Kurland Property Records

Document text

back to search

erg1093

[OM. Hermann von Brüggenei gen. Hasenkamp] fordert Johann Torck und Heinrich von Hildesheim auf, zur Grenzfeststellung zwischen ihrem Besitz und dem Land, das der Kandauer Vogt von Jürgen und Hermann Lambsdorff gekauft hat, beizutragen. Wenden, [15]45 Jan. 22
anderes Schriftstück
Überlieferung:
aus B: gleichz. Kop
Material: Pap.
Archiv: Stockholm RA, Livonica I vol. 8, irrig ad 1545 Jan. 27
Hide variants and comments | Show variants | Show comments | Show variants and comments |
Leven getruwen, uns heft der werdige und achtbar, unser lever andechtiger her vaget tho Candow D.O. gehorsamlich borichtet, nhadem gy den kop, so ehr mit den erbarn, unseren leven getruwen Jurgen und Herman, gebroderen den Lambstorpen, van wegen etzliches landes gedaen, alß soldenn gy anstoth und errunge ahn sollichem lande und der grentz hebben, vorhindert, bygespraken bispreken = Einspruch erheben, widersprechen, darmit nhu ein ider tho dem sinen vorholpen und die eigentliche grentz gefunden und geholden werde, heft ehr uns iwe witlicheit der grentz und de thoe togen und bowisen tho vormanende gehorsamlich gebeden. Demnach wollen und bogeren wy ernstlich, gy by dem eyde, darmit gy uns und unseren orden vorwanth, solche grentz tho erster gedachts hern vagedes gelegenheit antegen, up dat widere unenicheit und twist vormeden, ein ider tho dem, dar he tho berechtiget, vorholpenn, by dem erholden und bliven moge. Daran geschuith unser ernstliche meinunge und gefallens etc.(?)
comment
pressureDer Kandauer Vogt wurde durch einen Landkauf aus dem Besitz der Brüder Lambsdorff in Grenzauseinandersetzungen zwischen Jürgen Lambsdorff und benachbarten Lehnsleuten hineingezogen. Ein Landstreit zwischen Johann Torck und Jürgen Lambsdorff ist schon für das Jahr 1545 aktenkundig (Erg. 1019). Ebenso gab es Grenzstreitigkeiten zwischen Heinrich von Hildesheim und Jürgen Lambsdorff, die anderweitig allerdings erst für das Jahr 1547 belegt sind (vgl. Erg. 987 u. Erg. 1021). In einem Schreiben von 1547 Nov. 12 teilt der Kandauer Vogt mit, daß er Streitland, wenn es bei der Feststellung der Grenzen Jürgen Lambsdorffs ihm zuerkannt würde, an Heinrich von Hildesheim überlassen wolle (Erg. 986). Hierbei dürfte es sich um Teile des zuvor von Lambsdorff erworbenen Landes handeln, auf die Hildesheim Ansprüche erhob. Vgl. auch Erg. 1098 von 1545 Juli 9, wonach der Ordensmeister den Kandauer Vogt aufgrund seiner Befangenheit nicht als Richter in dem Landstreit zwischen Johann Torck einerseits und Jürgen und Hermann Lambsdorff andererseits tätig werden lassen wollte.