenn rechtenn unde in aller billicheit anhe myddell machtich sein. Bynn alles twivels anich anich = los, frei, I. f. g. woldenn sick hirinne alse eyn christlicher lofflicher furste unde beschermer der armenn uth hoger overicheit so gnedichlich erzeigenn unde my armem bedruckten in mynenn rechtverdigenn sakenn doen helpenn, beschutten unde hanthavenn. Dat bynn ik armer geselle jegenn I. f. g. myth mynem underdanigenn wylligenn dienste upt hochste to vordenenn geflitigt. Bidde des I. f. g. gnedige schriftlich antwordt, darna ik my hedde tho richtenn. Gegeffenn under meynem angebornnen pitzer am 23. Januarii 1533. Gnediger f. unde h., ick armer geselle schicke I. f.g. in gantzer gehorszamheit tho einer kleinenn vorerunge twe rehe. Bydde I. f. g. myth hogem flite gantz underdanychlick, woldenn dusse kleine gave inn gnadenn annhemenn etc. I. f. g. gehorsammer unde wylliger Hermen Buthler.(?)
comment
pressureVgl. das Schreiben Herzog Albrechts von 1533 Sept. 17, worin von Grenzänderung bei Gütern Hermann Butlers trotz schwebenden Verfahrens die Rede ist (Erg. 832), und die Supplikation des Goldinger Komturs Ernst von Münchhausen gegen Hermann Butler aus dem Jahr 1537, worin auch auf die Frage der Rechtmäßigkeit der Grenzbereitung eingegangen wird (Erg. 1174). Noch in den Jahren 1547-1549 werden die Besitzstreitigkeiten im Gebiet Durben als Irrungen zwischen der Butlerschen Witwe und dem Goldinger Komtur wieder aktenkundig und sollen durch ordensmeisterliche Kommissarien entschieden werden, vgl. Erg. 985, Erg. 989, Erg. 990 und Erg. 564.